Foto: ©Thomas Imo Photothek/BDEW

Meinung 17.08.2026

Wasserversorgung resilient gegen Klimafolgen aufstellen

Die derzeitige Hitze und Trockenheit sowie niedrige Wasserstände rücken die Folgen des Klimawandels für die Wasserwirtschaft in Deutschland erneut in den Fokus. Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, kommentiert die Lage und benennt Maßnahmen zur Anpassung der Wasserinfrastruktur.

Martin Weyand, Mitglied der Hauptgeschäftsführung BDEW und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser BDEW


Meinung 17.08.2026

Wasserversorgung resilient gegen Klimafolgen aufstellen

Die derzeitige Hitze und Trockenheit sowie niedrige Wasserstände rücken die Folgen des Klimawandels für die Wasserwirtschaft in Deutschland erneut in den Fokus. Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, kommentiert die Lage und benennt Maßnahmen zur Anpassung der Wasserinfrastruktur.

Foto: ©Thomas Imo Photothek/BDEW

Martin Weyand, Mitglied der Hauptgeschäftsführung BDEW und Hauptgeschäftsführer Wasser und Abwasser BDEW



17.08.2026 – Längere Trockenperioden und eine hohe Verdunstung können die verfügbaren Wasserressourcen regional zusätzlich belasten. Gleichzeitig erhöhen häufigere Wetterextreme die Anforderungen an eine klimaresiliente Wasserinfrastruktur. Mit Blick auf den Klimawandel, weiter sinkende Grundwasserstände und eine hohe Verdunstung ist es wichtig, frühzeitig Vorsorge zu treffen, damit regionale Knappheiten und Niedrigwasserstände möglichst vermieden oder ausgeglichen werden können.

Der BDEW setzt sich hierfür unter anderem für angepasste Nutzungsrechte, stärkere regionale Verbundlösungen und den Ausbau von Verbundleitungen ein. Zentral ist aus unserer Sicht außerdem, dass die öffentliche Wasserversorgung, d.h. die allgemeine Versorgung mit Trinkwasser und Brauchwasser, im Konfliktfall Vorrang hat und dass dieser Vorrang auch im Vollzug durch die zuständigen Wasserbehörden konsequent berücksichtigt wird.

Im Hinblick auf eine Tieferlegung von Fahrrinnen in Flüssen besteht die Gefahr, dass diese einen noch schnelleren Wasserabfluss bewirken, anstatt das Wasser in der Fläche zu halten. Pflanzen, die wir zur Kühlung und Wasserhaltung brauchen, könnte das Wasser entzogen und Einsickern von Wasser ins Ufer erschwert werden. Damit wird gleichzeitig die Grundwasserneubildung durch Uferfiltrat vermindert.

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Da eine Zunahme von Extremwetterereignissen trotz aller Klimaschutzbemühungen nicht mehr aufzuhalten sein wird, müssen wir uns deutlich systematischer und zugleich zielgerichteter als bisher an die lokalen Auswirkungen des Klimawandels anpassen. Dazu braucht es mehr Versickerungsflächen, damit Regenwasser dezentral in den Boden sickern oder durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Gleichzeitig müssen wir die weitere Versiegelung von Flächen begrenzen. Denn wenn durch neue Wohn- und Gewerbegebiete Versickerungsflächen verloren gehen, verschärft das auch die Folgen von Starkregen. Deshalb muss das Regenwassermanagement durch Schwammstadtkonzepte gestärkt werden.

All das erfordert erhebliche Investitionen in den Aus- und Umbau der Wasserinfrastruktur. Neben einer gesicherten Finanzierung brauchen wir dafür eine deutliche Vereinfachung und Verkürzung der behördlichen Genehmigungsverfahren.

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Die Wasserwirtschaft steht vor großen Investitions- und Anpassungsaufgaben. Was diese zunehmend ausbremst, sind komplexe und langwierige Genehmigungsverfahren. Deshalb haben wir 36 konkrete Vorschläge vorgelegt, mit denen Bürokratie abgebaut, Genehmigungen beschleunigt und vorhandene Handlungsspielräume besser genutzt werden können. Unternehmen, Behörden und Gerichte brauchen wieder mehr Luft zum Atmen, damit dringend notwendige Infrastrukturprojekte verlässlich und zügig umgesetzt werden können.“

Weitere Informationen zu einer klimaresilienten Wasserversorgung finden Sie hier

Zudem hat der BDEW-Vorschläge zu Bürokratieabbau und Beschleunigung von Wasserrechtsverfahren und Infrastrukturprojekten der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung veröffentlicht.

 

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