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Klimawandel schadet Wald

Der Klimawandel verursacht bei vielen Bäumen Stress. (Bild: © Uwe Wagschal/ pixelio.de)
Der Klimawandel verursacht bei vielen Bäumen Stress. (Bild: © Uwe Wagschal/ pixelio.de)

Unser Wald leidet, mal wieder. Das belegt eine aktuelle Erhebung aus NRW. Diesmal jedoch nicht wie in den 80ern unter saurem Regen, sondern nachweislich unter dem Klimawandel. Förster wollen ihn zu einem „klimaplastischen Ökosystem“ umzubauen.

04.08.2015 – Der Gesundheitszustand unserer Wälder verschlechtert sich. Die Gründe dafür liegen nicht mehr nur wie zu Beginn der Erhebungen in den achtziger Jahren in schlechter Luft- und Bodenqualität, sondern auch im Klimawandel. Dessen negative Folgen sind inzwischen bei vielen Bäumen abzulesen.

So zeigte beispielsweise der nordrhein-westfälische Wald in den vergangenen Jahren eine fallende Tendenz, wie die jährliche Erhebung zum Waldzustand zeigt. „Die Werte des letzten Berichts waren besorgniserregend. Demnach haben wir heute mehr als dreimal so viele Bäume mit starken Schäden wie zu Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 30 Jahren. Der Klimawandel und die damit einhergehenden Wetteränderungen, insbesondere lange Trockenphasen, machen dem heimischen Wald stark zu schaffen", erklärte der parlamentarische Staatssekretär im Umweltministerium des Landes NRW, Horst Becker.

Für Lutz Falkenried, der die Waldzustandserhebung geleitet hat, ist klar: Die Bäume leiden besonders unter den Folgen des Klimawandels. „Tendenziell nimmt die Niederschlagssumme in den Sommermonaten ab und die Abstände zwischen den Mastjahren werden immer kürzer. Zudem setzen Fraßinsekten und Pilze den geschädigten Bäumen immer mehr zu. Das setzt unseren Wald unter starken Stress. Wir Forstleute arbeiten nun daran, den Wald zu einem klimaplastischen Ökosystem umzubauen, das den Folgen des Klimawandels widerstehen kann."

Und so sind die Förster vorgegangen: Zur Datenerhebung wurde der gesamte NRW-Wald in einem Raster von vier mal vier Kilometern aufgeteilt. Jeweils in den Schnittpunkten stehen die sogenannten Probebäume. In der Zeit von Mitte Juli bis Ende August wurde jeder dieser etwa 10.000 Bäume von speziell geschulten Forstleuten aufgesucht, um den Umfang zu messen und die Baumkronen auf vergilbte Blätter oder Nadeln zu begutachten. Der Befall von Baumschädlingen wie Insekten oder Pilzen wurde ebenfalls ausgewertet. Daraus ergibt sich ein Bild über den Gesundheitszustand der vier wichtigsten Hauptbaumarten in NRW: Buche, Eiche, Fichte und Kiefer. Anschließend werden die Jahresauswertungen der Wetterdaten auf Niederschlagsmengen, Trockenzeiten und Temperaturverläufe hin ausgewertet. Anhand der gewonnenen Ergebnisse können Gründe für positive oder negative Entwicklungen im Wald abgeleitet werden.

Allerdings ist es nicht nur der Klimawandel, der den heimischen Bäumen zusetzt. Etwa 45 Prozent der untersuchten Tier- und Pflanzenarten im Wald sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. Dabei sind die Ursachen des Artensterbens fast ausschließlich menschengemacht. Vor allem eine zu intensive Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen und die Zerschneidung von Lebensräumen hinterlassen deutliche Spuren. Wälder, in denen alle Bäume bis zu ihrer natürlichen Zerfallsphase verbleiben, entwickeln eine große Artenvielfalt an Vögeln, Pflanzen, Käfern, Pilzen und Flechten. Viele der vom Aussterben bedrohten Tier- und Pflanzenarten benötigen Alt- und Totholzvorkommen. So sind zum Beispiel etwa 25 Prozent aller Käferarten auf das ausreichende und kontinuierliche Vorkommen von Totholz angewiesen. Solche Wälder mit altem Baumbestand und Totholz sind jedoch sehr selten, da die meisten Flächen intensiv forstwirtschaftlich genutzt werden. rr


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Kommentare

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Feststellung 06.08.2015, 08:28:29

+233 Gut Antworten

Solche Berichte finde ich überflüssig, wenn man zuschaut wie die deutsche Mittelgebirgslandschaften und damit auch ein riesiger CO2 Speicher nicht wiederbringbar zerstört wird für den unnützen Ausbau der transeuropäischen Netze. Zu besichtigen ist schon der Anfang dieses Wahnsinns im Thüringer Wald. Ein Schild wäre vielleicht angebracht mit dem Hinweis: "Geopfert für transeuropäische Höchstspannungsleitungen die uns den Atomstrom durch die Hintertür wieder ins Land bringen."


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