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Treibhausgasdaten 2025Fast Stillstand bei den Emissionsminderungen und es könnte noch schlimmer kommen

Große Industrieanlage des Chemiekonzerns BASF in Ludwigshafen: Zahlreiche Fabrikgebäude, Rohrleitungen, Türme und hohe Schornsteine prägen das weitläufige Werksgelände. Aus einigen Schornsteinen steigt weißer Dampf oder Rauch auf. Im Vordergrund sind Lager- und Betriebsgebäude zu sehen, dahinter erstreckt sich der dichte Komplex aus chemischen Produktionsanlagen.
BASF-Werk bei Ludwigshafen: Weniger Emissionen nur aufgrund schwacher Konjunktur (Bild: Ikar.us, Wikimedia, CC BY 3.0 de)

Daten vom Umweltbundesamt zeigen: 2025 sanken die Emissionen nur geringfügig. Und mit den energiepolitischen Vorhaben der Bundesregierung drohen die Klimaschutzziele vollends zu scheitern.

17.03.2026 – Zunächst zu den guten Nachrichten: Nach den Trockenjahren zwischen 2018 und 2023 erholt sich der deutsche Wald und konnte 2025 erstmals wieder mehr CO2 aufnehmen als er ausstößt. Laut den am vergangenen Samstag veröffentlichten Treibhausgasdaten von Umweltbundesamt und Bundesumweltministerium, nahm der Wald 19,3 Millionen Tonnen mehr CO2-Äquivalente auf als er emittierte.

Und: Auch wenn die Emissionen des Energiesektors mit rund 189,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten nur um 0,6 Millionen Tonnen (-0,3 Prozent) niedriger als im Vorjahr waren, zeigen sich Umweltbundesamt und Umweltministerium optimistisch, was den Sektor angeht. Zunächst konnte 2025 wegen eines windarmen ersten Halbjahres weniger Windstrom produziert werden als im Vorjahr und der Ausbau von Wind- und vor allem der Solarenergie schritt im vergangenen Jahr derweil deutlich voran. Mit fast 21 Gigawatt gab es zudem einen Rekord bei der Genehmigung neuer Windkraftanlagen.

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Die nicht so guten Nachrichten

Gesunken sind 2025 auch die Emissionen im Industriesektor um 5,6 Millionen Tonnen (-3,8 Prozent) auf 144,1 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalente – jedoch nicht etwa weil die grüne Transformation des Sektors voranschreiten würde, sondern vor allem aufgrund der schwachen Konjunktur mit geringeren Produktionsmengen in energieintensiven Branchen.

Wie in den vergangenen Jahren erneut eklatant verfehlt, wurden Emissionsminderungen im Gebäude- und Verkehrssektor. Der Verkehrssektor verursachte im Jahr 2025 146,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, ein Plus von 2,1 Millionen Tonnen gegenüber 2024. Die Emissionen im Gebäudebereich lagen 2025 bei 103,4 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente – eine Steigerung um 3,4 Millionen Tonnen.

Insgesamt sanken die Emissionen im vergangenen Jahr nur um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent auf 649 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Vor einem Jahr hatte das Umweltbundesamt noch eine Emissionsreduktion von 20 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente für 2025 projiziert. Damit verlangsamte sich der Trend. 2024 waren es noch 3,4 Prozent weniger gegenüber dem Vorjahr gewesen. Laut Umweltbundesamt bleibe Das Ziel im Klimaschutzgesetz des Bundes, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, weiter erreichbar. Dafür brauche es allerdings zusätzliche Klimaschutzmaßnahmen. Ab 2026 müssten die Emissionen bis 2030 pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente sinken.

Energiepolitische Ankündigungen könnten die Klimaschutzlücke vergrößern

Wie Julia Bläsius, Direktorin Agora Energiewende Deutschland, jedoch anmerkt, fanden die Projektionen des Umweltbundesamtes noch vor den neuesten energiepolitischen Ankündigungen der Bundesregierung statt. „Das erneuerte Gebäudemodernisierungsgesetz, die Aufweichung der Flottengrenzwerte für Pkw auf europäischer Ebene, das derzeit diskutierte „Netzpaket“ und die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) können die laut Projektionsdaten wachsende Klimaschutzlücke nochmal deutlich vergrößern und gehören daher auf den Prüfstand“, so Bläsius.

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Deutschen Umwelthilfe, konstatiert: „Der Gebäudesektor ist und bleibt die größte klimapolitische Baustelle der Bundesregierung. Und statt sie endlich anzupacken, drohen mit der Abschaffung der 65-Prozent-Regel sogar steigende Emissionen.“ Besonders irritierend sei, wie sich die Debatte auf einzelne Heizungen verenge. Instrumente wie Grüngasquote und Biotreppe seien keine Lösung, sondern klimapolitische Augenwischerei. „Damit hält die Bundesregierung fossile Heizungen künstlich am Leben, statt den Umstieg voranzubringen. Was wir brauchen, sind klare Prioritäten: eine Sanierungsoffensive, Bauen im Bestand und erneuerbare Wärme“, so Metz.

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360-Grad-Panorama eines Heizungskellers in einem mehrstöckigen Bürogebäude. Der Raum ist mit hellen Fliesen ausgelegt und von zahlreichen weißen Rohrleitungen an Wänden und Decke durchzogen. Links steht ein roter Heizkessel, daneben ein Schaltschrank. In der Mitte sind Ventile, Druckanzeigen und zwei rote Ausdehnungsgefäße installiert. Rechts verlaufen weitere Leitungen mit Messinstrumenten; eine Treppe führt nach oben. Die Aufnahme zeigt die technische Infrastruktur einer zentralen Heizungsanlage.
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Tempolimit statt Aufweichung der Flottengrenzwerte

Zwar wird über die Aufweichung der Flottengrenzwerte auf europäischer Ebene diskutiert, vorangetrieben wird diese aber vor allem von deutschen Politiker:innen. So sollen, laut Vorschlag der EU-Kommission, bis 2035 nur noch 90 Prozent der Emissionsreduktionen direkt am Auspuff stattfinden, die restlichen 10 Prozent über Kompensationen.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher des ökologischen Verkehrsclubs VCD, sagt: „Die Klimabilanz des Verkehrs gefährdet immer stärker die nationalen und europäischen Klimavorgaben – mit allen Folgen. Hauptgrund: Die Elektrifizierung des Verkehrs kommt viel zu langsam voran. Die Zahl der E-Autos auf deutschen Straßen ist zu gering. Sollten jetzt, wie geplant, die europäischen CO2-Vorgaben abgeschwächt werden, sind die Folgen noch fataler.“ Vielmehr müssten CO2-Grenzwerte bleiben, die Förderung – auch gebrauchter – E-Autos endlich in die Gänge kommen und als Sofortmaßnahme das Tempolimit von 120 auf Autobahnen eingeführt werden. Alleine das würde bis zu 7 Millionen Tonnen CO2 im Jahr einsparen.

Auch dem Erneuerbaren Ausbau droht der Abschwung

Zudem droht der, unter der Ampel-Koalition und ihren Maßnahmen in Schwung gekommene, Erneuerbaren-Ausbau wieder zum Erliegen zu kommen. Entwürfe aus dem Bundeswirtschaftsministerium lassen wenig Gutes erahnen. Im geleakten sogenannten Netzpaket finden sich Vorschläge Anschluss- und Einspeisevorrang Erneuerbarer Energien wieder abzuschaffen. Und ein ebenfalls geleakter Referentenentwurf zur anstehenden EEG-Novelle enthält Pläne für massive Einschnitte für neue kleine Solarstromanlagen.

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Mit Sorge blicken Klimaschützer:innen auch auf die drohenden Ausgleichszahlungen für verfehlte EU-Klimaziele. Die Lücke bei den europäischen Klimazielen wächst im neuen Projektionsbericht auf 255 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten (+31 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente im Vergleich zum Vorjahresbericht). Damit würden sich die Ausgleichszahlungen bis 2030 insgesamt auf schätzungsweise 15 bis 38 Milliarden Euro summieren“, sagt Bläsius von Agora Energiewende.

Mit Spannung erwartet wird das neue Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, das bis spätestens zum 25. März vorliegen muss. Bundesumweltminister Carsten Schneider erklärte am Samstag dazu, man wolle auf die positiven Entwicklungen, hinsichtlich des Erneuerbaren Ausbaus, der Nachfrage nach Wärmepumpen und Elektroautos sowie der Erholung des deutschen Waldes aufbauen und mit dem Klimaschutzprogramm dafür sorgen, dass Deutschland wieder auf Klimakurs komme.

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe sagt: Die Bundesregierung muss ihren Klimarechtsbruch beenden und im Klimaschutzprogramm effektive Klimaschutzmaßnahmen wie ein Tempolimit beschließen, um die Emissionen im Verkehrssektor sofort zu reduzieren und die Klimaziele für 2030 und 2040 zu erreichen.“ Tut sie das nicht, werde man das von der Umwelthilfe erstrittene Klimaurteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Erreichung des Klimaziels im Jahr 2030 gegen sie vollstrecken und zusätzlich eine neue Klimaklage zur Erreichung des Klimaziels 2040 einreichen. mg

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