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FinanzwendeDie Klimakrise kann zur Bankenkrise werden

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Einige regionale Banken sind besonders von gebündelten Klimarisiken betroffen (Bild: Pham Nhat / Unsplash+ Lizenz)

Klimaschäden könnten eine neue Bankenkrise verursachen. Vor allem Regionalbanken unterschätzen die Gefahr konzentrierter Klimarisiken in ihrem Portfolio.

16.07.2026 – Klimafolgen werden zunehmend zum Risikofaktor für Unternehmen – und damit auch für die Banken, die sie finanzieren. Die transitorischen und physischen Risiken der Klimakrise wurden bisher meist getrennt betrachtet. So wird in typischen Klimarisikoanalysen selten einberechnet, dass sich die Risiken gegenseitig verstärken.

Daher unterschätzten viele Banken klimabezogene Konzentrationsrisiken in Kreditportfolios, zeigt der Report Die Gefahr vor Ort von Finanzwende. Die NGO zeigt im Report auf, wo, für welche Unternehmen und Banken sich die Klimarisiken in Deutschland räumlich und wirtschaftlich kreuzen. Die Analyse macht klar: Klimarisiken treffen Deutschland nicht überall gleich, sondern ballen sich regional.

Für den Report hat die NGO regionale Klimarisikodaten mit Unternehmensinformationen der ORBIS-Datenbank verknüpft. Die Analysten beleuchten zudem, wie besonders CO2-intensiv arbeitende Unternehmen mit Banken zusammenarbeiten.

Transitorische und physische Klimarisiken unterscheiden

Transitorische Risiken beschreiben die Risiken für Unternehmen auf dem Weg zur CO₂-Neutralität – etwa Gesetze, Steuern, neue Technik. Transitorische Risiken können die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen oder ganze Branchen verändern – und die Profitabilität entscheidend beeinflussen. Unternehmen, die CO2-intensiv wirtschaften wie etwa die Stahlindustrie, sind besonders stark von Transitorischen Risiken betroffen.

Während Unternehmen allmählich darüber diskutieren, wie sie CO₂ einsparen können, blieben die physischen Risiken bisher größtenteils unbeachtet. Physische Klimarisiken sind die klimabedingte Zunahme von Extremwetter und Naturkatastrophen wie Flut, Hitze, und Dürre. Sie können enormen Schaden anrichten – sowohl vor Ort als auch etwa durch daraus folgende Lieferkettenunterbrechungen.

Klimarisiken konzentrieren und überlagern sich oft

CO₂-intensive Unternehmen machen zwar nur 3,3 Prozent aller Unternehmen aus, haben dafür aber einen überproportionalen Anteil an wirtschaftlicher Aktivität. Diese Unternehmen mit hohen Übergangsrisiken sind häufig regional zentriert. Physische Klimakatastrophen könnten die betroffenen Regionen wirtschaftlich stark treffen, ebenso wie die Banken, die sie finanzieren.

Wie das in der Praxis aussieht, zeigt der Report am Beispiel des Flusshochwassers. So liegen in Deutschland rund zwei Drittel der Unternehmen in Gebieten mit erhöhten Flusshochwasserrisiken. 41 Prozent der Vermögenswerte liegen in mindestens moderat flutexponierten Gebieten.

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Rund drei Prozent der Unternehmen sind dabei von sich überlagernden Klimarisiken betroffen. Hierbei kommen transitorische Risiken und Flutrisiken zusammen, Dürre und Hitze wurden noch nicht berücksichtigt. Betroffene Unternehmen sind etwa in den Regionen entlang des Niederrheins oder in der Region um Elbe und Havel angesiedelt. Die Unternehmen gehören überdurchschnittlich häufig zu den wirtschaftlich wichtigsten Akteuren ihrer Region.

Kreditrisiko Klimawandel

Unternehmen mit dieser Doppelbelastung droht die Pleite. Sie können ihre Kredite oft nicht mehr bedienen. Auch könnten als Sicherheiten hinterlegte Vermögenswerte an Wert verlieren. Für die kreditgebende Bank steigt das Ausfallrisiko.

Die Exposition für Klimarisiken ist dabei im Bankensystem ungleich verteilt. Entscheidend ist, wie hoch der Anteil betroffener Unternehmen am Umsatz der Bank ist. Dies kann besonders für regional verankerte Bankengruppen wie Sparkassen und Genossenschaftsbanken relevant werden. Gerade für lokale Finanzinstitute können wenige Unternehmen mit gebündelten Klimarisiken einen Großteil ihres Portfolios ausmachen. Die Analyse der Bürgerbewegung Finanzwende zeigt, dass davon nicht alle Banken betroffen sind, sondern sich Klimarisiken in den Portfolios einzelner Banken konzentrieren.

Diese Banken mit stark regional konzentriertem Kreditportfolios könnten die wirtschaftliche Belastung physischer Klimaschocks kaum abfedern. Letztere überschreiten nicht selten den Haushalt ganzer Bundesländer, wie sich am Beispiel der Ahrtalflut gezeigt hat, deren Schaden auf rund 40 Milliarden geschätzt wird. Da der Report ausschließlich das Flutrisiko untersucht hat, dürfte zudem das tatsächliche Gesamtrisiko – etwa inklusive möglicher Dürren oder Hitze – noch deutlich höher liegen. jb

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