Afrikas EnergiewendeWarnsignal vom Africa Climate Summit

Blick auf eine Stadt (Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba) bei Nacht mit bunten Lichtern
In Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba wird auf dem Africa Climate Summit über Afrikas Energiewende und Klimagerechtigkeit diskutiert. (Foto: Gift Habeshaw on Unsplash)

Mit Blick auf die UN-Weltklimakonferenz COP 30 im November in Brasilien wird in Addis Abeba über Afrikas Energiezukunft diskutiert. Misereor und Germanwatch kritisieren neue Öl- und Gasprojekte und mahnen eine gerechte Klimafinanzierung an.

08.09.2025 – Anlässlich des zweiten Africa Climate Summit vom 8. bis 10. September in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba schlagen afrikanische Partnerorganisationen von Germanwatch und Misereor Alarm: Sie drängen auf einen schnellen Ausstieg aus fossilen Energien und fordern mehr Verantwortung des Globalen Nordens bei der Finanzierung der Energiewende. Nur so könne die Zukunft des afrikanischen Kontinents nachhaltig und gerecht gestaltet werden.

„Öl- und Gaskonzerne hinterlassen in vielen afrikanischen Ländern eine Spur der Zerstörung“, sagt Justin Mutabesha, Misereor-Partner und Klimaaktivist aus der Demokratischen Republik Kongo. Angesichts der Pläne, 52 neue Ölvorkommen allein in der DR Kongo zur Förderung freizugeben, warnt er: „Das ist eine katastrophale Entscheidung, die den zweitgrößten Regenwald der Erde bedroht und irreparable Schäden anrichtet.“ Der Regenwald ist Gefahr.

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Die Abhängigkeit von internationalen Konzernen treibt nach Ansicht von Mutabeshas Organisation Brigade Verte DRC die Ausbeutung voran und halte die Bevölkerung in Armut. Samira Ally von Power Shift Africa unterstreicht, der universelle Zugang zu sauberer Energie müsse oberste Priorität haben. „Denn nur wenn alle Menschen Zugang zu Erneuerbarer Energie erhalten, kann die Energiewende nachhaltig und inklusiv gelingen“, betont Ally.

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COP 30 im Blick

Afrikanische Staaten und Partnerorganisationen nutzen den Africa Climate Summit, um entscheidende Weichen für die kommende UN-Weltklimakonferenz (COP 30) im November in Belém/ Brasilien, zu stellen – insbesondere für die Förderung Erneuerbarer Energien in Afrika. Gleichzeitig warnen zivilgesellschaftliche Akteure vor dem wachsenden Einfluss von Lobbygruppen der Öl- und Gasindustrie: „Es droht erneut der Versuch, afrikanische Staaten zu neuen Öl-, Gas- und Kohleprojekten zu bewegen. Das untergräbt nicht nur globale Klimaziele, sondern läuft auch den Interessen der afrikanischen Bevölkerung zuwider“, kritisiert die Misereor-Klimaexpertin Madeleine Alisa Wörner.

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Finanzierungszusagen aus Europa

Die Ergebnisse des Africa Climate Summit haben Signalwirkung – sowohl für viele afrikanische Länder als auch für die internationale Klimapolitik. Deutsche und europäische Finanzierungszusagen spielen dabei eine entscheidende Rolle: „Angesichts der aktuellen Haushaltsdebatten mit drohenden weiteren Kürzungen im Entwicklungsbudget ist es besonders wichtig, dass Deutschland seine finanzielle Unterstützung für Erneuerbare Energien in Afrika nicht nur aufrechterhält, sondern gezielt ausweitet. Jeder Euro für den Klimaschutz dort verhindert ein Mehrfaches an Schäden hier wie dort. Es gilt, klimaschädliche Investitionen zu vermeiden“, betont Kerstin Opfer, Expertin für Energiepolitik in Afrika bei Germanwatch.

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Policy Brief zu Afrikas Energietransformation: https://www.germanwatch.org/en/93250
Blog-Beitrag zu Afrikas Energiewende: https://www.germanwatch.org/de/blog/weichen-stellen-fuer-afrikas-energiewende

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