Klimawandel: Zwei Erinnerungen an die fatalen Auswirkungen der Klimakrise

Während sich Deutschland wieder ein wenig abkühlt und in diesem Jahr bislang von Wetterkatastrophen verschont blieb, zeigen Hitzewelle und Waldbrände in Spanien sowie Starkregen in Pakistan, dass die Klimakrise in vollem Gange ist.
21.08.2025 – Üppiges Grün durchzieht den für spanische Verhältnisse sehr regenreichen Nordwesten Spaniens. Die diesjährige Hitzewelle aber, die ganz Spanien mit Temperaturen von über 40 Grad im Griff hat, lässt die Vegetation trocknen und anfällig für Feuer machen. Schon Ende Mai war es teilweise 5 bis 10 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Ende Juni dann wurden in Teilen Galiciens (die nordwestlichste Provinz Spaniens) über 40 Grad gemessen. Dies zog sich im August fort. Auch der Regen blieb im August aus.
So loderten immer wieder verheerende Waldbrände auf. Über 20 Großbrände verzeichneten die Behörden allein in den nordwestlichen Regionen. Durch zusätzliche Hilfe aus anderen europäischen Ländern und inzwischen vereinzelt wieder auftretenden Regenfällen und Abkühlung sind viele der Brände in Galicien, Asturien und Kastilien-Leon wieder unter Kontrolle. Doch auch in anderen Teilen Spaniens brannte und brennt es noch immer. Laut Behörden handelt es sich in diesem Jahr um die schlimmsten Waldbrände Spaniens seit Beginn der Aufzeichnungen.
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez erklärte bei einem Besuch der Waldbrandgebiete einen Pakt gegen den Klimanotstand zu beschließen, mit konkreten Plänen, die er im September veröffentlichen will. "Wenn sich der Klimanotstand Jahr für Jahr verschärft, müssen wir über Legislaturperioden hinausdenken und die Klimanotstandspolitik in eine Staatspolitik verwandeln, die alle Institutionen und alle Regierenden einbindet", zitiert die Tagesschau Sánchez. Man müsse angesichts der sich verschärfenden Klimakrise nicht nur die Fähigkeiten zur Reaktion, sondern auch zur Prävention neu anpassen und neu dimensionieren.
Zudem sind infolge der Hitzewelle im August bereits mehr als 1.100 Menschen ums Leben gekommen, meldet das öffentliche Gesundheitsinstitut Carlos III. Schon im Juli gab es 1.060 Menschen deren Tod der Hitzewelle zugerechnet wurde – ein Anstieg von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei zu hoher Hitze läuft der menschliche Körper Gefahr seine Körpertemperatur nicht mehr regulieren zu können. Hitzebedingte Krankheitssymptome können leicht bis sehr heftig ausfallen. Von Hitzekrämpfen, bis zu lebensbedrohlichen Hitzeschlägen.
Spanien wiederholt von Naturkatstrophe heimgesucht
Erst im Herbst letzten Jahres sorgte das besonders heftig ausfallende Wetterphänomen „Dana“ (zu deutsch „kalter Tropfen“) für die nach Schäden und Todesopfern schlimmste Naturkatastrophe Europas an der Ostküste Spaniens. Der Rückversicherer Munich Re bezifferte die Schäden auf 11 Milliarden US-Dollar. Mindestens 200 Menschen kamen ums Leben.
Dana hat starke Regenfälle auf den Landmassen zufolge, da kalte Luftmassen in der oberen Atmosphäre auf verdunstetes Wasser aus dem erwärmten Meer treffen. Infolge der globalen Erwärmung, die auch die Meerestemperaturen erhöhen, verdunstet deutlich mehr Wasser, dass von den Wolken an Land getragen wird und dort abregnet. Die Erwärmung der Meere um einen Grad, führt zu durchschnittlich sieben Prozent mehr Niederschlag.
Der Kreislauf verdunstenden Wassers, der über Landmassen abregnet, hat auch die jährlich wiederkehrenden Monsune in Asien zufolge. Eigentlich ein wichtiger Faktor für die Landwirtschaft und Vegetation im Land, sorgt der Klimawandel einerseits für einen ausbleibenden Monsun und Dürre, andererseits und immer häufiger zu starken Regenfällen mit Fluten.
Im Norden Pakistan wurden in den vergangenen Tagen wieder einmal solch starke Regenfälle, die zu verheerenden Überflutungen führten, verzeichnet. Bis zu einem Dutzend Ortschaften wurden im Bezirk Buner in der Region Khyber Pakhtunkhwa teilweise unter Schlammlawinen begraben. Die örtlichen Behörden gehen im ganzen Norden inzwischen von über 400 Toten aus.
Weiter stärke Regenfälle erschweren zudem die Rettungsaktionen. Ein Hubschrauber etwa stürzte wegen der Regenmassen ab. Wie die Nachrichtenagentur AFP die lokale Katastrophenschutzbehörde zitiert, können Helfer:innen wegen verschütteter Straßen teilweise nur noch zu Fuß in die Katastrophengebiete vordringen. mg



















































