Al Gore auf Deutschlandtour

Der ehemalige US-Vizepräsident und Klimaschützer Al Gore hat in Berlin seinen neusten Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft“ vorgestellt. (Foto:  Center for American Progress Action Fund / flickr.com, CC BY-ND 2.0)
Der ehemalige US-Vizepräsident und Klimaschützer Al Gore hat in Berlin seinen neusten Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft“ vorgestellt. (Foto: Center for American Progress Action Fund / flickr.com, CC BY-ND 2.0)

Zurzeit ist der frühere US-Vizepräsident und Umweltschützer Al Gore in Deutschland unterwegs, um für seinen neuen Film „Immer noch eine unangenehme Wahrheit“ die Werbetrommel zu rühren. Über Trump verlor er in Berlin nur wenige aber eindeutige Worte.

10.08.2017 – Am Dienstag empfing Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) in Berlin den Klimaschützer Al Gore. Der ehemalige US-Vizepräsident stellte seinen neusten Film „Immer noch eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft“ vor. Anschließend diskutierten die beiden zusammen mit dem Umweltaktivisten Hannes Jeanicke sowie dem WWF-Vorstand Eberhard Brandes über die zunehmenden Auswirkungen des fortschreitenden Klimawandels.

Nachdem nun jedes Jahr neue Temperaturrekorde gebrochen werden und seit den 1960er Jahren jede Dekade wärmer als die vorherige ist, müsse sich Deutschland auf die Konsequenzen des Klimawandels einstellen, so Hendricks. Man könne die Dinge nicht weiter auf die lange Bank schieben. „Wir müssen weg von Öl, Kohle und fossilem Gas bis zur Mitte des Jahrhunderts. In Deutschland werden wir dazu im nächsten Jahr einen Pfad für den schrittweisen und sozialverträglichen Ausstieg aus der Kohleverstromung verabreden“, so Hendricks.

Ein weiteres großes Thema, was in den letzten Wochen ja indirekt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hat, sei außerdem der Abschied vom Erdöl im Verkehrssektor. Zurzeit trage der Verkehrssektor in Deutschland nicht gerade zur Minderung der Treibhausgase bei. Im Gegenteil, der CO2-Ausstoß könnte in diesem Jahr sogar wieder ansteigen. „Das ist das vollständige Versagen der Verkehrspolitik beim Klimaschutz“, so Hendricks, weswegen „wir jetzt schnell eine echte Verkehrswende“ brauchen.

Keine Chance für Kurswechsel von Trump

Zum Thema Trump zeigte sich Al Gore auf der Pressekonferenz in Berlin eher nüchtern und kurz angebunden – er wollte Trump nicht zu viel Raum überlassen. Der Klimaaktivist sieht aber dennoch praktische keine Chance mehr, dass US-Präsident Donald Trump einen Kurswechsel in seiner Klimapolitik vollzieht. Deswegen habe er auch die Hoffnung aufgegeben, dass Trump doch noch davon überzeugt werden könne, im Pariser Klimaabkommen zu bleiben.

Gore glaube aber trotzdem fest daran, dass die USA insgesamt an den Zielen des Weltklimavertrags festhalten werden. Schließlich gebe es inzwischen mehrere Bundesstaaten und Städte, die sich dazu verpflichtet haben. Trump werde die Energiewende in den USA genauso wenig aufhalten können, wie ein Wiederbeleben der Kohleindustrie funktionieren wird. jk

   

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