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Fossile EnergieÖl, Gas und Kohle müssen im Boden bleiben

Tagebau Garzweiler
Fast die Hälfte bereits erschlossener fossiler Brennstoffreserven darf nicht gefördert werden, wenn die Klimakrise verhindert werden soll. (Bild: Herbert Aust / pixabay)

Um das Pariser Klimaziel zu erreichen, dürfen fossile Brennstoffe nicht weiter gefördert werden. Das gilt nicht nur für neue, sondern auch für bereits erschlossene fossile Reserven. Eine Studie belegt, dass 40 Prozent davon im Boden bleiben müssen.

20.05.2022 – Um die Klimakatastrophe zu verhindern, darf fast die Hälfte der bereits erschlossenen fossilen Brennstoffreserven nicht wie geplant gefördert werden. Das belegt eine neue Studie, die im Journal Environmental Research Letters veröffentlicht wurde. Die Autoren der Studie untersuchen die CO2-Emissionen aus bereits erschlossenen fossilen Brennstoffreserven.

Bitte aussteigen

CO2-Emissionen müssen weltweit drastisch sinken und Mitte des Jahrhunderts Netto-Null erreichen, wie der Weltklimabericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) belegt. Doch der Ausstieg aus fossilen Energien wird noch immer massiv behindert. Lobbyinteressen von fossilen Firmen und Banken, die fossile Projekte ungebrochen fördern, halten das fossile Energiesystem am Leben.

Das hat fatale Konsequenzen. Politik und Wirtschaft ignorierten jahrzehntelang die sich anbahnende Klimakrise – und tun dies heute noch. Erst vor einem Jahr warnte die Internationale Energieagentur, dass keine neuen Öl- oder Gasfelder oder Kohlebergwerke gebaut werden dürfen, wenn die Klimakrise verhindert werden soll. Doch immer mehr Studien belegen, dass die fossile Extraktion bereits zu weit gegangen ist.

Was im Boden bleiben muss

Zurzeit noch gebundene, aber zur Extraktion freigegebene fossile Brennstoffreserven würden laut der Studie rund 936 Gigatonnen CO2 freisetzen. Fast die Hälfte davon stammt aus Kohle, etwa ein Drittel aus Öl und etwa ein Fünftel aus Gas. Grundlage bilden die verbindlichen CO2-Emissionen aus der Infrastruktur zur Erzeugung fossiler Brennstoffe. Herangezogen wurden also ausschließlich bestehende Öl- und Gasfelder sowie Kohlebergwerke, die sich im Bau befinden.

Diese bestehenden, bereits erschlossenen fossilen Brennstoffreserven lassen das Pariser Klimaziel unerreichbar werden, wenn sie tatsächlich gefördert werden. Um das Pariser Klimaziel zu erreichen, und das bedeutet, der Welt eine 50-prozentige Chance einzuräumen, den globalen Temperaturanstieg auf unter 1,5 Grad zu begrenzen, müssten fast 40 Prozent der bereits erschlossenen fossilen Brennstoffreserven im Boden bleiben.

Es geht also nicht mehr darum, nur zu verhindern, dass neue Lizenzen für fossile Projekte vergeben werden. Vielmehr müssten Lizenzen zurückgenommen und fossile Projekte stillgelegt werden.

Nur Erneuerbare lösen die Klima- und Energiekrise

Die erschlossenen fossilen Reserven befinden sich zu 90 Prozent in nur 20 Ländern. Angeführt wird die Liste von China, Russland, Saudi-Arabien und den USA. Mit dem Krieg in der Ukraine drängt sich für viele Nationen die Frage auf, ob eine nationale Förderung fossiler Brennstoffe trotz Klimakrise notwendig wird.

Die Hauptautoren der Studie, Greg Muttitt, vom International Institute for Sustainable Development und Kelly Trout, von Oil Change International unterstrichen gegenüber dem Guardian, dass eine gesteigerte Förderung in anderen Regionen der Welt keine Lösung für die Energiekrise sein kann. Denn die Klimakrise wartet nicht. Um der Klima- und der Energiekrise zu begegnen, brauche es Erneuerbare Energien – und zwar schnell. jb


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