Ozeane in der KlimakriseNordische Meeresströmung wird stärker, während AMOC abschwächt

Menschen auf einer Felsenklippe schauen aufs Meer
(Foto: Hans-Joachim Kaiser / zesa on Unsplash License)

Eine stärker werdende Strömung vom Atlantik in das Nordmeer könnte laut einer neuen Studie eine direkte Folge der Abschwächung der Atlantischen Meriodionalen Umwälzströmung (AMOC) sein – das wäre ein fataler Rückkopplungsmechanismus.

27.04.2025 – Während die Atlantische Meriodionalen UmwälzströmungAMOC, ein bedeutendes Strömungssystem im Atlantik, durch die globale Erwärmung bedingt schwächer wurde, blieb ihr nördlicher Zweig, die nordische Meeresströmung (NOC), im vergangenen Jahrhundert stabil. Für die Zukunft prognostizieren Modelle sogar eine leichte Verstärkung dieser Strömung, die Wasser an Island vorbei in das Nordmeer transportiert, bevor es als Tiefenwasser über die Unterwasserrücken zwischen Grönland, Island und Schottland in den Atlantik zurückkehrt.

Eine neue Modellstudie von Forschenden vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) und der Universität Bergen haben nun jedoch herausgefunden, dass eine stärker werdende Strömung vom Atlantik in das Nordmeer (NOC) eine direkte Folge der Abschwächung der Atlantischen Meriodionalen Umwälzströmung (AMOC) sein könnte, und keine davon unabhängige Entwicklung. Sie könnten einen Rückkopplungsmechanismus identifizieren, der diese Verstärkung der NOC auslösen kann.

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„Die Stabilität der NOC und ihre prognostizierte Zunahme wurden von manchen als Argument gegen eine Abschwächung der AMOC interpretiert. Unsere Ergebnisse zeigen jedoch das Gegenteil. Das Stärkerwerden der NOC ist eine physikalische Folge der Abschwächung der AMOC“, sagt Mitautor Stefan Rahmstorf vom PIK.

„Unsere Modellergebnisse deuten darauf hin, dass ein durch die Dichte-Unterschiede gesteuerter Mechanismus diese gegensätzlichen Trends verbindet. Eine geschwächte AMOC führt zu verringertem Salztransport in den subpolaren Nordatlantik, wo wiederum die Wasserdichte sinkt und die NOC gestärkt wird, da sich der Dichtekontrast zu den weiter nördlich gelegenen Gewässern vergrößert“, erklärt Hauptautorin Sasha Roewer, die zum Zeitpunkt der Studie am PIK forschte und nun am Max-Planck-Institut für Meteorologie tätig ist.

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Mithilfe detaillierter Klimamodelldaten und eines vereinfachten Modells des Atlantiks und des Nordmeers untersuchten die Forschenden, wie Veränderungen der Wasserdichte AMOC und NOC miteinander verbinden.

Den Modellsimulationen zufolge könnte sich die NOC infolge der Abschwächung der AMOC weiter verstärken. Allerdings nur so lange, bis die Tiefenkonvektion im Nordmeer zum Erliegen kommt – eine Veränderung, die dann den Zusammenbruch beider Strömungen auslösen könnte. „Eine Verstärkung der NOC ist kein Zeichen für eine stabile AMOC, sondern vielmehr ein Symptom ihrer Abschwächung und vielleicht sogar ein Vorbote ihres Versiegens, mit tiefgreifenden Auswirkungen auf das globale Klima“, fasst Stefan Rahmstorf zusammen.

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