Climate Change Performance Index 2026: Dänemark führt, USA Schlusslicht – zehn Jahre nach Paris

Trotz Fortschritten bleibt die Welt weit hinter Paris zurück. Dänemark führt, Deutschland schwächelt, und die USA schließen sich den Schlusslichtern der Klimaschutzbemühungen an.
24.11.2025 – Der Climate Change Performance Index 2026 der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation Germanwatch zeigt die Fortschritte zehn Jahre nach Paris, aber auch die – zuletzt wenig ambitionierten – Klimaschutzziele vieler Nationen.
Der CCPI 2026 ordnet die Klimaschutzbemühungen von 63 Ländern und der EU ein, die zusammen mehr als 90 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen abdecken.
An der Spitze – beginnend mit Platz 4, denn die ersten drei Plätze blieben erneut leer – steht Dänemark, gefolgt vom Vereinigten Königreich und Marokko. Die EU zeigt derweil ein gemischtes Bild mit einigen Vorreitern und einigen Nachzüglern. Deutschland liegt mit Rang 22 auf seiner schlechtesten Platzierung seit sechs Jahren. Schlusslicht bilden die Petrostaaten USA, Saudi-Arabien und Iran.
Viele G20-Staaten erhalten schlechte Bewertungen
Das Vereinigte Königreich ist mit Rang 6 das einzige der G20-Länder in den Top 10, während 13 eine schlechte oder sehr schlechte Bewertung erhielten. Die G20-Länder verursachen zusammen mehr als 75 Prozent der globalen Treibhausgasemissionen.
Zu ihnen gehört u.a. China, das mit Rang 54 eine schlechte Bewertung erzielt. Das Land baut zwar Erneuerbare stark aus, aber eben auch Fossile Energien. Die schlechtesten Bewertungen unter den G20-Ländern erhalten Russland mit Rang 64, die USA mit Rang 65, und Saudi-Arabien mit Rang 67. Die USA waren zuletzt unter Präsident Donald Trump erneut aus dem Pariser Klimavertrag ausgetreten, haben Förderungen für Erneuerbare und die Reduzierung von Treibhausgasemissionen zurückgenommen, und fördern inzwischen erneut Fossile Energien.
Europa liefert gemischtes Ergebnis
Die Europäische Union erzielt mit Platz 20 insgesamt ein schlechteres Ergebnis als im vergangenen Jahr und liegt im Mittelfeld der Klimabemühungen. Das neue Klimaziel 3.0 einer Minderung der Emissionen um 90 Prozent bis 2040, auf das sich die EU-Statten kurz vor Beginn der COP30 geeinigt hatten, ist noch nicht eingeflossen.
Von allen EU-Staaten schneidet Dänemark am besten und Rumänien am schlechtesten ab. Österreich hat sich im Vorjahresvergleich derweil am deutlichsten verschlechtert, und ist von Rang 16 auf Rang 35 gefallen. Kein EU-Land erhielt eine grundsätzlich sehr schlechte Bewertung.
Deutschland rutscht ab
Deutschland liegt mit seinen Bemühungen in den Bereichen Energieverbrauch, Treibhausgasemissionen und Ausbau Erneuerbarer Energien sowie Klimapolitik im Mittelfeld.
In der Analyse wird betont, dass Erfolge wie Fortschritte bei der Wärmewende, die Festlegung des Kohleausstiegs bis 2038 und auch die Verankerung des Erneuerbaren Ausbaus auf die Vorgängerregierung zurückgeht. Die aktuelle Koalitionsregierung unter Kanzler Friedrich Merz habe noch keine weiteren Ambitionen gezeigt und u.a. zur Schwächung der EU-Klimaziele beigetragen.
Die Experten empfehlen, dass Sektorenziel von Verkehr und Gebäude eingehalten, das Stromnetz modernisiert sowie das Gasnetz, wo möglich, eingestellt werden sollte.
Klimaschutzbemühungen analysieren und vergleichen
Der Climate Change Performance Index (CCPI) analysiert und vergleicht seit 2005 jährlich die Klimaschutzbemühungen von 63 Ländern und der EU. Ziel ist, die Transparenz in der internationalen Klimapolitik zu verbessern und die Klimaschutzleistungen und Fortschritte der einzelnen Länder vergleichbar zu machen.
Die Klimaschutzpläne sollten im Idealfall verbindliche Termine für den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen – Kohle bis 2030, Gas bis 2035, Öl bis 2040 –, höhere Ziele für Energieeinsparungen und erneuerbare Energien bis 2030, sowie das Ziel eines vollständig erneuerbaren Energiesystems bis 2040 enthalten.
Einschränkend kann davon ausgegangen werden, dass Länder ihre Klimaschutzpläne nicht vollständig umsetzen. jb


















































