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Klima-Versicherungen im Gespräch

Da braut sich was zusammen – mit einer Klima-Police in der Tasche soll es schnellere Hilfe für Klimafolgen-Opfer geben. (Foto: Taifune / wikimedia.commons CC BY 2.0)
Da braut sich was zusammen – mit einer Klima-Police in der Tasche soll es schnellere Hilfe für Klimafolgen-Opfer geben. (Foto: Taifune / wikimedia.commons CC BY 2.0)

Ein Diskussionspunkt auf der nächsten Klimakonferenz wird sein, wie Entwicklungsländer, die von Klimafolgeschäden betroffen sind, bei der Anpassung an den Klimawandel unterstützt werden. Ein Ansatz sind Klima-Versicherungen für die Betroffenen.

11.05.2015 – Die deutsche Bundesregierung macht die Idee zum Thema des nächsten G7-Treffens und hat angekündigt, Geld für eine Anschubfinanzierung bereitstellen zu wollen, das berichtet der Rat für Nachhaltigkeit. Seit dem Klimagipfel 2010 im mexikanischen Cancun ist es offizieller Arbeitsauftrag der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), an Versicherungslösungen zu arbeiten, die den vom Klimawandel besonders Betroffenen schnelle finanzielle Hilfe zukommen lassen sollen – das betrifft meist Menschen in Entwicklungsländern, die kein Geld für eine Police haben.

Statt auf Spenden warten zu müssen soll die Versicherung direkte finanzielle Hilfe leisten. In der Praxis wurde das auf der Karibikinsel St. Lucia getestet, wo es Weihnachten 2013 zu heftigen Regenfällen mit beträchtlichen Schäden kam. Die ersten Betroffenen bekamen – statt auf Spenden warten zu müssen – bereits zwei Wochen später eine Auszahlung aus einer sogenannten Livelihood Protection Policy. Die Versicherung ist ein Pilotprojekt, u.a. getragen vom deutschen Umweltministerium und von der Munich Climate Insurance Initiative.

Generell wollen die Industrieländer ab 2020 über den sogenannten Green Climate Fund jährlich 100 Millionen Dollar für die „Anpassung an und Beseitigung von Schäden durch den Klimawandel“ zur Verfügung stellen, so der Rat für Nachhaltigkeit. Eine kleine Summe angesichts der weltweit rasant zunehmenden Klimafolgeschäden.

„Öffentlich-Private Partnerschaften sind bei Finanzierungen solcher Versicherungen unumgänglich, wenn die besonders verletzlichen Menschen Zugang bekommen sollen“, sagt Christoph Bals, politischer Geschäftsführer von Germanwatch und Mitglied in der Climate Insurance Initiative. ÖPP-Projekte sind allerdings auch umstritten, vor allem wenn der öffentliche Träger dann auf den Kosten sitzenbleibt – wie es bei vielen kommunalen Bau- und Infrastrukturprojekten in den letzten Jahren der Fall war.

„Es wird auf lange Sicht nicht gelingen, von den betroffenen Menschen risikoadäquate Prämien zu verlangen“, so Peter Höppe, Chef des Geo Risks Research/Corporate Climate Centre der Munich Re. Das sind Menschen die mit weniger als zwei Dollar Einnahmen am Tag auskommen müsse.“ Um ihnen zu helfen, sei ein möglichst einfacher Mechanismus nötig, wann die Versicherung einspringt. Wichtig bei der ganzen Geschichte sei aber, dass auch diejenigen, die Ernte oder Haus gut auf Extremwetter vorbereiten weil sie die Mittel dazu haben, trotzdem Geld im Schadensfall erhalten, auch wenn dieser dann entsprechend kleiner ausfällt – so hätten die Menschen einen Anreiz, den Schaden klein zu halten, erläutert Höppe.

„Solche Versicherungen sind aber nur eine von vielen Maßnahmen, um sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen“, sagt Bals. Denn die Policen kommen nur in Extremfällen zum Einsatz, nicht aber wenn Ackerland allmählich austrocknet, der Meeresspiegel ansteigt, Böden versalzen oder sich über Jahrzehnte hinweg Klimazonen verschieben. Das Ausmaß dieser Folgeschäden ist bereits immens und könnte ins Unermessliche steigen. Die Versicherungen sind da nur ein Tropfen auf den heißen Stein der akuten Schadensbekämpfung. na


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