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Meinung der Woche
21. April 2014

Dann klappt es auch mit der Energiewende

Wir müssen uns vor steigenden Energiepreisen schützen – darüber sind sich alle einig, aber die Konsequenz daraus ist erstaunlich verschieden: Die einen machen das EEG für steigende Strompreise verantwortlich und wollen die Energiewende bremsen, die anderen sich schnellstmöglich aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreien.

Jörg MayerGeschäftsführerBundesverband Solarwirtschaft e.V.

Jörg MayerGeschäftsführerBundesverband Solarwirtschaft e.V.
Jörg Mayer ist Geschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) in Berlin. (Foto: © BSW Bundesverband Solarwirtschaft e.V.)
Jörg Mayer ist Geschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) in Berlin. (Foto: © BSW Bundesverband Solarwirtschaft e.V.)

21.04.2014 – Darf man den Umstieg auf Erneuerbare Energien nur angehen, wenn er nichts kostet? Hatte jemand im Jahr 1990 gefordert, dass es die deutsche Einheit zum Nulltarif geben müsse? Haben die damaligen Politiker von der Berliner Mauer herunter gerufen: „langsam, langsam, lasst mal die Mauer noch stehen und klettert nicht rüber, wir müssen zu allererst kalkulieren, was das alles kostet?“

Akzeptanz und Widerstände

Die Energiewende ist in Deutschland unaufhaltsam, sie ist weltweit unaufhaltsam. Wer diesen Zug verpasst, gehört am Ende zu den Verlierern, muss viel Geld für die Entzugstherapie von fossiler Energie zahlen und hat ihre technologischen und wirtschaftlichen Chancen nicht genutzt. Trotzdem nehmen Kräfte zu, sie aufhalten zu wollen, da sich Macht- und Besitzverhältnisse in der Energiewirtschaft dramatisch ändern. Und so werden Halbwahrheiten gestreut, der steigende Strompreis einseitig auf das Erneuerbare Energien-Gesetz zurückgeführt oder unsolidarische Ausnahmeregelungen gestattet, die kostbare Akzeptanz in der Bevölkerung kosten. Die Deutschen sind nach wie vor überzeugt, dass die Energiewende notwendig ist. Sie sind bereit, dafür Mehrkosten zu tragen und investieren auch fleißig in eigene Anlagen. Inzwischen sind fast zwei Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland installiert.

Verbraucher stellen Fragen

Denn nur der Umstieg auf Erneuerbare Energien garantiert eine dauerhaft stabile Energieversorgung zu verlässlichen Preisen. Besonders wichtig ist dies beim Heizen und der Warmwasserbereitung, die mehr als drei Viertel der Energiekosten in Privathaushalten ausmachen. In den beiden zurückliegenden Jahren haben die Heizkosten historische Höchststände erreicht. Die Verbraucher fragen da zu recht, wie sie darauf reagieren sollen: Welche Energietechnik ist auch langfristig die richtige Wahl? Die Antwort ist eindeutig, in jedem Fall erneuerbar – und am besten mit Solarthermie und Holzpellets. Bei der Solarwärmeanlage fallen keine Brennstoffkosten an – und bei Pellets liegen sie weit günstiger als bei Öl und Gas. Auch Solarstrom ist preiswerter als der übliche Strombezug vom Versorgungsunternehmen. Die Eigennutzung des Solarstroms ist also sinnvoll und kann durch den Einsatz eines Batteriespeichers sogar noch deutlich gesteigert werden.

Langfristig denken und investieren

Preisstabilität, Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit gehen so Hand in Hand und ermöglichen dem Hausbesitzer, durch sinnvolle Investitionen den Strom- und Wärmepreis einzufrieren. Hinzu kommt: In Zeiten niedriger Zinsen ist die Anschaffung moderner Energietechnik eine zusätzliche Alternative zu klassischen Geldanlagen. Wer langfristig denkt, für den sind Erneuerbare Energien eine perfekte Ergänzung zur Altersvorsorge. Es lohnt sich also, jetzt zu investieren. Das so Ersparte lässt sich gut auf die hohe Kante legen oder dafür nutzen, lang gehegte Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen. Das Motto der diesjährigen „Woche der Sonne“ wird damit Wirklichkeit: „Denn Pellets + Solar sparen Träume wahr“. Dann klappt es auch mit der Energiewende. Klicken Sie mal rein und sehen Sie das vielfältige Veranstaltungsangebot: www.woche-der-sonne.de

Jörg Mayer ist Geschäftsführer beim Bundesverband Solarwirtschaft e.V. in Berlin. Der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar) ist mit rund 1.000 Solarunternehmen die Interessenvertretung der deutschen Solarbranche. Der Verband agiert als Informant, Berater und Vermittler im Aktionsfeld zwischen Wirtschaft, Politik und Verbrauchern.




Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Rainer 22.04.2014, 14:55:38

+302 Gut Antworten

Eigentlich weniger ein „Kommentar“, als eine Nachfrage zu :

 

„Die Deutschen sind nach wie vor überzeugt, dass die Energiewende notwendig ist. Sie sind bereit, dafür Mehrkosten zu tragen und investieren auch fleißig in eigene Anlagen. Inzwischen sind fast zwei Millionen Photovoltaik-Anlagen in Deutschland installiert.“

 

Wo finde ich belastbare Zahlen, wie viele von den „fast zwei Millionen Photovoltaik-Anlagen“ sind als „normale PV-Betreiber“ im Sinn von jenen, welche auf dem eigenen Haus eine „PV-Kleinanlage“ betreiben so bis ca. 12 kWp (was da wohl das Maximum sein dürfte) einzustufen ?

 

Wie sieht die „familiäre Struktur“ dieser Betreiber aus – junge Familie – Rentner – Single usw. - Einkommensverhältnisse (sicher schwierig) ?

 

Wie viele der größeren Anlagen befinden sich „in Händen von Genossen“, könnten durch ihre Zahl und Beteiligung sozusagen als „virtuelle Kleinanlagenbetreiber“ darstellbar sein ?

Rainer 22.04.2014, 14:56:23

+285 Gut Antworten

Weiter im Text :

 

Wenn sich damit nachweisbar also ein signifikanter Prozentsatz der dt. Bevölkerung selbst an der Investition in EE (hier PV) beteiligt – zu den meisten Kleinanlagenbetreiber, können ja die im selben Gebäude wohnenden Familienmitglieder durchaus mit erfasst werden, würde dies womöglich die ominöse 5% Klausel denen Parteien in D unterliegen, entweder erreichen oder gar überschreiten. Womit es erstmals eine gesicherte Größenordnung gäbe, wer nicht nur „überzeugt“, sonder aktiv tätig geworden ist.

 

Damit ließe sich mit der Mär aufräumen, „besonders Reiche“ (aka. Zahnärzte, Großbauern etc.) beuteten die normalen Mitbürger mit Hilfe des EEG aus. Die Standardbeschuldigung zu jedem Artikel in den Medien – Leserforen. Eine sehr willkommene Hilfe für entsprechende „Gegenargumentation“.

Korf/Woche der Sonne 24.04.2014, 11:13:27

+295 Gut Antworten

Zu den oben gestellten Fragen:

Hier finden Sie eine Übersichtsgrafik, zu der Betreiberstruktur von Photovoltaikanagen.

http://www.solarwirtschaft.de/pressegrafiken.html

Von den 2 Mio. Anlagen entfallen 1,4 Mio. auf die Photovoltaik, davon rund 906.000 Anlagen bis 12 kWp (Stand: 2/2014).

Zur „familären Struktur“ liegen uns keine genaueren Angaben vor.


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