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Die Welt baut weniger Kohlekraftwerke

Der weltweite Kohleboom könnte zu Ende gehen, prognostizieren die großen Umweltverbände Sierra Club und Greenpeace gemeinsam mit der Wissenschaftlergruppe CoalSwarm. (Foto: <a href="https://pixabay.com/" target="_blank">pixabay</a>, <a href="https://cr
Der weltweite Kohleboom könnte zu Ende gehen, prognostizieren die großen Umweltverbände Sierra Club und Greenpeace gemeinsam mit der Wissenschaftlergruppe CoalSwarm. (Foto: pixabay, CC0 1.0)

Der Bau von Kohlekraftwerken geht weltweit zurück, zeigt eine aktuelle Studie großer Umweltorganisationen. Der Kohleboom könnte nun vorbei sein, China und Indien stoppen viele Projekte. In Europa und den USA werden immer mehr Kraftwerke stillgelegt.

24.03.2017 – Die Zeichen für ein Ende des Kohlebooms mehren sich, das bestätigt die neue Ausgabe des Kohleberichts „Boom and Bust 2017“, den die Umweltschutzorganisationen Sierra Club und Greenpeace gemeinsam mit der Wissenschaftlergruppe CoalSwarm jedes Jahr erstellen. „Zum ersten Mal seit Beginn des Kohlebooms vor einem Jahrzehnt scheint es so, als wenn die Entwicklungen in Asien die globalen Klimaziele in erreichbare Nähe bringen“, schreiben die Autoren hoffnungsvoll. „Die Aussichten steigen, dass die schlimmsten Auswirkungen des Klimawandels vermieden werden könnten.“ Und die Zahlen machen tatsächlich Hoffnung: 2016 wurden 62 Prozent weniger Baustellen für Kohlekraftwerke eröffnet als noch ein Jahr zuvor, 48 Prozent weniger Kraftwerke wurden neu geplant und 29 Prozent weniger Kohleprojekte gingen ans Netz.

China stoppt über 600 Kraftwerksblöcke

Verantwortlich für die „dramatischen Einbrüche“ sind vor allem zwei Länder: China und Indien. Die chinesische Staatsführung greift aufgrund der massiven Umwelt- und Luftverschmutzungen in den Megastädten und großer Kohle-Überkapazitäten stark ein und will den Kohleverbrauch zugunsten Erneuerbarer Energien einschränken. Bislang mit Erfolg: Offiziellen Zahlen zufolge sank der Kohlehunger des Landes das dritte Jahr in Folge, 2016 sogar um fast fünf Prozent. Auch die Treibhausgasemissionen sollen 2017 leicht sinken.

Bereits im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass die Regierung in Peking mehrere Provinzverwaltungen angewiesen hatte, über 100 in Bau oder Planung befindliche Kohlekraftwerke zu stoppen. Die Umweltorganisationen schreiben nun sogar, Projekte im Umfang von über 300 Gigawatt (GW) und in verschiedenen Entwicklungsstufen wurden bis mindestens 2020 auf Eis gelegt. Das entspricht in etwa 600 Kraftwerksblöcken, davon sollen 55 GW bereits im Bau gewesen sein.

Indien setzt auf Solar statt Kohle

Im Zusammenhang mit China sprechen die Autoren fast bewundernd von „beispiellosen und weitreichenden Maßnahmen“. Eine gewichtige Rolle spielt ebenso Indien. Denn die beiden bevölkerungsreichsten Staaten der Erde sind für 86 Prozent der in den vergangenen zehn Jahren gebauten Kohlekraftwerke verantwortlich. Sie sind maßgeblich für den Kohleboom verantwortlich und leiten nun offenbar dessen Ende ein. In Indien wurden Kohlekraftwerke mit einem Volumen von 13 GW gestoppt, hier ist es vor allem die Finanzierung von Kohleprojekten, die ins Stocken gerät. Das Energieministerium hatte zudem im vergangenen Juni verkündet, das Land habe erst einmal genug Kohlekraftwerke gebaut. Die Regierung sei vielmehr mittendrin in einer Solarrevolution, so die Umweltorganisationen. Bis 2027 sollen 215 GW Erneuerbare Energien installiert sein.

EU und USA nehmen Kohlemeiler vom Netz

Auch der Westen leistet seinen Beitrag: In den vergangenen zwei Jahren sind Kohlekraftwerke mit einem Volumen von 64 GW weltweit vom Netz gegangen, der Großteil in den USA und der EU. Besonders die Kohleindustrie in Nordamerika hat durch immer günstigere Wind- und Solarparks und billiges Frackinggas Probleme. Seit 2010 haben die Energieversorger in den USA 250 Kohlemeiler abgeschaltet oder werden es in den nächsten Jahren tun. Europäische Länder wie Schottland und Belgien haben den Kohleausstieg abgeschlossen, drei weitere Länder ein konkretes Datum festgelegt.

Zwar gebe es sehr hoffnungsvolle Signale, dennoch bleibe noch viel zu tun, schreiben die Autoren der Kohlestudie. Die Entwicklungen besonders in China und Indien müssten schneller vorangehen, zudem gibt es etliche Staaten, die dem Trend nicht folgen. In Ländern wie der Türkei, Indonesien, Japan, Vietnam, Südkorea, Philippinen oder Ägypten geht der Kohleboom weiter. cw


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Kommentare

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M.Schmidt 10.08.2018, 09:49:24

Was ist denn das für ein Seite ??

Welch Unsinn schreibt Ihr hier so überzeugend ? Das Netz ist voll von Nachrichten (sogar iwr.de) über den Zubau von mindestens 1600 Kohlekraftwerke ("2.500 new coal plants ...", das berichtete die "The Times" bereits im Dezember 2015 )allen voran Indien (verständlich, weil die riesigste Mengen Vorkommen haben) und China

und Ihr schreibt hier was von Rückgang.

Herr Jo Kaeser, Siemens, sagte in den USA öffentlich bei einer Firmenversammlung, dass "Photovoltaik in Deutschland so sei wie Ananans in Alaska anbauen" und hier wird es hochgejubelt.

Ich bin nicht bereit für Strom Zwangs-Subventionen zu zahlen und massenweise Cadmium verseuchten Sondermüll zu finanzieren.

 

Sollte man Euch ernst nehmen ?

Clemens Weiß 10.08.2018, 10:31:34

+102 Gut Antworten

Hallo M. Schmidt,

 

haben Sie den Artikel vollständig gelesen? Es geht darin nicht darum, dass nicht noch Kohlekraftwerke gebaut werden, sondern dass die Anzahl der neu gebauten Kohlekraftwerke weltweit zurückgeht - und das erstmals seit dem Beginn des Kohlebooms vor vielen Jahren. Das ist eine beachtliche Entwicklung, die die größten Umweltorganisationen der Welt (Greenpeace und Sierra Club) in einer Studie herausgefunden haben. Von dieser berichten wir. Vergleichen Sie also bitte die Zahlen der weltweit neu errichteten Kohlekraftwerke der letzten zehn Jahre und schauen sich die Studie an (den Link finden Sie im Artikel), wenn Sie uns nicht vertrauen. Sie werden auf dasselbe Ergebnis stoßen.

 

Viele Grüße

Clemens Weiß / Redaktion


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