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Das Klima ist gerettet – für heute erst mal

Das Klima wurde in Paris fürs erste gerettet, aber nur auf dem Papier, jetzt müssen Taten folgen. (Foto: © Pixabay / CC0 Public Domain)
Das Klima wurde in Paris fürs erste gerettet, aber nur auf dem Papier, jetzt müssen Taten folgen. Jetzt fliegen erst mal alle wieder nach Hause. (Foto: © Pixabay / CC0 Public Domain)

Gute Nachrichten aus Paris von der Klimakonferenz: Alle 195 Staaten haben das Abkommen zur Begrenzung der Erderwärmung auf unter zwei Grad unterzeichnet. Erneuerbare Energien sollen die fossilen Energien verdrängen. Doch die Verbindlichkeit fehlt.

13.12.2015 – Die UN-Klimakonferenz hat Samstagabend in Paris die erhoffte Vereinbarung zum Kampf gegen den Klimawandel beschlossen. „Die Pariser Vereinbarung für das Klima ist angenommen“, verkündete Frankreichs Außenminister und Konferenzleiter Laurent Fabius feierlich; große Erleichterung und Erschöpfung im Saal, die deutsche Bundesumweltministerin Hendricks hatte Tränen in den Augen. Das Klimaabkommen gibt nun das Ziel vor, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzten – ambitionierte 1,5 Grad werden sogar angestrebt.

Umweltschützer zeigen sich halbwegs zufrieden. Sie hätten sich jedoch mehr konkrete Verpflichtungen für die einzelnen Staaten gewünscht. Denn bei Verstoß gegen die Vereinbarungen gibt es keine Konsequenzen – im Prinzip kann jedes Land relativ frei entscheiden, wie viel aus dem Vertrag es im eigenen Land umsetzen will; und schon im Vorfeld war klar, dass die jeweiligen nationalen Pläne nicht ausreichen, um den Klimawandel ausreichend zu begrenzen.

Vertreter der kleinen Inselstaaten begrüßen vor allem den angesagten Willen zur Abkehr von fossilen Energien und das Versprechen zum verstärkten Ausbau der Erneuerbaren Energien. Das sei ein Signal an die Wirtschaft, nicht weiter in fossile Energien zu investieren.

Manch einer zählt allerdings die Atomenergie zu den Erneuerbaren Energien, etwa China, einer der CO2-Emissions-Rekordhalter, das statt auf Kohle in Zukunft auf Atom setzen will um die Luftverschmutzung zu bekämpfen und 80 neue AKWs plant. Auch Gastgeberland Frankreich will in Zukunft neue Atomkraftwerke bauen, trotz seines erst im Juli dieses Jahres beschlossenen Energiewendegesetzes – darin geht es vor allem um die energetische Gebäudesanierung und ein bisschen Elektromobilität. Deutschland exportiert weiter Kohlekraftwerkstechnologien. In den USA haben die Republikaner bereits angekündigt, dass sie alle Vereinbarungen, die Obama da unterschreiben würde, nach der nächsten Wahl – die sie gewinnen wollen – gleich wieder einzukassieren.

Die Entwicklungsländer sollen nun jährlich finanzielle Hilfen beim Ausbau der Erneuerbaren Energien und bei der Bekämpfung der bereits spürbaren Folgen des Klimawandels erhalten, die Industrie- und Schwellenländer stehen dabei in der Pflicht. Auch hier gibt es keine echte Verbindlichkeit bei der anteiligen Bereitstellung der finanziellen Mittel. Auch die entscheidende Frage, wie denn der Verkehrssektor mit dem weltweit zunehmenden Güterverkehr in absehbarer Zeit ohne fossile Brennstoffe auskommen soll, bleibt ungeklärt.

So bleibt nach Paris spontan erst mal Erleichterung und die Hoffnung, dass die Welt –zumindest für heute – doch noch mal gerettet wurde. Es hätte ja auch viel schlimmer kommen können, wenn eines der Länder das Abkommen nicht unterschrieben hätte. na


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