Globaler Temperaturanstieg: August 2026 war heißester Monat seit Aufzeichnungsbeginn

Der wärmste Sommer Westeuropas war gezeichnet von extremer Trockenheit und Dürren. Der August 2026 war dabei laut EU-Klimadienst Copernicus gemeinsam mit Juli 2023 der weltweit wärmste Monat seit Aufzeichnungsbeginn.
11.09.2026 – Der August 2026 hat einen neuen Temperaturrekord aufgestellt und war gemeinsam mit Juli 2023 der weltweit wärmste Monat seit Beginn der Aufzeichnungen, berichtet der EU-Klimadienst Copernicus bzw. das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen. Die Folgen des Klimawandels wie Hitzewellen, Trockenheit und Dürren setzen Menschen, Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend zu.
Höchste globale Mitteltemperatur
Die globale Mitteltemperatur im August 2026 lag 1,65 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Damit war der August 2026 sowohl der wärmste August als auch der wärmste Monat überhaupt seit Messbeginn. Die 1,5-Grad-Marke wurde dabei nach November 2025 erstmals wieder überschritten. Die globale Durchschnittstemperatur übertraf mit 16,96 Grad Celsius etwa die bisherigen Rekorde aus den Jahren 2023 und 2024. Gleichzeitig verzeichnete der extra-polare Ozean die höchste jemals gemessene tägliche Meeresoberflächentemperatur von 21,11 Grad Celsius.
Verantwortlich für den starken Anstieg sind die menschengemachte globale Erwärmung sowie stark ansteigende Meeresoberflächentemperaturen im äquatorialen Pazifik in Verbindung mit einem potenziellen Godzilla-El-Niño im tropischen Pazifik.
Dürren und Hitzewellen in Westeuropa
Westeuropa erlebte einen wärmsten Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen. Die durchschnittliche Temperatur über europäischem Land lag mit 20,26 Grad Celsius 1,10 Grad über dem Durchschnitt. Auch weltweit war der Zeitraum von Juni bis August 2026 gemeinsam mit dem Jahr 2024 der wärmste Sommer.
Große Teile West-, Zentral- und Osteuropas litten unter Hitzewellen, anhaltender Trockenheit, und in Folge schweren Dürren und niedrigen Flusspegeln, unter anderen von Rhein, Donau, Seine und Rhone. Die in einigen Fällen bereits seit Mai anhaltende Trockenheit führte etwa in Frankreich, dem Vereinigten Königreich, Ungarn, Rumänien und Serbien zu schweren Dürrebedingungen. Vielerorts begünstigte die Trockenheit Waldbrände. Sollten die globalen Temperaturen weiter wie gehabt ansteigen, könnte sich die von verheerenden Waldbränden betroffene Fläche in Europa bis Ende des Jahrhunderts fast verdreifachen.
Die Welt brennt
Hitze, Dürren und Trockenheit setzen Menschen, Tieren und Pflanzen zunehmend zu. Europaweit ist die hitzebedingte Übersterblichkeit in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Allein in Deutschland sind im Juni und Juli nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) knapp 16.000 Menschen durch die extreme Hitze gestorben, ein historischer Höchststand an Hitzetoten.
In Städten führen versiegelte Flächen, Beton, dunkle Dächer und fehlende Vegetation dazu, dass sich die Umgebungsluft stark aufheizt, während Regen auf den versiegelten Flächen ungenutzt abläuft. Auf dem Land wurden viele natürliche Wasserspeicher wie etwa Moore, Auen und Wälder, die Wasserhaushalt und Temperaturen regulieren können, über die vergangenen Jahrzehnte zerstört – extreme Trockenheit ist die Folge. Noch schlechter sieht es bei intensiv genutzten und ausgelaugten Agrarlandschaften aus. Unbedeckte Äcker können im Sommer Temperaturen von bis zu 60 Grad Celsius erreichen, das ist mehr als Asphalt.
„Die Welt brennt, buchstäblich“, sagt Greenpeace-Klimaexpertin Mira Jäger. „Und die Bundesregierung kippt weiter Öl ins Feuer: Ein modernes Gebäudeenergiegesetz sägt sie zu Gunsten der Öl- und Gaslobby ab, verschleppt das Verbrenner-Aus und plant den massenhaften Bau weiterer Gaskraftwerke. Dabei ist die Antwort auf den Extremsommer offensichtlich: Damit es künftig nicht noch häufiger brennt, nicht jeden Sommer noch mehr Menschen sterben, müssen die CO2-Emissionen runter, so deutlich und schnell wie möglich. Die eskalierende Heißzeit lässt sich nur bremsen, wenn wir aufhören, Öl, Kohle und Gas zu verbrennen.”
Extremsommer kostet Deutschland mindestens 36 Milliarden
Der wirtschaftliche Schaden des deutschen Hitzesommers lag 2026 bei mindestens 36 Milliarden Euro, zeigen Berechnungen von Greenpeace. Bei geschätzt 25 Hitzetagen entspricht der Verlust knapp einem Prozent des deutschen BIP. Ein Großteil beruht auf Produktivitätsausfällen: Menschen können bei extrem hohen Temperaturen schlicht weniger ‚schaffen‘ als bei Normaltemperaturen. Hinzu kommen Infrastrukturschäden, Ernteausfälle und vieles mehr. Für 2026 rechnet etwa der Bauernverband in Folge von Hitze und Trockenheit mit sinkenden Ernten und Einnahmen bei steigenden Kosten für Landwirte.
Die tatsächlichen Kosten von Hitze und Dürre dürften dabei noch deutlich höher liegen. So hat die konservative Schätzung von Greenpeace etwa ökologische Folgeschäden und Energiekosten noch gar nicht eingepreist. Die anhaltenden Hitzeperioden und historischen Niedrigwasserstände in europäischen Flüssen hatten besonders der Atomenergie im Sommer stark zugesetzt.
Solange Temperaturen weiter steigen, werden die Schäden durch Hitzewellen für Menschen, Unternehmen und Gesamtwirtschaft weiter zunehmen. Eine Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade beziffert etwa die wirtschaftlichen Verluste in Deutschland bis 2030 auf rund 112,5 Milliarden Euro, sollten sich die Hitzewellen weiter fortsetzen.
“Eine Bundesregierung, die Verantwortung übernimmt, muss jetzt alles tun, um diesen volkswirtschaftlichen Schaden zu begrenzen“, kommentiert Thilo Maack, Greenpeace-Experte für Kriseneinsätze und bekräftigt: „Anpassung ist wichtig, aber dahinter müssen die Ursachen bekämpft werden – und das sind Kohle, Öl und Gas.” jb
























































Kommentare
Juri Hertel am 14.09.2026
Nicht nur war August der bisher heisseste Monat,August war auch heisser als Juli :
https://climate.copernicus.eu/copernicus-august-was-worlds-joint-hottest-month-record-pushing-global-temperatures-back-above
Hat es das schon mal gegeben dass August heisser war als July?