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Klimaerwärmung2025 wird wohl zweitwärmstes Jahr

Tote Bäume unter Wasser
2025 reiht sich laut Copernicus unter die heißesten Jahre ein – mit zunehmenden Stürmen, Überschwemmungen und Dürren (Bild: Joshua Kettle / Unsplash+ Lizenz).

Die Klimakrise beschleunigt sich: 2025 könnte zum zweitwärmsten Jahr seit Messbeginn werden. Der Dreijahreswert wird zudem wohl erstmals 1,5 Grad überschreiten. Weltweit nehmen Extremwetter weiter zu.

15.12.2025 – Das Jahr 2025 ist auf dem Weg, gemeinsam mit 2023 das zweitwärmste seit Beginn der Aufzeichnungen zu werden, nur 2024 war wärmer. Das zeigen Daten des Copernicus Climate Change Service (C3S), dem Erdbeobachtungsprogramm der Europäischen Union. Die Temperaturen lagen in großen Teilen der Welt über dem Durchschnitt, besonders in Nordkanada, über dem Arktischen Ozean und in der Antarktis. Etwas gemischter sah es lediglich in Südasien aus.

Der Durchschnitt der vergangenen drei Jahre 2023 bis 2025 wird voraussichtlich zum ersten Mal seit Messbeginn über 1,5 Grad Celsius liegen. Ob 2025 selbst die 1,5-Grad-Marke überschreitet, steht noch nicht mit Sicherheit fest.

November geprägt von Extremwetter

Auch der Monat November 2025 sticht heraus: Er ist der drittwärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen. Deutlich überdurchschnittliche Temperaturen gab es vor allem in Nordkanada und über dem Arktischen Ozean. Die durchschnittliche Temperatur über dem europäischen Festland lag im November 2025 bei 5,74 °C. Das ist rund 1,38 °C über dem 1991–2020-Mittel und damit der fünftwärmste November in Europa.

Der Monat November war zudem von extremen Wetterereignissen geprägt, darunter tropische Wirbelstürme in Südostasien, die großflächige Überschwemmungen und zahlreiche Todesopfer verursachten.

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„Im November lagen die globalen Temperaturen 1,54 °C über dem vorindustriellen Niveau, und der Dreijahresdurchschnitt für 2023–2025 wird voraussichtlich zum ersten Mal über 1,5 °C liegen. Diese Meilensteine sind nicht abstrakt – sie spiegeln das sich beschleunigende Tempo des Klimawandels wider, und der einzige Weg, zukünftige Temperaturanstiege zu begrenzen, besteht darin, die Treibhausgasemissionen rasch zu reduzieren“, sagt Samantha Burgess, Strategic Lead for Climate beim European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF).

Warmer Herbst

Derweil verzeichnet Europa mit 1,06 Grad Celsius über dem 1991–2020-Durchschnitt den viertwärmsten Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen. In Osteuropa, Russland, auf dem Balkan und in der Türkei lagen die Temperaturen besonders deutlich über dem Durchschnitt. In Nordschweden und Finnland, Island sowie Teilen Norditaliens und Süddeutschland lagen sie hingegen deutlich darunter. Nahezu durchschnittliche Temperaturen dominierten in West- und Mitteleuropa.

Außerhalb Europas war es in den Polarregionen, insbesondere in Nordostkanada, über dem kanadischen Archipel, den USA, dem Arktischen Ozean und Ostantarktika ungewöhnlich warm. Ungewöhnlich kalt war es wiederum in Nord-Sibirien, einschließlich großer Teile des nordöstlichen Russlands.

Klimakrise schreitet voran

Die emissionsbedingte Zunahme der globalen Durchschnittstemperatur ist seit dem Pariser Abkommen ungebrochen. Der Ausbau Erneuerbarer Energien bremst die Kurve zwar ab, doch bisher wurde noch in fast jedem Jahr mehr CO2 ausgestoßen als im Vorjahr. Ausnahmen bilden lediglich Ereignisse wie die Covid-Pandemie, in der wirtschaftliche Aktivitäten drastisch zurückgefahren wurden.

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Klimawandel messen

Copernicus sammelt Umwelt- und Klimadaten weltweit und wertet sie aus. Es nutzt Satelliten, Messstationen und Modelle, um Veränderungen von Atmosphäre, Ozeanen, Landflächen, Klima und Katastrophenrisiken zu überwachen. Die meisten der genannten Ergebnisse basieren auf dem ERA5-Reanalyse-Datensatz der Milliarden Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen weltweit nutzt.

Die Copernicus-Analysen decken sich weitgehend mit den Ergebnissen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), die kurz vor der COP30 in Brasilien vorgestellt wurden. jb

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