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Neue Studie: Klimawandel schädigt der Weltwirtschaft

Der fortschreitende Klimawandel und die globale Erwärmung schädigen massiv der weltweiten Wirtschaft, ein Rückgang der Wirtschaftskraft um 23 Prozent ist möglich. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der renommierten Stanford University.

26.10.2015 – Wird die Erderwärmung nicht eingedämmt, droht ein Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur von gut vier Grad Celsius bis zum Jahr 2100. Damit einhergehen könnte auch eine starke Minderung der weltweiten Wirtschaftskraft um fast ein Viertel, so das Ergebnis einer neuen Studie von Forschern um Professor Marshall Burke von der Stanford University und zwei Kollegen von der University of California in Berkeley.

Den Wissenschaftlern zufolge hätten Volkswirtschaften die höchste Produktivität bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von 13 Grad Celsius (55 Grad Fahrenheit). Bis zu dieser Grenze gebe es steigende Erträge. Werde es wärmer, sinken diese fast linear ab, so die Studie, die im Wissenschaftsmagazin Natur veröffentlicht wurde. „In normalerweise kälteren Ländern, größtenteils die reichen Staaten im Globalen Norden, werden höhere Temperaturen mit einem stärkeren Wirtschaftswachstum assoziiert. Das gilt aber nur bis zu einer gewissen Grenze, ab der das Wachstum schnell zurückgeht“, erklärte Burke die Untersuchungsergebnisse.

Ungebremster Klimawandel bringt Armut

Für die Berechnungen werteten die Forscher die Wirtschaftsdaten von 166 Staaten im Zeitraum von 1966 bis 2010 aus und setzen diese in Beziehung zu den jährlichen Durchschnittstemperaturen. Die Grenze von 13 Grad Celsius besteht demnach unabhängig vom wirtschaftlichen Entwicklungsstand eines Landes und gilt offenbar sowohl für die Leistung der Arbeitskräfte als auch für die Landwirtschaft.

Die Ergebnisse sehen düster aus: In 77 Prozent der Länder werden die Menschen bei ungebremstem Klimawandel im Schnitt ärmer sein und je nach berechnetem Szenario sind fünf bis 43 Prozent der Staaten 2100 ebenfalls ärmer als heute. Auch wenn der Klimawandel und die Folgen auch reiche Industrieländer treffen werden, sind die Staaten des Globalen Südens den Auswirkungen stärker ausgeliefert. Insofern rechnen die Wissenschaftler damit, dass der Abstand zwischen reichen und armen Ländern weiter zunehmen wird.

Besonders Afrika, Lateinamerika und Asien betroffen

Nimmt man die Grenze von 13 Grad zugrunde, ist Deutschland zunächst einmal nicht akut gefährdet. Hierzulande lag die Jahresdurchschnittstemperatur selbst im Rekordjahr 2014 bei 10,3 Grad Celsius. Andere Industrieländer wie die Spanien, Italien, die USA, Japan und Australien stehen stärker unter Druck. Besonders hart dürfte es einmal mehr Afrika, Lateinamerika, den arabischen Raum und den Süden und Osten Asiens treffen. Dabei sind es gerade diese Regionen des Globalen Südens, die für den menschengemachten Klimawandel kaum Schuld tragen.

Die Forscher appellieren im Vorfeld der Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Paris an die Politik, sich stärker auf die Minderung des Klimawandels zu konzentrieren. Die Studie habe gezeigt, dass die Auswirkungen sehr viel dramatischer ausfallen könnten, als oftmals angenommen. Mit der Untersuchung wollen die Wissenschaftler allerdings „nicht verdrängen, dass es in Zukunft neuartige Anpassungen an wärmere Temperaturen geben kann“, so Burke. „Die Geschichte lehrt uns aber, dass wir uns nicht darauf verlassen sollten.“ cw


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