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Lo—TEK. Water

Nachhaltige Zukunftsentwürfe neu denken: Lo—TEK. Water ist eine Sammlung ökologischer, regenerativer Praktiken in Verbindung mit Wasser, die darauf warten, als Zukunftstechnologien wiederentdeckt zu werden.

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Lo—TEK. Water

Nachhaltige Zukunftsentwürfe neu denken: Lo—TEK. Water ist eine Sammlung ökologischer, regenerativer Praktiken in Verbindung mit Wasser, die darauf warten, als Zukunftstechnologien wiederentdeckt zu werden.

Lo-TEK. Water ist ein Sachbuch, das eine Brücke zwischen jahrtausendealtem indigenem Wasserwissen und ökologischer Zukunftsgestaltung schlägt. Die Autorin Julia Watson präsentiert gemeinsam mit indigenen Co-Autoren traditionelle Wassersysteme wie schwimmende Farmen, Gezeiten-Fischfangtechniken oder Grundwasseranreicherung.

Das Buch definiert „TEKnology“ als die Anwendung von Traditional Ecological Knowledge (TEK), um ökologische, architektonische, agrarökologische und soziale Probleme nachhaltig zu lösen. Das Buch ist in die Themengebiete Salzwasser, Brackwasser und Süßwasser unterteilt, in denen insgesamt 22 verschiedene Praxisbeispiele vorgestellt werden. Die Praktiken, mit denen teilweise bereits seit hunderten von Jahren nachhaltig gefischt, angebaut, Salz produziert wird, zeigen, wie ein Leben ohne Ausbeutung der Natur möglich ist.

Salzwasser: Horo i‘a Fischwehre der Mā‘ohi, Französisch-Polynesien

Die Lagunen von Huahine Nui auf den Gesellschaftsinseln, die von Sonnen-, Mond- und Windgezeiten geformt werden, sind die Heimat von Horo i‘a, traditionellen Fischwehren der Mā‘ohi. Diese aus Vulkangestein erbauten labyrinthartigen Mauern leiten Fische in kreisförmige Becken, wo Haapua-Einfriedungen und Stelzenhäuser einst Generationen von Fischerfamilien ernährten. Bei steigender Flut können die Fische ungehindert zurück ins Meer schwimmen, wodurch der Lebenszyklus fortgesetzt und eine Überfischung vermieden wird. Unter der Leitung von Rahui, den saisonalen Beschränkungen, die von den Häuptlingen auferlegt wurden, sorgte dieses tausend Jahre alte System für ein Gleichgewicht zwischen Nahrungsmittelproduktion und ökologischem Schutz. Einzelne Haapua-Mauern aus runden Steinen bilden Einfassungen innerhalb der Lagune.

Süßwasser: Chinampa-Inseln der Nahua Xochimilca, Mexiko

Ein traditionelles Trajinera-Boot fährt an der Bio-Farm von Arca Tierra in den Inselgärten der Xochimilco-Kanäle in Mexiko vorbei. Die Kanäle haben eine Fläche von 55.000 Quadratmetern und eine maximale Tiefe von zwei Metern. Sie sind um erhöhte Felder herum angelegt, die als Chinampas bekannt sind. Diese Felder waren eine Grundlage des Aztekenreichs, das dieses landwirtschaftliche Gebiet für die Nahrungsmittelversorgung und Wasserreinigung im Tal der Seen von Mexiko anlegte, aber die Technologie stammt bereits aus der Zeit vor den Azteken und wurde vom Volk der Nahua entwickelt. Da das Gebiet aufgrund von Klimaprognosen wie sinkenden Niederschlägen, steigenden Temperaturen und einer schnell wachsenden Bevölkerung als besonders anfällig für den Klimawandel eingestuft wurde, wird die Ausweitung der Chinampa-Technologie die Lebensqualität im Ökosystem des Tals der Seen von Mexiko entscheidend verbessern.

Die nachhaltigen Praktiken und Prinzipien könnten auch in anderen Teilen der Welt klimafreundliche, resiliente Städte und Landschaften ermöglichen. Die visuell ausgestaltete Sammlung regt an, die Verbindung von Technologie und Natur neu zu denken.

 

Julia Watson

Lo—TEK. Water

Taschen

Hardcover, 558 Seiten 

Preis 50 Euro

ISBN: 978-3-8365-9444-8

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