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Der Klimawandel ist in Deutschland angekommen

Wetterextreme wie Trockenheit nehmen auch hierzulande zu, wie im Mai 2007 als das Flussbett der Elbe in Dresden zum Teil ausgetrocknet war. (Foto: Marco Barnebeck (Telemarco)  / pixelio.de)
Wetterextreme wie Trockenheit nehmen auch hierzulande zu, wie im Mai 2007 als das Flussbett der Elbe in Dresden zum Teil ausgetrocknet war. (Foto: Marco Barnebeck (Telemarco) / pixelio.de)

Die Folgen des Klimawandels sind in Deutschland deutlich spürbar. Das ist das Ergebnis des ersten Monitoringberichts der Bundesregierung zu Klimawirkungen und Anpassung. Die Folgen: Steigende Temperaturen, feuchtere Winter, häufigere Wetterextreme.

27.05.2015 – Betroffen vom Klimawandel und den Folgen sind hierzulange u.a. die Energieversorgung, die Landwirtschaft und die Gesundheitsvorsorge. Das berichtet das Umweltbundesamt (UBA), das nun den „Monitoringbericht 2015 zur Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel“ veröffentlicht hat. Auf über 250 Seiten wird darin aufgezeigt, welche Veränderungen sich durch den Klimawandel bereits heute schon beobachten lassen und welche Gegenmaßnahmen helfen. Die Ergebnisse sollen auch die Bundesländer und Kommunen unterstützen, die Folgen des Klimawandels zu bewältigen.

Dazu haben die Experten aus Deutschlands oberster Umweltbehörde Daten aus 15 verschiedenen Gesellschaftsbereichen mit gut hundert Indikatoren ausgewertet. Dabei stellten sie fest, dass die Anzahl der sogenannten „Heißen Tage“ pro Jahr mit über 30 Grad Celsius von drei auf acht gestiegen ist und länger andauernde Hitzeperioden sich vielfältig auf unser Leben auswirken. So mussten zum Beispiel im sehr warmen Sommer 2003 über 30 Kernkraftwerke europaweit ihre Stromproduktion drosseln, weil durch große Trockenheit nicht genügend Kühlwasser zur Verfügung stand. Steigende Temperaturen und Hitzewellen führen auch zu steigenden Gesundheitsrisiken. Besonders alte und schwache Menschen werden durch Hitze stark belastet. Hitzeperioden führen immer wieder zum Tod vieler Menschen. Bei der großen Hitzewelle im Jahr 2003 starben in Europa über 30.000 Menschen.

Tigermücke überträgt Malaria und Dengue-Fieber

In Teilen Süddeutschlands konnte bereits die Ausbreitung neuer wärmeliebender Insekten beobachtet werden. Dazu zählt auch die Tigermücke im Oberrheingebiet, die Krankheiten wie Dengue-Fieber oder Malaria übertragen kann. Der Landwirtschaft machen Wetterextreme wie starke Trockenheit, zunehmende Stürme, Starkregen und Hagel zu schaffen, die zu Qualitätsschwankungen und Ertragseinbußen führen.

Der Klimawandel lässt sich allerdings nicht nur an Wetterextremen ablesen, sondern auch an der Zusammensetzung von Vogelgemeinschaften, der Struktur des Waldes oder dem Säuregehalt von Rieslingtrauben. Die Bodenerosion nimmt zu, ebenso wie die Anzahl invasiver Arten, die in unserer Natur ursprünglich nicht heimisch sind.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger zeigt sich besorgt und fordert schnelles Handeln. Denn Katastrophenschutz sei das letzte Mittel, die Staaten der Erde müssten endlich die Erderwärmung begrenzen. „Wir brauchen beides, Klimaschutz und Anpassung. Es gibt da kein Entweder-Oder“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung. „Wenn man glaubwürdig Klimapolitik betreiben will, ist der Ausstieg aus der Kohle perspektivisch unverzichtbar.“ cw


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