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PIK-Chefökonom Edenhofer fordert soziale CO2-Steuer

Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ist nicht nur stellvertretender Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sondern auch Inhaber des Lehrstuhls für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität Berlin. Zudem
Prof. Dr. Ottmar Edenhofer ist nicht nur stellvertretender Direktor und Chefökonom am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), sondern auch Inhaber des Lehrstuhls für die Ökonomie des Klimawandels an der Technischen Universität Berlin. Zudem ist er Vorsitzender der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC. (Foto: Stephan Röhl, Heinrich-Böll-Stiftung, flickr.com, CC BY-SA 2.0)

Der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung Ottmar Edenhofer empfiehlt den Industriestaaten die Einführung einer sozial abgewogenen Kohlenstoffsteuer. So sollen der Klimaschutz vorangebracht und Staatsschulden abgebaut werden.

03.06.2015 – Wenn die Staats- und Regierungschefs am 7. und 8. Juni zum G7-Gipfeltreffen im bayerischen Schloss Elmau zusammentreffen, werden sie auch über den Klimawandel sprechen. Ende des Jahres soll in Paris ein globales Klimaschutzabkommen stehen, das die Staaten zu Reduzierungen ihres Treibhausgasausstoßes verpflichten und den armen Ländern eine finanzielle Unterstützung zusichern soll. 100 Milliarden Euro wollen die Industriestaaten ab 2020 jährlich den besonders vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländern für Anpassungsmaßnahmen zur Verfügung stellen.

Das ist eine Menge Geld, die die G7-Finanzminister wohl nicht einfach aus dem Ärmel zaubern können. Deshalb fordert der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) Ottmar Edenhofer in diesem Zusammenhang die Einführung einer sozial abgewogenen Kohlenstoffsteuer. Denn neue Staatsschulden seien aufgrund der aktuellen Schuldenkrise kaum denkbar und höhere Kapital- und Arbeitssteuern setzten dem globalen Wettbewerb zu enge Grenzen, so Edenhofer.

„Mit einer Kohlendioxid-Bepreisung lassen sich neue Investitionen tätigen, namentlich in den Klimaschutz, sowie auch die Staatsschulden abbauen“, so der PIK-Chefökonom, der auch Vorsitzender der Arbeitsgruppe III des Weltklimarates IPCC ist. Dabei gebe es also gleich einen doppelten Nutzen für den Staatshaushalt. Zuerst müssten allerdings die sehr hohen Subventionen für fossile Energien wegfallen – immerhin 548 Milliarden US-Dollar weltweit. Dann wäre ein Kohlendioxidpreis von Null erreicht und die Steuer könnte folgen.

CO2-Steuer muss sozialverträglich gestaltet sein

Nicht nur Edenhofer, auch andere renommierte und anerkannte Klimaexperten wie der ehemalige Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) Klaus Töpfer und Ernst-Ulrich von Weizsäcker sprechen sich offen für die Einführung einer CO2-Steuer aus. Dennoch ist das Thema in den Finanzministerien kaum ein Thema. Edenhofer weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Kohlendioxidsteuer sozialverträglich gestaltet werden müsse.

Denn Haushalte mit einem geringeren Einkommen müssen einen überproportional hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensnotwendiges wie Ernährung, Mobilität und Energie aufwenden. Im Gegensatz zum Durchschnittshaushalt liegen die Kosten um ein Drittel höher. „Der Abbau der Subventionen muss deswegen so gestaltet werden, dass er sich positiv für die ärmeren Haushalte auswirkt“, so Edenhofer. Er halte mittlerweile eine Kombination von CO2-Steuer und Einkommenssteuerreform in den Industrienationen für notwendig. cw


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