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Norwegen will den Regenwald schützen

Verschiedene Umweltschutzorganisationen weisen darauf hin, dass für die Errichtung von neuen Ölpalmplantagen in großem Umfang Regenwälder zerstört werden. (Foto: <a href="https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1899947" target="_blank"> Craig
Verschiedene Umweltschutzorganisationen weisen darauf hin, dass für die Errichtung von neuen Ölpalmplantagen in großem Umfang Regenwälder zerstört werden. (Foto: Craig , Gemeinfrei )

Norwegen hat beschlossen, bei Vergabe öffentlicher Aufträge künftig den Schutz des Regenwaldes zu garantieren. Während sich etliche Unternehmen bereits dazu bekannt haben wäre es damit das erste Land der Welt, das sich in dieser Weise verpflichtet.

24.07.2017 – Wie die norwegische Stiftung zum Schutz des Regenwalds Rainforest Foundation Norway aktuell auf ihrer Seite berichtet, habe das norwegische Parlament eine entsprechende Selbstverpflichtung beschlossen: Demnach sollen öffentliche Aufträge nur noch dann vergeben werden, wenn garantiert sei, dass diese nicht zur Abholzung des Regenwaldes beitragen. Das gelte ebenso für Produkte und deren gesamte Lieferkette. Weitere Details sollten in den nächsten Monaten erarbeitet werden.

Deutschland und Großbritannien sollten folgen

Der Vorstoß sei ein wichtiger Sieg im Kampf gegen die Zerstörung des Regenwaldes, sagt Nils Hermann Ranum von der Rainforest Foundation Norway. Andere Länder sollten dem Beispiel folgen, besonders Deutschland und Großbritannien. Denn bereits 2014 hatte Norwegens Regierung beim UN-Klimagipfel in New York eine gemeinsame Erklärung mit Deutschland und Großbritannien abgegeben mit dem Ziel, bei der Vergabe öffentlicher Aufträge auf nachhaltige Lieferketten mit „abholzungsfreien Produkten“ zu achten und diese zu fördern.

Die Produktion von Rindfleisch, Palmöl, Soja und Holzprodukten ist häufig mit hohen Abholzungsraten verbunden und ist laut Climate Action für 40 Prozent der gesamten tropischen Entwaldung und 44 Prozent der damit verbundenen CO2-Emissionen zwischen 2000 und 2011 verantwortlich. In den letzten Jahren hatten sich eine Reihe von Unternehmen verpflichtet keine Produkte mehr zu vermarkten, die mit der Zerstörung des Regenwaldes verbunden sein könnten, so Ranum. Das gelte jetzt auch für öffentliche Beschaffungen.

Norwegens Klimaschutz-Ambivalenz

Norwegen fördert Waldschutzprojekte weltweit und unterstützt auch Menschenrechtsprogramme für Waldgemeinschaften. Seinen Reichtum hat das Land aber aufgrund seiner Ölreserven. Umweltschützer kritisieren, dass die Regierung die Suche nach Öl und Gas in der Arktis sogar noch intensiviert. Die geplante Ausweitung der Arktis-Förderung sehen Umweltorganisationen als nicht vereinbar mit den Pariser Klimazielen. Die Förderaktivitäten seien wichtig für die Finanzierung des Wohlfahrtsstaats, kontert die Regierung. Nach Analysen der norwegischen Erdölbehörde sei ein wesentlicher Teil der Ressourcen in der Barentssee noch unentdeckt. na


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Kommentare

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Eitel Heck 24.07.2017, 10:20:30

+239 Gut Antworten

Die Initiative von Norwegen ist zu begrüßen.

Die Abholzung der Regenwäler, insbesondere im Amazonasgebiet, hat Einfluss auf Klimaveränderungen.

Regenwälder werden auch für die Biomasse- und Biospritproduktion abgebaut.


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