Hitzesommer 2026: Rekordtemperaturen in den Weltmeeren

Im Juli 2026 erreichten die Weltmeere eine neue Höchsttemperatur. Die Erwärmung gefährdet marine Ökosysteme, lässt den Meeresspiegel steigen und schwächt die wichtige Klimapuffer-Funktion der Ozeane.
13.08.2026 – Im Juli 2026 hat die Temperatur der Weltmeere ein neues Rekordniveau erreicht. Die durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur (SST) lag laut dem EU-Klimadienst Copernicus in den eisfreien Regionen bei 20,96 °C. Damit wurde der bisherige Höchstwert vom Juli 2023 von 20,89 °C übertroffen.
Auch im Vormonat Juni wurde mit 20,86 Grad bereits ein neuer Rekord der Meerestemperatur für diesen Monat gemessen. Gleichzeitig lag die globalen Temperaturen an Land 1,47 °C über dem vorindustriellen Durchschnitt. Weltweit war der Juli 2026 damit gemeinsam mit 2024 der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn.
Die Rolle von El Niño für die Meerestemperatur
Ein wesentlicher Treiber der Erwärmung ist die Entwicklung des El-Niño-Phänomens im Pazifik, dessen Einfluss in den kommenden Monaten noch weiter zunehmen dürfte. Als El Niño wird eine unregelmäßig auftretende, natürliche Veränderung der Meeresströmungen im äquatorialen Pazifik bezeichnet, die normalerweise zu höheren globalen Temperaturen ab dem Jahr nach seiner Entstehung führt.
El Niño tritt nicht zyklisch, aber im Durchschnitt etwa alle vier Jahre auf. Das Wetterphänomen führt meist zu Überschwemmungen in Teilen Afrikas und Südamerikas sowie Dürren und Waldbränden in Südostasien und Ostaustralien. Das letzte Mal trat El Niño 2024 auf.
Ein System am Limit
Die Meere bedecken 71 Prozent der Erdoberfläche, speichern etwa 93 Prozent der Sonnenwärme und nehmen große Mengen CO2 auf. Algen und Mikroorganismen produzieren rund 70 Prozent des Sauerstoffs in der Atmosphäre. Außerdem nehmen sie mehr als 90 Prozent der durch Treibhausgase gebundenen überschüssigen Energie auf.
Doch der Ozean kann nicht unbegrenzt als Puffer für den Klimawandel dienen. Wenn CO2 im Wasser gelöst wird, entsteht Kohlensäure. Der pH-Wert sinkt, was Lebewesen wie Korallen, Muscheln und Krebse schädigt. So wurden etwa seit 1870 bereits rund die Hälfte aller lebenden Korallenriffe zerstört. Wärmeres Wasser nimmt zudem weniger Sauerstoff auf. Schlechter durchmischte Schichten und Zersetzungsprozesse lassen sauerstoffarme Gebiete wachsen, was Fischbestände verringert.
Durch die thermische Ausdehnung des erwärmten Meerwassers steigt zudem der Meeresspiegel. Etwa ein Drittel des bisherigen Anstiegs ist darauf zurückzuführen. Der globale Meeresspiegel ist seit Beginn der Industrialisierung um etwa 20 Zentimeter angestiegen, wobei sich das Tempo in den letzten Jahrzehnten stark beschleunigt hat. Vor 2015 stieg der Meeresspiegel noch jährlich um etwa 2 Millimeter an. In den folgenden sieben Jahren bis 2023 hat sich der Anstieg mit 4,3 Millimeter jährlich mehr als verdoppelt. Das Abschmelzen von Eisschilden trägt ebenfalls zum Anstieg bei und könnte künftig Strömungen verändern und das globale Wetter beeinflussen. Die Ozeane büßen ihre essenzielle Fähigkeit, das globale Klima zu regulieren, zunehmend ein. jb
























































