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TreibhausgaseForscher verwandeln CO2 in Kohle

Steinkohlestücke
Steinkohlestücke. (Foto: © Arnoldius, Wikimedia.Commons, CC BY-SA 4.0)

Laut Weltklimarat hilft Emissionen sparen allein nicht mehr. Wir haben zu viel Kohlendioxid in der Atmosphäre, aber wohin damit? Forschern ist es nun erstmals gelungen, unter realistischen Bedingungen CO2 wieder in Kohle umzuwandeln.

06.03.2019 – Bisher war es Wissenschaftlern nur gelungen, Kohlendioxid unter hohem Energieaufwand zu komprimieren und in eine Flüssigkeit umzuwandeln. Das Problem war stets: Wo und wie soll der Stoff sicher verwahrt werden, so dass nicht irgendwann große Mengen Treibhausgase wieder in die Atmosphäre gelangen? Mit einem festen Stoff wäre das deutlich einfacher zu bewerkstelligen, so die Annahme.

Einen großen Schritt in diese Richtung weitergekommen sind nun australische Forscher unter Leitung der RMIT University im australischen Melbourne. Sie haben nach eigenen Angaben Kohlendioxid in feste Kohle umgewandelt. Bei Raumtemperatur, wie sie betonen, und in einem effizienten und skalierbaren Prozess. Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie im Fachmagazin Nature Communications.

Feste Kohleflocken und nützliche Abfallprodukte

Die Wissenschaftler lösten CO2 in einer Mischung aus Elektrolytlösung und flüssigem Metall als Katalysator. Anschließend setzten sie das Gemisch unter Strom. Das Ergebnis: Das CO2 verwandelte sich langsam in feste Kohle-Flocken, die sich von der Metallflüssigkeit lösten. Kohlendioxid könne so kontinuierlich in feste Kohleflocken transformiert werden, beteuern die Forscher. Und der entstandene Kohlenstoff sogar als Elektrode weiterverwendet werden.

„Ein positiver Nebeneffekt der Umwandlung ist, dass der Kohlenstoff elektrische Ladung speichern kann“, erklärt Hauptautorin Dorna Esrafilzadeh. „Als Superkondensator könnte er sogar in Elektroautos Verwendung finden.“ Auch würde bei dem Prozess synthetischer Treibstoff als Abfallprodukt anfallen, der industriell weiterverwendet werden könnte.

„Äußerst wichtiger erster Schritt“

„Wir können die Zeit nicht zurückdrehen, aber Kohlendioxid wieder in Kohle umwandeln und in der Erde vergraben, ist ein bisschen wie die Emissions-Uhr zurückdrehen“, sagt Torben Daeneke, einer der Autoren. Zwar sei weitere Forschung notwendig, ihr effizienter und skalierbarer Prozess sei aber ein „äußerst wichtiger erster Schritt“ auf dem Weg zu einer festen Lagerung von Kohlendioxid. cw


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Kommentare

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Denkender Bürger 06.03.2019, 13:52:52

Vielen dank für den interessanten Artikel.

Wenn das Verfahren tatsächlich im großen Maßstab funktionieren sollte, dann werden viele Karten völlig neu gemischt und viele Probleme wären gelöst.

Vielleicht gibt es ja irgendwann ähnliche Lösungen auch für radioaktiven Müll und für Micro-Plastik.

Josef Koch 10.03.2019, 19:24:05

Das klingt toll. Aber das Verfahren ist nicht mehr als ein Faschingsscherz, wenn zur Rückumwandlung von Kohlendioxid in Kohle große Energiemengen erforderlich sind, was ich befürchte. Sehr, sehr vereinfacht müsste mindestens jene Energie zugeführt werden, die bei Verbrennung von Kohle frei wird. Welcher Energieeinsatz (Art und Menge) erforderlich ist, darüber wird nicht berichtet. Das wäre jedoch zur Beurteilung der Sinnhaftigkeit des Verfahrens erforderlich.

HH 15.03.2019, 17:11:20

Natürlich wird mindestens genau so viel Energie benötigt, wie vorher beim Verbrennen des Kohlenstoff freigesetzt wurden, alles andere wäre ein Perpetuum mobile

miembro 16.03.2019, 08:53:17

Ja. Es wird ebenso viel Energie benötig werden, wie entstanden ist durch die Verbrennung, doch CO2 ist ja nicht nur dort in der Luft, wo es verbrannt wurde! Bauen wir die Anlagen in der Wüste und verwenden Sonnenenergie zur Transformation.


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