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Baum des Jahres 2026 – ZitterpappelZukunftsbaum für Biodiversität und Klimaresilienz

Blick von unten in Baumkronen mit gelbgefärbten Blättern und weiß-schwarzen Baumstämmen, Zitterpappeln
Die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt, erweist sich als klimaresilienter Pionierbaum in Zeiten der Klimakrise. (Foto: Scott Catron, CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons)

Der forstlich bislang eher unbeliebte Baum eignet sich für eine natürliche Wiederbewaldung von Kahlflächen und fördert die Artenvielfalt. Die Zitterpappel wird damit zu einem Pionierbaum in Zeiten der Klimakrise.

12.11.2025 – Die Zitterpappel, auch Espe oder Aspe genannt, ist eine heimische Baumart, die als robuster Pionierbaum auf Kahlflächen für eine natürliche Wiederbewaldung sorgt. Da die Zitterpappel mit unterschiedlichsten Böden, Wasserständen und Temperaturen zurechtkommt, ist sie ein wichtiger Zukunftsbaum in Zeiten der Klimakrise.

Zitterpappeln sind zudem Hotspots für die Artenvielfalt. Der Baum hat eine große ökologische Bedeutung für viele Insekten, Vögel, Fledermäuse und andere Tiere. Die Wahl der Zitterpappel zum Baum des Jahres 2026 kommt also nicht von ungefähr, kommentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Mitglied im Kuratorium für den Baum des Jahres, die Entscheidung.

Der Zitterpappel eine Chance geben

„Zitterpappeln sind echte Zukunftsbäume für Biodiversität und Klima, denen wir wieder mehr Raum geben sollten“, sagt Nicola Uhde, BUND-Expertin für Waldpolitik. Der BUND ruft Waldbesitzende deshalb dazu auf, natürlich vorkommende Zitterpappeln nicht zu entfernen, sondern sie aufgrund ihrer ökologischen Bedeutung mitwachsen zu lassen.

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Zukunftsbaum Zitterpappel: Drei gute Gründe

Zitterpappeln sind in der Lage, als Pioniere Kahlflächen rasch zu bewachsen. Dabei bereiten sie den Boden und das Mikroklima für andere Baumarten. Außerdem kommen Zitterpappeln mit einem breiten Spektrum an Standortbedingungen klar und sind dadurch widerstandfähig gegen Hitze, Dürre, Dauerregen und andere Wetterextreme, die eine Folge der Klimakrise sind. Zitterpappeln ernähren mit ihren Blättern die Raupen seltener Tagfalter wie Großer Eisvogel oder Kleiner Schillerfalter, ihre dicken Stämme aus weichem Holz bieten Spechten, Fledermäusen und Insekten Unterschlupf und Nahrung.

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Elias Wahl, Clustermanager ProHolz Schwarzwald

Portraibild Elias Wahl, Clustermanager ProHolz Schwarzwald

Natürliche Wiederbewaldung sollte Standard sein

„Die Zitterpappel ist bei der natürlichen Wiederbewaldung unsere Verbündete“, so Uhde. „Sie kann helfen, weite Kahlflächen, auf denen zum Beispiel Fichtenforste großflächig zusammengebrochen sind, in einen stabilen und zukunftssicheren Laubmischwald zu verwandeln.“ Die Zitterpappel stehe damit symbolisch für die natürliche Wiederbewaldung, die überall in Deutschland Standard werden sollte. „Als BUND fordern wir, die natürliche Wiederbewaldung von Kahlflächen im Bundeswaldgesetz als gesetzliche Vorgabe zu verankern.“

Als die am schnellsten wachsende Baumart Mitteleuropas mit entsprechend weichem Holz biete die Zitterpappel oft schon in jungen Jahren sehr viele Baumhöhlen und damit Lebensraum für viele Tierarten. Die Bäume werden nur rund 100 Jahre alt. Sie lassen sich als sogenannte Lichtbaumart in Folge der natürlichen Waldentwicklung von den nachfolgenden Bäumen wie der Rotbuche überwachsen, stellen also kein Problem beim Belassen im Bestand dar, sondern bereichern und stabilisieren den Wald, erläutert die Expertin.

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