Klimakrise – TrockenheitNiedrigwasser bedroht die Wirtschaft sowie Flussökosysteme

Grafische Darstellung eines Flusses und der Einflüsse der Klimakrise auf sein Ökosystem: Titel: Lebensraum Wasser: Mensch, unsere Flüsse leiden
(Bildquelle/Grafik: © BUND / Friends of the Earth Germany)

Der BUND warnt davor, Flüsse nur als Wasserstraßen und Verkehrswege zu behandeln. Eine Fahrrinnenvertiefung würde Ökosysteme zusätzlich belasten und den Verlust wichtiger Lebensräume nach sich ziehen. Auch Land- und Forstwirtschaft wären betroffen.

17.08.2026 –Unter dem aktuellen Niedrigwasser leidet nicht nur die Wirtschaft und Logistik, sondern auch der Lebensraum Fluss. Mit sinkenden Wasserständen nimmt der Sauerstoffgehalt ab, das Wasser wird wärmer und die Schadstoffbelastung steigt. Flache Uferbereiche und Kiesbänke, die Laich- und Aufwuchsgebiete von Fischen und anderen Wasserbewohnern trocknen aus. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) warnt deshalb davor, Flüsse nur als Wasserstraßen und Verkehrswege zu behandeln.Dauerhaftes Niedrigwasser entzieht der Landschaft noch mehr Wasser, stresst Grundwasser und beeinflusst die Trinkwassergewinnung. Auch Land- und Forstwirtschaft sind von den Folgen betroffen.

„Das Niedrigwasser schadet nicht nur der Wirtschaft, sondern bedroht auch wertvolle Lebensräume“, mahnt BUND-Vorsitzender Olaf Bandt.Flüsse sind komplexe Ökosysteme, auf die zahlreiche Tier- und Pflanzenarten angewiesen sind. Die Fahrrinnen zu vertiefen wird der Landschaft noch mehr Wasser entziehen – darunter leiden dann auch Landwirt:innen, Waldbesitzer:innen und die Trinkwasserversorgung.“

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Fische und andere Flusslebewesen unter Druck

Niedrigwasser in Flüssen kann Tiere, Pflanzen und ganze Ökosysteme erheblich belasten. Je häufiger und je länger das Niedrigwasser anhält, desto gravierender könnten die Folgen sein mahnt der BUND. Besonders problematisch sei die Kombination aus niedrigem Wasserstand und hohen Temperaturen. In wärmerem, nährstoffreichem Wasser vermehren sich Algen oft schneller. Die entstehenden „Algenblüten“ entziehen dem Wasser Sauerstoff. Durch diese Eutrophierung werden Fische und Kleinlebewesen lebensbedrohlich gefährdet.

Der Lebensraum der Fische schrumpft bei Niedrigwasser ebenso. Trocknen Teilabschnitte sehr stark aus, können Fischwanderwege unterbrochen und Laich- und Rückzugsräume zerstört werden. Die Veränderungen des Lebensraums sind rasant und Tiere und Pflanzenarten haben keine Möglichkeit, sich anzupassen. Gleichzeitig sind die Tiere auf engem Raum zusammengedrängt und werden leichter von Fressfeinden erbeutet.

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Ufer und Auen leiden

Auch die Natur im Uferbereich leidet unter dem Niedrigwasser. Wasserpflanzen können austrocknen oder durch höhere Wassertemperaturen geschädigt werden. Die Wurzeln der Uferpflanzen erreichen absinkendes Wasser nicht mehr und können absterben.

Besonders gefährdet sind die ohnehin seltenen und bedrohten Auen-Lebensräume. Am Rhein könnten durch das Niedrigwasser beispielsweise flache Altarme mit ihrer teilweise noch intakten Vegetation austrocknen. Im ungünstigsten Fall werden sie vom Hauptstrom abgeschnitten und verlieren dann ihre Funktion als Rückzugs- Fortpflanzungs- und Ernährungsgebiete.

Tiere, die an das Wasser gebunden sind, verlieren durch Austrocknung große Teile ihres Lebensraums. Dies betreffe zum Beispiel alle Arten, die im Wasser jagen. Auch Vögel, die im schlammigen Boden nach Nahrung suchen, sind betroffen.

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Sauerstoff- und Schadstoffkonzentration steigt

Je weniger Wasser da ist und je flacher es wird, desto weniger Sauerstoff steht zur Verfügung. Für Fische, Muscheln und andere Wasserlebewesen bedeutet das zusätzlichen Stress; bei starkem Sauerstoffmangel können sie sterben, so der BUND weiter. Zugleich könne die Konzentration von giftigen Schadstoffen im Wasser steigen, weil weniger Wasser zum Verdünnen vorhanden ist. Zusammen mit der höheren Wassertemperatur verschärfe das die Belastung für das gesamte Flussökosystem. Sterben dadurch Insektenlarven, Muscheln oder Fische, fehlt anderen Tieren die Nahrungsgrundlage – etwa Wasservögeln oder größeren Fischen. „Niedrigwasser wird nicht nur zu einem Problem einer einzelnen Art, sondern kann die Stabilität des gesamten Ökosystems und somit auch von uns Menschen beeinträchtigen“, so Olaf Bandt.

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Fahrrinnenvertiefung mit hohen ökologischen Kosten

Eine Vertiefung der Fahrrinnen für die Binnenschifffahrt, wie aktuell diskutiert, würde der Landschaft noch mehr Wasser entziehen, warnt der BUND. Das könne auch zum Problem für Landwirte und Waldbesitzer werden. „Eine Fahrrinnenvertiefung geht mit hohen ökologischen Kosten einher“, sagt Olaf Bandt. „Das Ziel des Ausbaggern ist es, das wenige vorhandene Wasser in schmaleren und tieferen Rinnen zu konzentrieren, damit die schwer beladenen Schiffe nicht auf Grund laufen. Das funktioniert nur, weil damit der umliegenden Landschaft noch mehr Wasser entzogen wird. Darunter werden dann auch Land- und Forstwirtschaft leiden, die ohnehin schon mit der Trockenheit zu kämpfen haben.

Der BUND fordert deshalb Renaturierung, mehr Wasserrückhalt in der Landschaft, eine Anpassung der Schifffahrt an das verfügbare Wasserdargebot und keine weitere Fahrrinnenvertiefung.
Mehr Informationen: 
BUND-Seite: Flüsse und Klimakrise
BUND-Publikation: Warum wir mehr Auenwald brauchen
BUND-Forderungen: Lebendige Flüsse statt Wasserstraßen!

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