TOP-THEMA
Europa







Atlas der ZerstörungDie Folgen von Deutschlands fossilen Geschäften

Bohrturm im Sonnenuntergang
Die Öl- und Gasförderung weltweit zerstört Ökosysteme und befeuert die Klimakrise. (Foto: WORKSITE Ltd. on Unsplash License)

Die DUH dokumentiert die globale Umweltzerstörung durch Deutschlands Öl- und Gasgeschäfte entlang der gesamten Wertschöpfungskette und fordert eine Absage an fossile Langfristverträge, den Abbau klimaschädlicher Subventionen und klare Ausstiegsdaten.

10.12.2025 – Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat erstmals die verheerenden Folgen deutscher fossiler Geschäfte umfassend systematisiert: Der neue Atlas der Zerstörung illustriert, wie der deutsche Öl- und Gasverbrauch weltweit Ökosysteme zerstört und die Klimakrise verschärft. Konkrete Fallbeispiele legen die Verstrickungen deutscher Unternehmen, Finanzakteure und staatlicher Entscheidungen offen – entlang der gesamten Wertschöpfungskette von Förderung über Transport und Verarbeitung bis hin zu Langzeitlieferverträgen.

Die DUH will damit den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, neuen fossilen Langfristverträgen eine Absage zu erteilen. Sie fordert von der Bundesregierung stattdessen, einen konkreten Fahrplan zum Ausstieg aus fossilem Öl und Gas vorzulegen, klimaschädliche Subventionen unverzüglich zu beenden und sich auch international für einen Stopp immer neuer Förderlizenzen für Öl und Gas einzusetzen. Das sei umso dringender, nachdem dies auf der Klimakonferenz in Brasilien nicht durchgesetzt wurde.

Mehr zum Thema

Große Gruppenaufnahme von internationalen Delegierten beim Belém Climate Summit während der COP30 in Brasilien. Vor einer grünen Pflanzenwand mit dem Schriftzug „BRASIL COP30 AMAZÔNIA – Belém 2025“ stehen mehrere Reihen von Vertreter:innen verschiedener Staaten und Organisationen. In der ersten Reihe halten sich die Teilnehmenden mit gekreuzten Armen an den Händen, als Zeichen für Zusammenarbeit und Zusammenhalt.
COP30

Gegner des Ausstiegs aus fossilen Energien, die keine sind

Während bei der Klimakonferenz rund 80 Staaten einen Fahrplan zum Ausstieg aus fossilen Energien befürworteten, waren laut brasilianischer COP-Präsidentschaft genauso viele dagegen. Doch eine neue Analyse hegt begründete Zweifel an diesem Verhältnis.

„Wir machen sichtbar, welchen Preis andere Menschen und Ökosysteme für Deutschlands Öl- und Gasgeschäfte zahlen“, kommentiert Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH, den Atlas: „Gerade erst haben wir auf der Klimakonferenz in Brasilien erlebt, wie mächtige Ölstaaten Fortschritt verhindern. Dass Deutschland mit Ländern wie Oman, Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten neue langfristige Öl- und Gasverträge abschließt, zementiert fossile Wertschöpfungsketten. Wer heute noch auf fossiles Öl und Gas setzt, handelt klimapolitisch verantwortungslos.“

Mehr zum Thema

Gaskraftwerk
Kraftwerksstrategie

Beschwerde gegen geplante Subventionen für Gaskraftwerke

Die NGO ClientEarth legt Beschwerde in Brüssel ein und kritisiert die geplanten Subventionen für neue Gaskraftwerke als ineffizient, klimaschädlich und wettbewerbsverzerrend.

Der Atlas enthält außerdem bisher unveröffentlichte Informationen zu Deutschlands Ölimporten: Deutschland bezieht demnach sein Öl vermehrt auch per Schiff aus Ländern wie Nigeria, Saudi-Arabien und Guyana. Dort kommt es durch Ölunfälle zu Vergiftungen des Grundwassers und durch Abfackeln ungenutzten Gases (Flaring) zu unumkehrbaren Gesundheitsschäden lokaler Gemeinschaften.

Mehr zum Thema

Kohlekraftwerk Lethabo in Südafrika
Emissionen reduzieren

EU beschließt Klimaziel 2040 – mit Schlupflöchern

Kurz vor der COP30 einigt sich die EU auf neue Klimaziele – doch Schlupflöcher, Verzögerungen und ausgelagerte Emissionen lassen Zweifel am Klimakurs wachsen. Ein Klimaplan wie ein Schweizer Käse, kritisieren NGOs.

„Unser Atlas liefert die Fakten, Orte und Verantwortlichkeiten, die wir für politischen Druck brauchen“, erläutert Constantin Zerger, DUH-Leiter Energie und Klimaschutz. „Als einer der größten Öl- und Gasimporteure der Welt muss Deutschland vorangehen und die Abhängigkeit von fossiler Energie beenden. Das wäre nicht nur international ein wichtiges Signal, sondern würde zudem die Versorgungssicherheit erhöhen. Jedes Jahr gibt Deutschland rund 80 Milliarden Euro für den Import von fossilem Öl und Gas aus – diese enorme Geldverschwendung muss so schnell wie möglich beendet werden.“ na
Link zum Atlas der Zerstörung

Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

max 2.000 Zeichen