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Meinung der Woche
28. November 2016

Atomkraft? Nein Danke Fest

Unter diesem Arbeitstitel hab ich am 23.8.2016 in Sonnenflüsterer Blog von einem Megafest nach dem Abschalten aller deutschen Atomkraftwerke geschrieben. Bescheiden wie ich bin, hab ich damals von zigtausend bis Hunderttausenden geschrieben. Nach gut drei Monaten hab ich diese ersten Überlegungen verworfen. Wir sollten in der Lage sein, zwei Millionen plus X Menschen an einem Tag zum zentralen Fest zu holen.

Erhard Renz sonnenfluesterer.de

Erhard Renz sonnenfluesterer.de
Erhard Renz, der Sonnenflüsterer,  beim Barcamp Renewables der Energieblogger in Kassel.
Erhard Renz, der Sonnenflüsterer, beim Barcamp Renewables der Energieblogger in Kassel.

28.11.2016 – Nach vielen Gesprächen und keinem Einzigen der mir sein Kommen nicht zugesagt hat, kann ich diesen Optimismus versprühen. Wir packen das! Wenn ich „wir“ schreibe, dann kann ich noch nicht genau sagen wer „wir“ ist. Wir haben ja noch jahrelang Zeit und bis zum letzten Tag können noch Mitstreiter dazu stoßen. Aber jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt.

Auf jeden Fall brauchen wir die Besten, die solch ein Event planen und umsetzen können. Natürlich kostenlos, wer sollte auch die Rechnung bezahlen? Da bin ich wie die vier Atomkonzerne die sich keine Gedanken machen, wer am Ende die Rechnung für ihren radioaktiven Müll zahlt.

Zuerst werde ich meist gefragt wer soll denn der Veranstalter sein. Auch darauf hab ich noch keine konkrete Antwort, auf jeden Fall wird es keine einzelne Person oder eine einzelne Organisation sein. Niemand kann sich den bundesweiten Atomausstieg alleine auf seine Fahne schreiben. Es ist eine kollektive Anstrengung gewesen dies zu bewältigen und es muss ein Fest sein, bei dem jeder und jede Organisation ihren Platz hat.

Momentan ist mein Denkansatz so, dass Künstler, Prominente und Musiker die Menschen einladen müssten. Unter dem Motto „Wir danken den vielen Aktivisten für ihren Einsatz mit einem kostenlosen Auftritt“. Da hab ich erste Kontakte zu Top-Acts.

Wo soll das Fest sein?

Es kann nur eine Großstadt sein! Ich will niemanden zu seinem Glück zwingen, aber wir haben nach 50 Jahren Kampf einen Sieg zu feiern. Da müsste jede Großstadt sich alle Finger danach lecken, dass sie den siegreichen Massen ihre Stadt als Plattform anbieten. Mehrere Jahre Vorplanung und dann das Abschaltfest. Ich rede nicht lang rum, eigentlich müsste morgen der Bürgermeister von Berlin anrufen und sagen „Erhard, wir machen das!“ Bei der Loveparade waren 1999 ca. 1,5 Millionen und bei den Fußball Fanmeilen konnten bis zu einer Million Besucher gezählt werden. Was ist eine Loveparade oder ein Fußballendspiel gegen die Siegesfeier der Anti Atom Bewegung nach 50 Jahren Kampf? Zwei Millionen plus X müssen her.

#Nuke down

Beim Barcamp renewables vor ein paar Wochen in Kassel hab ich ja mal getestet wie meine Idee ankommt. Mich hat es fast aus den Socken gehauen wie die ca. 100 Energieinteressierten dieses Thema aufgenommen haben. Aus den Reihen der Energieblogger kam auch gleich der Hinweis „Wir brauchen einen „Hashtag“ der international verstanden wird“. Der Favorit ist derzeit „nuke down“ die Internetadressen sind schon reserviert. Die ersten Infos sollen demnächst online gestellt werden. Aber nuke-down ist natürlich noch nicht in Stein gemeißelt. Wie alles was ich derzeit so andenke.

Damit sind wir auch bei dem Sinn und Zweck vom Fest! Zum einen haben wir alle es verdient, mal nicht die bösen Demonstranten zu sein, sondern wir dürfen unsere großartige Leistung feiern. WWW wie wir im Karneval sagen mit „Weck, Woschd un Woi“.

Es gilt aber auch ein weltweites Signal zu setzen.

Mein größter Horror wäre eine wichtige politische Person (z.B. Bundeskanzler*in) steht am roten Knopf, drückt drauf und verkündet das letzte Atomkraftwerk ist abgeschaltet, aber… Nach dem aber kommen die Einschränkungen mit denen sich die Deutschen kasteien. Wäsche waschen nur noch wenn die Sonne scheint, Sonnenbrille für den Schattenwurf der Windräder, Belästigung durch Infraschall, Landschaftverschandelung durch Windradmonster, Schlagopfer von Rotmilan und Mopsfledermaus. Die Szenarien der Gegner der Energiewende kann ich mir lebhaft vorstellen und sie sind beliebig verlängerbar.

Die Anti-Atombewegung muss diese weltweite Botschaft selbst verkünden. Ich will ein weltweites Signal aus Deutschland dass es möglich ist, aus der Atomkraft auszusteigen und dabei immer noch Lebenslust zu haben. Dieses Signal ist wichtig für alle Anti-Atom-Initiativen weltweit. Ein Industriestaat kann aus der Atomkraft aussteigen und die Bevölkerung feiert noch dabei.

Das innenpolitische Signal ist meines Erachtens aber kaum weniger wichtig. Der Konsens spätestens am 31.12.2022 das letzte Atomkraftwerk abzuschalten darf um keinen einzigen Tag, für kein einziges Atomkraftwerk, verlängert werden. Wer es wagt, erneut auch nur einen Tag ein Atomkraftwerk in Deutschland länger laufen zu lassen, der muss damit rechnen, dass wir unser Fest vorziehen und in Protest bei ihm vor Ort umwandeln.

Vom Fest zum Protest!

Da verstehen wir keinen Spaß! Auch da kann ich klar benennen, meine größten Befürchtungen habe ich in Bayern. Die Botschaft, selbst die Deutschen schaffen es nicht aus der Atomkraft auszusteigen wäre noch schlimmer wie die letzten EEG Gesetzesänderungen. Denn diese Botschaft würde weltweit vernommen. Lasst es uns anpacken!

Erhard Renz, www.sonnenfluesterer.de




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