Fotowettbewerb der Royal Meteorological Society: Die globalen Auswirkungen des Klimawandels

Ein Fotowettbewerb der Royal Meteorological Society illustriert Wetterextreme und die Auswirkungen des Klimawandels - passend zur COP30.
20.11.2025 – Eine beeindruckende Gallerie von Klimafotografie hat die Royal Meteorological Society (RMetS) im Zuge der derzeit tagenden COP30 veröffentlicht. Die Bilder wurden aus rund 750 Einsendungen beim Wettbewerb Standard Chartered Weather Photographer of the Year 2025 in der Sonderkategorie Klima ausgewählt.
Die zehn ausgewählten Bilder illustrieren die Zusammenhänge zwischen Wetterphänomenen und den Auswirkungen des Klimawandels in verschiedenen Regionen der Welt. Sie dokumentieren extreme Wetterereignisse wie Überschwemmungen und Waldbrände ebenso wie langsamere Veränderungen wie das Abschmelzen des Eises in den Ozeanen oder die Auswirkungen von Dürren auf wichtige Lebensräume.
„Diese Bilder vermitteln die dringende Botschaft, dass der Klimawandel weltweit tiefgreifende Auswirkungen hat, und erinnern uns daran, dass entschlossenes Handeln erforderlich ist. In den zehn Jahren seit dem Pariser Abkommen haben wir bedeutende Fortschritte erzielt, die jedoch bei weitem nicht ausreichen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. Die COP30 muss sich daher weniger auf Versprechen konzentrieren, sondern vielmehr auf eine konsequente und konkrete Umsetzung“, kommentiert Professor Liz Bentley, Geschäftsführerin der Royal Meteorological Society, die dieses Jahr an der COP teilnimmt.
Tornado in Texas 2025

Bild: Jonah Lange
Dieses Bild ist der Gewinner des Wettbewerbs in der Kategorie Klima: Der Fotograf Jonah Lange hat die spiralförmige Staub- und Windsäule eines Tornados in Texas, USA aufgenommen. Der Tornado zieht rote Erde in die Luft, ein kleinerer Satellitenwirbel tanzt in der Nähe. Am Tag der Aufnahme, dem 25. April 2025, wurden Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu 7,6 cm gemeldet.
„Alles wird immer extremer“, sagt Jurymitglied und Meteorologin Phillipa Drew. „Dies ist ein gutes Beispiel für einen Extremfall. Es verdeutlicht die Unermesslichkeit des Wetters. Wir haben kaum eine Chance dagegen.“ Der Klimawandel verstärkt Extreme und verwandelt offene Landschaften in Arenen für immer unbeständigeres und zerstörerischeres Wetter. Dürrebedingungen in West-Texas werden häufiger und schwerwiegender, trocknen den Boden aus und erhöhen die Verfügbarkeit von losem Staub. Mit steigenden Temperaturen nimmt auch die Intensität von Gewittern zu, wodurch perfekte Bedingungen für zerstörerische Ereignisse wie dieses steigen.
Taifun Rai, Insel Siargao 2021

Bild: Maria del Pilar Trigo Bonnin
Auf dem zweiten Platz landete Fotografin Maria del Pilar Trigo Bonnin mit der obenstehenden Aufnahme. Zwei Männer fahren durch eine mit Trümmern übersäte Straße und kehren nach Hause zurück, wo nach dem Taifun Rai der im Dezember 2021 über die Insel Siargao auf den Philippinen hinwegfegte, nur noch Trümmer übrig sind. Der Taifun Rai, der lokal Odette genannt wird, traf als Sturm der Kategorie 5 mit Windgeschwindigkeiten von über 250 km/h auf. Er verstärkte sich über dem warmen Meerwasser vor der Landung rapide, ein Muster, das mit dem Klimawandel immer häufiger auftritt.
Für viele Menschen in Siargao war der Sturm anders als alles, was sie seit Jahrzehnten erlebt hatten. Bäume wurden entwurzelt, Häuser zerstört und Leben innerhalb weniger Stunden auf den Kopf gestellt. Die tief stehende Nachmittagssonne wirft lange, filmreife Schatten durch den Rauch und die Trümmer. Dieser ruhige, entschlossene Moment zeigt deutlich, dass die Auswirkungen des Klimawandels nicht fern oder abstrakt sind, sondern bereits jetzt das Leben der Menschen verändern.
Eisberge über und unter der Oberfläche, Grönland

Bild: Mark McColl
Die weißen Gipfel sowie dunklen, verborgenen Körper dreier Eisberge glänzen im arktischen Sonnenlicht. Das Bild wurde in Grönland aufgenommen – eine Region, in der sich die Folgen der Klimakrise deutlich zeigen.
Die Jury lobte das Bild als eindrucksvolle Metapher. Wie die Verbindungen zwischen den drei sichtbaren Gipfeln seien auch die Auswirkungen des Klimawandels enger miteinander verbunden, als vielen bewusst sei, und das meiste von dem, was geschehe, sei nicht sofort sichtbar.
Schmelzende Gletscher und steigende Meeresspiegel seien offensichtlich, aber die Erwärmung der Tiefsee, gestörte Meeresströmungen und das Verschwinden von Eis, das die Küstenlinien weltweit verändern wird, schon deutlich weniger.
Überschwemmungen in Folge des Taifuns Yagi, Vietnam

Bild: Quan Nguyen Ho
Das Bild zeigt einen Moment nach dem Taifun Yagi in Hanoi in Vietnam 2024. Brusttief im schlammigen braunen Wasser des Roten Flusses unter der Long Biên-Brücke hält ein Mann die Hand einer Frau in einer leuchtend orangefarbenen Schwimmweste, während das Hochwasser um sie herum anschwillt.
Yagi war der stärkste Sturm, der Vietnam seit 70 Jahren getroffen hatte. Er führte zu historischen Überschwemmungen in allen 26 Provinzen und Städten im Norden Vietnams. Das Foto fange die menschliche Realität hinter den Schlagzeilen über extremes Wetter ein, das durch den Klimawandel noch verschlimmert werde.
Hochwasser in Bangladesch

Bild: Azim Khan Ronnie
Dieses Luftbild zeigt eine kleine Siedlung in Kishoreganj, einem tief gelegenen Distrikt im Norden Bangladeschs, der fast vollständig von Hochwasser umgeben ist. Flüsse schwellen während des Monsuns an und der Meeresspiegel steigt, Gemeinden wie diese sind gezwungen, sich anzupassen.
Der Fotograf Azim Khan Ronnie beschreibt das Bild als einen Einblick in die harte Realität, mit der niedrig gelegene Gemeinden konfrontiert sind. „Da Flüsse über die Ufer treten und der Meeresspiegel steigt, sind niedrig gelegene Gemeinden wie diese zunehmend gezwungen, sich an ein Leben am Rande anzupassen“, erklärt er. „Die Szene verdeutlicht die Verletzlichkeit marginalisierter Bevölkerungsgruppen, die oft am wenigsten für die globalen Emissionen verantwortlich sind, aber die Hauptlast der Folgen tragen.“
Sturzfluten in Valencia, Spanien, 2024

Bild: Alex Baker
Umgestürzte Autos liegen verstreut in Alfafar, einem der am stärksten von den extremen Regenfällen im Oktober 2024 betroffenen Gebiete Spaniens. Über 200 Menschen verloren ihr Leben, Zehntausende waren betroffen. Das Bild fängt einen Moment der enormen Katastrophe ein und zeigt das Ausmaß der Zerstörung, die sich innerhalb weniger Stunden ereignet hatte.
Die starken Regenfälle waren auf ein DANA-Ereignis zurückzuführen – ein hochgelegenes Tiefdruckgebiet, das vom Jetstream isoliert ist und auch als ‚abgeschnittenes Tief‘ bezeichnet wird. Dabei heizen ungewöhnlich hohe Meeresoberflächentemperaturen im Mittelmeer die Stürme zusätzlich an. Der Klimawandel macht solche Ereignisse zunehmend wahrscheinlicher und intensiver.
Waldbrand im Hattiban, Kathmandu, Nepal 2025

Bild: Ambir Tolang
Ein glühender Flammenstreifen schlängelt sich durch den Hattiban-Wald am Stadtrand von Kathmandu. Waldbrände wie dieser werden in Nepal immer häufiger, insbesondere während der heißen, trockenen Vorsaison des Monsuns.
Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden, verspätete Monsune: Alles Trends, die mit dem Klimawandel einhergehen und das Brandrisiko in der gesamten Himalaya-Region erhöhen. Die Wälder Nepals sind für die Kohlenstoffspeicherung, die Ökosysteme und die Lebensgrundlagen von entscheidender Bedeutung. Immer früher ausbrechende und heftigere Brände stellen eine wachsende Gefahr dar.
Brandrodung in den Pine Barrens, New Jersey, USA

Bild: Audrey Geddes
Die Kiefern in den Pine Barrens von New Jersey werden gerodet, um größere, unkontrollierte Waldbrände daran zu hindern, nahegelegene Häuser zu erreichen. Rodungen wie Waldbrände beeinträchtigen die Luftqualität, der Rauch kann ein Gesundheitsrisiko darstellen. In Teilen von New Jersey haben immer Waldbrände gewütet, doch in den vergangenen Jahren gab es sie im ganzen Land. Die Waldbrandsaisons wird intensiver, länger, und weitet sich geographisch aus – eine Folge der klimawandelbedingten längeren Trockenzeiten und höheren Temperaturen.
Dürren im Norden Bangladeschs

Bild: Md Shafiul Islam
Eine Herde Büffel stapft über ein riesiges, sonnenverbranntes Sandbett in Gaibandha im Norden Bangladeschs, ihre langen Schatten erstrecken sich über den blassen Boden. Ausgetrocknete Flussbetten und verkümmerte Weiden bieten kaum Nahrung und Wasser.
Im Norden und Westen Bangladeschs sind anhaltende Dürren in den letzten Jahren häufiger geworden. Unzureichende Niederschläge, unvorhersehbare Niederschlagsmuster und andere Klimawandelfolgen führen zu Wasserknappheit und geringeren Ernteerträgen. Dürren entwickeln sich oft langsam, haben jedoch weitreichende Folgen für die Landwirtschaft, die Lebensgrundlagen und die Ökosysteme. Die in der Region heimischen Büffelhirten sind auf Flussauen angewiesen, um ihre Tiere zu füttern. Dieses Bild zeige nicht nur die physischen Folgen der Wasserknappheit, sondern auch die Ungerechtigkeit des Klimawandels, bei dem diejenigen, die am wenigsten zu den Emissionen beigetragen haben, sich nun am stärksten anpassen müssen, heißt es aus der Jury.
Auswirkungen eines tropischen Wirbelsturms in Chittagong, Bangladesch

Bild: Mohammad Shahriar Foisal
Nach einem tropischen Wirbelsturm liegt ein beschädigtes Fischereifahrzeug gestrandet am Ufer in Chittagong, Bangladesch. Tropische Wirbelstürme sind eine bekannte Bedrohung in Küstenstädten wie Chittagong. Die tief liegende Delta-Landschaft in Kombination mit der trichterförmigen Bucht von Bengalen bedeutet, dass Sturmfluten weit ins Landesinnere vordringen und weitreichende Schäden verursachen können.
Stürme werden durch den Klimawandel häufiger und intensiver, die Erwärmung der Ozeane verstärkt sie ebenfalls, und der Anstieg des Meeresspiegels verschlimmert die Überschwemmungen.


















































Kommentare
Katja A. vor 2 Wochen
die Fotos sind wirklich sehr beeindruckend und aufrüttelnd - es wäre gut, wenn eine Ausstellung mit solchen Fotos in vielen Ländern, die nicht so stark betroffen sind, durch die Städte wandern würde...