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Dürre in DeutschlandBauernverband fordert Hilfe für Ernteausfälle durch Rekordhitze

Aufgrund der starken Hitze und Trockenheit droht vielen Landwirten in Deutschland in diesem Jahr eine schlechte Ernte. (Foto: Johny Goerend on Unsplash)

Das anhaltend trockene und heiße Sommerwetter bringt immer mehr Landwirte in Schwierigkeiten. Kurz vor dem „Dürregipfel“ von Bund und Ländern fordert der Deutsche Bauernverband deshalb eine finanzielle Unterstützung in Höhe von einer Milliarde Euro.

31.07.2018 – Bevor Bund und Länder heute über die Folgen der extremen Trockenheit und Hitze für die Landwirtschaft beraten, hat der Deutsche Bauernverband schon einmal seine Forderung deutlich gemacht. Um die Ernteausfälle ausgleichen zu können, sei eine finanzielle Unterstützung von einer Milliarde Euro wünschenswert, so Bauernpräsident Joachim Rukwied gegenüber der Funke Mediegruppe. Einige Landwirte würden aufgrund enormer Ertragsrückgänge langsam in ernste Schwierigkeiten kommen.

In einem ersten Schritt müsse der Notstand erklärt werden, um gesetzlich den Weg für eine Hilfszahlung frei zu machen, so Rukwied. Danach sollten Bund und Länder ein entsprechendes Budget zur Verfügung stellen, um die Existenz von angeschlagenen Landwirtschaftsbetrieben zu sichern. Liquiditätshilfen könnten dann an all jene Bauern ausgezahlt werden, deren Ertrag mindestens um 30 Prozent gegenüber den Vorjahren eingebrochen ist.

Des einen Freud, des anderen Leid

Damit soll dem Umstand Rechnung getragen werden, dass keineswegs alle Bauern gleichermaßen vom trockenen Sommerwetter negativ betroffen sind. Abgesehen von starken regionalen Unterschieden gibt es auch Landwirtschaftsbereiche, die von der Rekordhitze sogar profitieren. So haben die Winzer bereits angekündigt, dass die Weinlese in diesem Jahr deutlich früher als üblich stattfinden wird. Auch erwarte man für die deutschen Weine einen ausgesprochen guten Jahrgang.

Ganz anders sieht es dagegen bei vielen Ackerbauern und Viehzüchtern aus. Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben haben von der starken Trockenheit bereits einige Schäden davongetragen. Auch beim Getreideanbau rechnet man mit hohen Einbußen. In der Viehwirtschaft haben viele Betriebe inzwischen ernsthafte Schwierigkeiten, ihre Tiere noch mit ausreichend Futter zu versorgen.

„Wir brauchen einen neuen Klimarealismus!“

Nachdem morgen Vertreter von Bund und Ländern auf Arbeitsebene über die Problematik beraten, wird Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) dann am Mittwoch das Bundeskabinett über die aktuelle Lage unterrichten. Bei extremen Wetterereignissen sind nach der Kompetenzverteilung zunächst die Länder selbst für Hilfen zuständig. Bei Ereignissen von nationalem Ausmaß kann jedoch auch der Bund einspringen und zusätzlich finanzielle Mittel bereitstellen.

Angesichts der extremen Hitzewelle in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern fordert die Bundesvorsitzende der Grünen Annalena Baerbock nun ein energisches Vorgehen gegen den Klimawandel.

Die tatsächliche Höhe der Einbußen, die die deutschen Landwirtschaftsbetriebe in diesem Jahr erwarten, wird man vermutlich erst zum Schluss der Ernte Ende August genauer beziffern können. Schon jetzt steht aber praktisch fest, dass der Preis einiger Lebensmittel aufgrund der großen Knappheit steigen wird. jk


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