Climate Risk Index 2026: Wetterextreme nehmen weltweit zu

Hitzewellen, Stürme, Fluten - Extremwetter richten weltweit immer mehr Schaden an. Der Klima-Risiko-Index von Germanwatch dokumentiert sie. Am stärksten betroffen sind Länder des Globalen Südens, doch auch Deutschland ist unter den ersten 30.
13.11.2025 – Länder des globalen Südens sind am stärksten von Wetterextremen betroffen, zeigt der Climate Risk Index 2026, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch auf der Weltklimakonferenz (COP 30) vorgestellt hat. Das zweite Update des Indexes in diesem Jahr enthält nun auch Daten für 2023 und 2024 sowie einen Überblick über 1995 bis 2024.
Länder des Globalen Südens stark betroffen
In den vergangenen 30 Jahren forderten 9700 Extremwetterereignisse weltweit über 830.000 Todesopfer und verursachten 4,5 Billionen US-Dollar Schäden. Länder des globalen Südens sind am stärksten betroffen, wobei Dominica, Myanmar und Honduras die Negativ-Rangliste anführen. Auch die Milliardenstaaten Indien (Rang 9) und China (Rang 11) liegen weit vorn. Mit Frankreich (Rang 12), Italien (Rang 16), die USA (Rang 18) und auch Deutschland (Rang 29) sind zudem einige europäische Länder unter den am stärksten von Extremwetter betroffenen Länder.
Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen und Dürren hatten den verheerendsten Effekt. Zwischen 1995 und 2024 verursachten Hitzewellen und Stürme mit jeweils einem Drittel aller Fälle die meisten Tode. Letztere verursachten mit 2,64 Billionen US-Dollar bzw. 58 Prozent auch die größten wirtschaftlichen Schäden. Mit 48 Prozent betrafen derweil Überschwemmungen die meisten Menschen.
Weit oben auf der Liste stehen einerseits Staaten, die von einzelnen Wetterkatastrophen betroffen waren – wie Dominica, Myanmar, Honduras und Libyen -, und andererseits Staaten, in denen Extremwetter fast zum Alltag werden – wie Haiti, die Philippinen, Nicaragua und Indien. Sowohl Intensität als auch Häufigkeit von Extremwettern werden durch den Klimawandel erhöht.
„Länder wie Haiti, die Philippinen oder Indien – allesamt unter den ersten Zehn – stehen vor besonderen Herausforderungen. Sie werden teilweise in so kurzen Abständen von Überflutungen, Hitzewellen oder Stürmen heimgesucht, dass sich ganze Regionen kaum noch von den Katastrophen erholen können“, erklärt Vera Künzel, Co-Autorin des Index. „Wenn die COP über mehr Gelder zur Bewältigung von Verlusten und Schäden verhandelt, dann stehen solche Länder im Fokus. Sie werden ohne mehr und langfristige Hilfe – auch für bessere Anpassung an die Klimakrise – vor unlösbare Probleme gestellt.“
Hitze forderte die meisten Opfer in Deutschland
Auch Deutschland ist unter den 30 am meisten betroffenen Staaten gerutscht. „In der Öffentlichkeit wird bisher unzureichend wahrgenommen, wie viele Todesopfer massive Hitzewellen oft fordern“, sagt David Eckstein, Co-Autor des CRI. Vor allem in den Sommern 2003, 2022 und 2023 waren insgesamt fast 24.000 Todesopfer aufgrund der Hitze zu verzeichnen. „Diese sogenannte Übersterblichkeit sehen wir auch in den anderen europäischen Ländern, die im Index weit oben stehen. Viele Todesopfer forderten zudem die Flutkatastrophen im Westen Deutschlands im Jahr 2021.“
In den vergangenen 30 Jahren kamen in Deutschland 24.400 Menschen durch Wetterextreme ums Leben, fast 1,1 Millionen Menschen waren betroffen. Die gesamten Schäden belaufen sich auf knapp 130 Milliarden US-Dollar oder 112 Milliarden Euro.
Klima-Risiko-Index 2026
Einen Climate Risk Index erstellt Germanwatch bereits seit 2006. Analysiert werden die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen, betroffenen Menschen und die volkswirtschaftlichen Schäden in allen Ländern der Welt. Nach einer methodischen Überarbeitung erstellt Germanwatch den Index seit diesem Jahr auf der Grundlage von Daten der renommierten International Disaster Database (EM-DAT) zu Extremwetterereignissen sowie sozioökonomischen Daten des IWF und der Weltbank. Ein Vergleich der Platzierungen im Climate Risk Index 2026 mit Indizes vor 2025 ist deshalb nicht aussagekräftig. jb



















































