AnalyseWarum die Landnutzungs-Emissionen sinken

Satellitenaufnahme von Nordafrika mit der Sahara, dem Mittelmeer und dem Roten Meer. Die großflächig hellen Wüstengebiete gehen im Süden in die grüneren Regionen der Sahelzone über; im Nordosten ist das grüne Niltal deutlich zu erkennen.
Die Sahara in Afrika dehnt sich weiter nach Süden aus. Dagegen wird aktiv mit dem Projekt Great Green Wall angekämpft (Bild: NASA, Wikimedia, Public Domain)

In vielen Bereichen steigen die weltweiten Emissionen weiter an, nicht so die Landnutzungs-Emissionen. Hier lässt sich ein kontinuierlicher Rückgang beobachten. Warum das so ist, hat Carbon Brief analysiert.

20.08.2026 – Es ist das ambitionierteste Projekt zur Wiederherstellung ökologischer Vielfalt weltweit: Die „Great Green Wall“ in Afrika. Sie soll helfen, den Vormarsch der Wüste in der Sahel-Zone aufzuhalten. Degradierte Flächen sollen u.a. wiederbegrünt werden, Agroforst, Wasserrückhaltsysteme, nachhaltige Weidewirtschaft und Erneuerbare Energien sind weitere Puzzleteile des Projekts. Ziel ist es, bis 2030 rund 100 Millionen Hektar degradierte Flächen wiederherzustellen.

Das Ziel wird wohl verfehlt. Aktuell sind verschiedenen Berichten zufolge nur rund 20 Millionen Hektar wiederhergestellt. Trotzdem zeigt das Projekt einmal mehr, dass weltweit ein Umdenken stattfindet, weg von Zerstörung von Land. Von Lateinamerika bis Südostasien haben sich Länder zu Initiativen zusammengeschlossen, natürliche Lebensräume zu schützen und wiederherzustellen.

Das zeigt sich auch in den sogenannten Landnutzungs-Emissionen, die seit Jahren kontinuierlich zurückgehen – im Gegensatz zu den Emissionen aus den fossilen Energieträgern Kohle, Öl und Gas, die (noch) weiter steigen, wie die Autor:innen des Global Carbon Projects ermittelt haben. Auch die Fähigkeit natürlicher Senken wie Wälder und Ozeane, Emissionen aufzunehmen, sinkt.

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Die Autor:innen des Global Carbon Projects  haben aber auch ermittelt, dass insbesondere die Entwaldung zurückgeht, eine Form der Landnutzung, aus der Emissionen entstehen. Weitere sind: Walddegradation (Verlust von ökologischer Qualität des Waldes), Torfmoorverluste, Torfbrände (von Menschen verursacht), Holzeinschlag sowie Umwandlung von Wald in Landwirtschaft, Siedlungen oder Bergbauflächen. Waldbrände dagegen zählen nicht per se zu den Landnutzungs-Emissionen. Oftmals sind die Feuer zwar vom Menschen verursacht und werden durch Hitze, Trockenheit und Winde angetrieben, hinter ihnen stehen jedoch meist keine konkreten Landnutzungsabsichten.

Das Fachmedium Carbon Brief hat genauer untersucht, warum die Landnutzungs-Emissionen so stark sinken. Konkret lagen die Landnutzungs-Emissionen laut dem Global Carbon Project im Zeitraum 2015–2024 bei durchschnittlich rund 5,0 Gigatonnen CO₂ pro Jahr. Das ist 23 Prozent weniger als im Zeitraum 1995–2004 und 19 Prozent weniger als 2005 bis 2014. Für 2025 schätzte das Global Carbon Project rund 4,1 Gigatonnen CO₂ aus Landnutzungsänderungen, während fossile Brennstoffe und Zement im selben Jahr mit 38,1 Gigatonnen CO₂ einen neuen Höchststand erreichten.

Wichtigster Faktor, die permanente Entwaldung geht zurück. Insbesondere in Brasilien trugen mehrere Initiativen in den letzten Jahrzehnten und auch wieder in jüngerer Zeit dazu bei, dass die Entwaldung für landwirtschaftliche Flächen insbesondere im Amazonas-Gebiet stark zurückging. Trotzdem ist die Entwaldung für Holz- und Landwirtschaft weiterhin ein Problem in Brasilien und könnte durch das Mercosur-Abkommen weiter befeuert werden.

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Auch in Indonesien – das neben Brasilien und der DR Kongo weiterhin zu den größten Landnutzungs-Emittenten gehört – ist die Entwaldung ein wichtiges Thema. Auch hier sind Rückgänge zu beobachten. Noch wichtiger für geringere Landnutzungs-Emissionen sind weniger Brände von Tormooren seit 2015. Indonesische Tormoore speichern laut einer Nature Communications-Studie etwa 55 Prozent des tropischen Torf-Kohlenstoffs weltweit. Brennen diese, werden gewaltige Mengen CO₂-, Methan- und Lachgasemissionen freigesetzt.

Bis 2015 hatte es extrem viele Torfbrände gegeben, die auf folgende Landnutzungen zurückzuführen waren. In der Folge wurde eine stärkere Überwachung und Feuerprävention implementiert. Auch wurden Regeln zur Torfmoorbewirtschaftung verschärft und Wiedervernässungen der Flächen vorgeschrieben. Zudem wurden laut indonesischen Behördenangaben von 2016 bis 2024 1,6 Millionen Hektar Torfmoore restauriert und rund 84.000 Hektar Mangroven rehabilitiert.

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Ganz anders sieht es laut Carbon Brief Analyse dagegen in der Demokratischen Republik Kongo aus. Das Land gehört weiterhin zu den am stärksten betroffenen Ländern von Primärwaldverlusten. Insbesondere der Bevölkerungswachstum, Korruption und wenig Kontrolle sorgen dort weiterhin für hohe Entwaldungsraten.

Interessant auch: China ist heute einer der wichtigsten Staaten, wenn es um natürliche Senken geht, die aus Aufforstungsprogrammen entstanden. Seit den 1980er Jahren hat China in großem Maße wieder aufgeforstet und damit vorherige Landnutzungs-Emissionen stark gemindert. chinesischen Regierungsangaben hat sich Chinas Waldfläche seit den späten 1970er Jahren ungefähr verdoppelt: von rund 115 Millionen Hektar in der Inventur 1977–1981 auf rund 241 Millionen Hektar 2025.

China gehört, zusammen mit den USA und der Europäischen Union, zu den Regionen mit den höchsten Netto-CO₂-Entnahmen aus Aufforstung, Wiederaufforstung und Waldwachstum. Zusammen kamen diese drei Regionen zwischen 2015 und 2024 auf rund 1,1 Gigatonnen CO₂ pro Jahr, an Netto-Entnahmen aus Aufforstung. mg

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