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Stromerzeugung im AprilWindenergie weiter auf Rekordkurs

Windkraftanlagen auf einem Feld
Windkraftanlagen haben im April über 21 Prozent der Nettostromerzeugung in Deutschland gestemmt. (Foto: Luca Bravo auf Unsplash)

Im April hat die Windkraft erneut den ersten Platz bei der Stromerzeugung in Deutschland belegt. Insgesamt stemmten die Erneuerbaren die Hälfte der gesamten Erzeugung. Umso fataler ist deshalb die negative Entwicklung beim Ausbau der Windenergie.

06.05.2019 – Den zweiten Monat in Folge hatte die Windenergie beim Rennen um den Spitzenplatz bei der Nettostromerzeugung in Deutschland die Nase vorn. Mit 21,3 Prozent erreichten Windkraftanlagen den größten Anteil an der gesamten Erzeugung, dicht gefolgt von der Braunkohle mit 20,9 Prozent. Solaranlagen haben immerhin 5,68 Terrawattstunden (TWh) Strom erzeugt, was einem Anteil von 13,1 Prozent entspricht. Die Atomkraftwerke kamen auf den gleichen Wert.

Schon im März erreichten die deutschen Windkraftanalagen Spitzenwerte. Fast die Hälfte der gesamten Stromerzeugung konnte in diesem außerordentlich windreichen Monat durch die Windenergie gedeckt werden. Damit erzeugten Windräder mehr Strom als alle Kernkraft-, Braunkohle-, Steinkohle- und Gaskraftwerke zusammen. Der Erneuerbaren-Anteil kletterte auf stolze 63,1 Prozent.

Während die Windkraftanlagen in der ersten Monatshälfte vom April nur an wenigen Tagen einen Anteil an der Stromerzeugung von mehr als 20 Prozent erreichten, sah es in der zweiten Hälfte schon ganz anders aus. Mit Erzeugungswerten von bis zu 773 Gigawattstunden (Anteil: 48,8 Prozent) am 23. April dominierte die Windenergie andere Stromquellen deutlich. Die Erneuerbaren konnten in dieser zweiten Monatshälfte an fast allen Tagen mehr als die Hälfte der Gesamterzeugung stemmen, an zwei Tagen sogar mehr als 75 Prozent.

Steigt 2019 der Erneuerbaren-Anteil auf über 50 Prozent?

Nach einem Erneuerbaren-Anteil von 38,2 Prozent an der Nettostromerzeugung in Deutschland im Jahr 2017 und 40,6 Prozent im Jahr 2018 könnte in diesem Jahr sogar die 50-Prozent-Marke geknackt werden. Bisher erreichten die Erneuerbaren Energien einen Anteil von 46,7 Prozent. Maßgeblich war daran die Windenergie mit einer Erzeugung von über 52 TWh beteiligt. Ihr Anteil an der gesamten Stromerzeugung beläuft sich damit auf 27,1 Prozent, deutlich vor der Braunkohle (19,5 Prozent) und der Kernenergie (13,3 Prozent).

Für eine erfolgreiche Energiewende und das Erreichen der Klimaziele ist es deshalb die aktuelle Entwicklung beim Ausbau der Windenergie an Land in Deutschland umso fataler. Von Januar bis März 2019 gingen gerade einmal 41 Onshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 134 Megawatt (MW) ans Netz, wie kürzlich bekannt wurde. Damit liegt der Zubau knapp 90 Prozent unter dem Quartalsniveau vergangener Jahre.

BWE fordert fünf Maßnahmen

Damit nun so schnell wie möglich eine Kehrtwende bei den Ausbauzahlen in der Windbranche erreicht werden kann, fordert der Bundesverband WindEnergie (BWE) folgende Schritte:

  • In das Raumordnungsgesetz des Bundes soll für die Windenergie an Land mindestens ein Flächenziel von zwei Prozent aufgenommen werden. Dies sichere künftige Ausbauflächen.
  • Fristverlängerungen zur Abgabe von Stellungnahmen von Trägern öffentlicher Belange müssen auf ein Mindestmaß reduziert werden. Dadurch lasse sich die Zeit für Genehmigungsverfahren deutlich verkürzen.
  • Damit schnelle Rechtssicherheit für Genehmigungen und damit bei Ausschreibungen gesichert werden könne, müsse das Planungsbeschleunigungsgesetz auf den Bau von EE-Anlagen erweitert werden.
  • Kommunen und Länder müssen bei der Bereitstellung von Personal und der Umsetzung der Klimaschutzziele durch den Bund unterstützt werden.
  • Auch zukünftig sollen Ausschreibungen technologiespezifisch durchgeführt werden. Ein Wettbewerb zwischen Wind und Solarenergie könne man dadurch vermeiden.

„Der drastische Einbruch des Windenergiezubaus im ersten Quartal 2019 ist der Tiefpunkt einer langfristigen und politisch administrierten Entwicklung, die durch Deckelung der Zubaumengen im Ausschreibungsverfahren sowie durch Fehlsteuerungen im EEG 2017 verursacht wurde“, warnt BWE-Präsident Hermann Albers. „Die Politik ist gefordert zu klären, wie die verlorenen Mengen auf dem Ausbaupfad bis 2030 aufgefangen werden können.“ jk