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FossileÖl- und Gaskonzerne verdoppeln Gewinne im Schatten der Klimakrise

Mann zeigt auf Ölförderinstrument
Fossile Konzerne machen Milliardengewinne, während Europa die Folgen der Klimakrise immer deutlicher zu spüren bekommt (Getty Images / Unsplash+ Lizenz).

Die sechs größten Öl- und Gasunternehmen haben ihre Gewinne im zweiten Quartal 2026 fast verdoppelt. Oxfam fordert eine gerechte Besteuerung, um die Anpassung an die Folgen der Klimakrise zu finanzieren.

30.07.2026 – Hitzewellen rollen über Europa, in Spanien und Frankreich wüten die größten Waldbrände in jüngerer Geschichte, die Gefahr für Menschen steigen ebenso wie die wirtschaftlichen Schäden. Die Klimakrise hat Europa fest im Griff: Der europäische Kontinent erwärmt sich fast doppelt so schnell wie der Rest der Welt. Die Durchschnittstemperatur der EU liegt bereits um 2,4 Grad höher als zu vorindustriellen Zeiten.

Das Verbrennen fossiler Energieträger ist für rund drei Viertel der globalen CO2-Emissionen verantwortlich. Die größten Öl- und Gaskonzerne tragen deshalb eine besondere Verantwortung für die Klimakrise. Die historischen Emissionen von BP, Chevron, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies allein haben laut einer Oxfam-Analyse ausgereicht, um jede vierte Hitzewelle zwischen 2000 und 2023 zu verursachen. Allein im vergangenen Jahr waren die großen Ölkonzerne für Umweltschäden in Höhe von schätzungsweise 60 Milliarden US-Dollar verantwortlich.

Vor diesem Hintergrund planen die sechs größten Fossilunternehmen – BP, Chevron, Eni, ExxonMobil, Shell und TotalEnergies – ihre Produktion weiter zu steigern. Bis 2030 sollen zusätzliche 2,5 Millionen Barrel Öl pro Tag gefördert werden – ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zu 2024.

Fossile Konzerne profitieren von der Abhängigkeit der Menschen

Angetrieben durch geopolitische Konflikte wie dem Iran-Krieg und den damit verbundenen Preissprüngen konnten sie ihre Netto-Quartalsgewinne im zweiten Quartal 2026 von 23 Milliarden im ersten Quartal 2026 auf 45 Milliarden fast verdoppeln. Für das Jahr 2026 werden Gesamtgewinne für die sechs Öl- und Gasunternehmen von 147 Milliarden US-Dollar prognostiziert.

„Fossile Konzerne machen Milliardenprofite während Menschen weltweit den Preis dafür zahlen: Explodierende Energiepreise und steigende Lebenshaltungskosten belasten viele Haushalte und extreme Wetterereignisse wie die letzten Hitzewellen fordern Tausende Tote”, sagt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam. Die NGO fordert, fossile Energiekonzerne stärker zu besteuern, um die notwendige Klimatransformation sowohl in Europa als auch im Globalen Süden zu finanzieren.

Steuer für Fossile gefordert

Nachdem mit dem Iran-Krieg eine weitere fossile Energiekrise heranrollte, haben Deutschland, Italien, Spanien, Portugal und Österreich die EU-Kommission im April aufgefordert, eine europaweite Steuer auf Übergewinne zu prüfen. Eine Steuer auf Rendite von mehr als drei Prozent im fossilen Sektor könnte bei 585 fossilen Konzernen weltweit bis zu 400 Milliarden US-Dollar einbringen, schätzt Oxfam. Die EU lehnt eine Übergewinnsteuer derzeit ab.

Eine weitere Möglichkeit wäre eine internationale Steuer auf fossile Gewinne. Aktivistinnen und Aktivisten der Klimaorganisation 350.org protestierten vergangene Woche vor dem Geschäftssitz von TotalEnergies im Pariser Geschäftsviertel La Défense bereits für eine stärkere Besteuerung der Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft.

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Bei der Anfang August anstehenden fünften Verhandlungsrunde über das UN-Rahmenübereinkommen für internationale steuerliche Zusammenarbeit wird dies auch Thema sein. Bisher hat sich die EU in dem Gremium allerdings nicht für eine internationale Besteuerung fossiler Konzerne ausgesprochen.

Die multinationale UN-Initiative soll bis Mitte 2027 das erste globale Steuerabkommen mit UN-Mandat erarbeiten. Die Idee ist, Gewinne dort zu besteuern, wo sie entstehen, und Umweltschäden, wo sie verursacht werden. Umwelt- und Klimaschutzkosten könnten so gerechter besteuert, nachhaltige Entwicklung gefördert, Mittel für den Klimaschutz mobilisiert und Steuerflucht eingedämmt werden. jb

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