Urbane Klimawende der C40: Städte weltweit fordern schnelleren Umstieg auf Erneuerbare Energien

Das internationale C40-Städte-Netzwerk hebt Erneuerbare Energien als den effektivsten Weg hervor, um eine bezahlbare und zuverlässige Energieversorgung zu sichern. Ziel ist es, den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2030 zu halbieren.
29.04.2026 – In Kolumbien endet heute die erste globale Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien. Die Konferenz stellt eines der vielversprechendsten Ergebnisse der COP30 dar und signalisiert einen konkreten Übergang von globalen Zusagen zur lokalen Umsetzung. Anfang dieses Monats nahmen über 25 Städte weltweit gemeinsam mit den Regierungen Kolumbiens und der Niederlande an einem virtuellen Dialog teil, der von C40 und ICLEI gemeinsam organisiert wurde, um sicherzustellen, dass die Konferenz eine wirklich globale subnationale Perspektive widerspiegelt und die Umsetzung auf lokaler Ebene sichtbar macht.
Die C40 Cities Climate Leadership Group ist ein globales Netzwerk aus fast 100 führenden Großstädten – darunter auch Berlin, London, Athen, Nairobi, Quito oder New York – die sich freiwillig verpflichtet haben, den Klimawandel durch ehrgeizige Maßnahmen zu bekämpfen. Die Städte, in denen insgesamt über 700 Millionen Menschen leben, zielen laut eigenen Aussagen darauf ab, Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren, grüne Arbeitsplätze zu schaffen und den Einsatz fossiler Brennstoffe bis 2030 zu halbieren.
Mit Sicherheit erneuerbar
Als sich die Stadtvertreter und nationale Regierungen in dieser Woche zur ersten Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen trafen, die gemeinsam von Kolumbien und den Niederlanden ausgerichtet wurde, war die Botschaft klar: Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist der effektivste Weg, um Energiesicherheit zu gewährleisten.
Die aktuelle globale Volatilität hat gezeigt, dass die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen eine direkte Bedrohung für Haushaltsbudgets, nationale Finanzstabilität und die globale Sicherheit darstellt, so das Städte-Bündnis: „Durch die Abkehr von Preisschocks und Lieferunterbrechungen, die mit fossilen Brennstoffen verbunden sind, können wir das liefern, was Gemeinschaften wirklich brauchen: Energie, die bezahlbar, zuverlässig und widerstandsfähig gegenüber globalen Krisen ist.“
Städte reagieren sensibel auf die Energiekrise
Da die Energiepreise weiterhin mit den globalen Märkten für fossile Brennstoffe schwanken, zeigten Städte, dass Erneuerbare Energien eine stabilere und kostengünstigere Alternative darstellen. Jeder Anstieg der Öl- und Gaspreise wirke sich unmittelbar auf Haushalte, Unternehmen und öffentliche Haushalte aus und verdeutliche die Risiken einer fortgesetzten Abhängigkeit von volatilen globalen Märkten, heißt es in der gemeinsamen Erklärung des grünen Städte-Netzwerkes.
Erneuerbarer Strom sei inzwischen deutlich günstiger als Strom aus fossilen Quellen: Neue Solar- und Windenergieanlagen kosten mindestens 50 Prozent weniger als neue fossile Energieerzeugung. Gleichzeitig verfügten 92 Prozent der Länder über ein Potenzial an Erneuerbaren Energien, das mehr als das Zehnfache ihres derzeitigen Energiebedarfs übersteige.
Städte stehen im Zentrum des Wandels
Urbane Räume sind für 75 Prozent der energiebedingten globalen Emissionen verantwortlich, wodurch lokales Handeln entscheidend für den globalen Fortschritt sei, betonen die Stadtvertreter. Gleichzeitig wären Städte die Orte, an denen die Auswirkungen der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen am deutlichsten sichtbar werden – von steigenden Lebenshaltungskosten bis hin zu zunehmender Luftverschmutzung und klimabedingten Störungen. In den C40-Städten seien die Pro-Kopf-Emissionen bereits unter das Niveau vor der Pandemie gesunken – ein Rückgang über vier aufeinanderfolgende Jahre hinweg, der zeige, dass nachhaltiger Fortschritt möglich ist.
Städte auf dem Weg – beste Maßnahmen finden
Lokale Regierungen setzen bereits Lösungen im großen Maßstab um, berichten die C40. Von der größten Umweltzone der Welt in London bis hin zu Melbournes gemeinsamer Beschaffung Erneuerbarer Energien, die mittlerweile 100 Prozent der kommunalen Aktivitäten versorgt, beschleunigten Städte die Transformation und senkten dabei gleichzeitig Kosten.
In Curitiba (Brasilien) bspw. senke die öffentliche Beschaffung von Solarenergie die Energiekosten öffentlicher Gebäude um 30 Prozent und schaffe gleichzeitig hochwertige grüne Arbeitsplätze.
In Johannesburg wurden durch eine grüne Anleihe im Wert von 140 Millionen US-Dollar Projekte für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz finanziert.
Warschau unterstütze einkommensschwache Haushalte beim Umstieg auf saubere Heizsysteme und reduziere so Energiearmut und Luftverschmutzung, berichten die C40.
In Kolumbien habe Bogotá die erste ausgewiesene Niedrigemissionszone (ZUMA) in einem der am stärksten belasteten und benachteiligten Stadtteile eingerichtet und verbessere damit die Luftqualität und die öffentliche Gesundheit für fast 40.000 Menschen.
Grüne Arbeitswelt stärken
Ein entscheidender Faktor sei die Arbeitswelt. Die Städte reagieren auf Qualifikationslücken durch gezielte Aus- und Weiterbildungsprogramme. Laut C40-Analysen in 25 Städten könnten bis 2040 bis zu 6 Millionen zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden.
Diese Maßnahmen sind Teil eines gemeinsamen Engagements der C40-Bürgermeister:innen, den Einsatz fossiler Brennstoffe in Städten bis 2030 zu halbieren – und tragen wesentlich zum globalen Vorhaben bei, die Kapazität Erneuerbarer Energien bis zum Ende des Jahrzehnts zu verdreifachen, wie es von fast 200 Ländern auf der COP28 vereinbart wurde.
Vorteil für Mensch und Wirtschaft
Die Vorteile liegen klar auf den Hand, so das Bündnis: Der Übergang könnte bis 2050 mehr als 776.000 vorzeitige Todesfälle verhindern und wirtschaftliche Verluste im Gesundheitsbereich in Billionenhöhe vermeiden. Gleichzeitig entstünden neue wirtschaftliche Chancen: Bereits heute gebe es es über 21 Millionen grüne Arbeitsplätze in C40-Städten, und bis 2040 könnten vier von zehn Arbeitsplätzen im „grünen“ Sektor liegen.
Die Zeit drängt
Allerdings hänge das Tempo und Ausmaß des Wandels von stärkerer Zusammenarbeit ab. Nationale Regierungen müssten städtische Maßnahmen in ihre Klima- und Energiepläne integrieren, Investitionen erhöhen und den Zugang zu Finanzierung erleichtern, fordert das Städte-Netzwerk. Ein gerechter und inklusiver Übergang müsste dabei im Mittelpunkt stehen, um sicherzustellen, dass die Vorteile breit verteilt werden.
„Kolumbien hat klar gemacht: Der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen ist nicht nur notwendig, sondern eine Chance, eine gerechtere und widerstandsfähigere Zukunft aufzubauen“, sagt Irene Vélez Torres, Umweltministerin Kolumbiens: „Doch diese Transformation kann nicht allein von nationalen Regierungen erreicht werden. Städte und Regionen sind ein zentraler Bestandteil dieses Prozesses. Hier leben die Menschen, hier werden Ungleichheiten am stärksten spürbar, und hier sind die Auswirkungen des Klimawandels bereits täglich zu sehen.“
Und Caterina Sarfatti, C40 Managing Director Inclusion and Global Leadership, ergänzt: „In einer Zeit steigender Energiekosten, Versorgungsunsicherheiten und zunehmender Klimafolgen macht uns die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen anfällig für Instabilität und Risiken. Niedrigere Energiekosten, sauberere Luft und widerstandsfähigere Gemeinschaften zeigen: Dieser Wandel verbessert das Leben schon heute und sichert unsere Zukunft.“ Das Engagement der Bürgermeisterinnen und Bürgermeister wäre dabei mitentscheidend. „Das ist eine Chance, gesündere, bezahlbare und sichere Gemeinschaften aufzubauen.“ Die C40 Städte wären bereit, hier voranzugehen, meint Sarfatti. na




















































