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Meinung der Woche
06. März 2017

Die Energiewende ist alternativlos

Nach den Boomjahren sah es lange Zeit schlecht aus für die deutsche Solarbranche. 2017 könnte es endlich wieder besser werden, schon im Dezember letzten Jahres wurden erfreuliche 440 MW neue PV-Anlagen installiert.

Florian Kubitz ROBIN WOOD

Florian Kubitz ROBIN WOOD
Wolfram Axthelm ist Geschäftsführer beim Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) für den Bereich Kommunikation, Politik, Europa und Strategie (Foto: © BWE)
Wolfram Axthelm ist Geschäftsführer beim Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) für den Bereich Kommunikation, Politik, Europa und Strategie (Foto: © BWE)

06.03.2017 – Nach den Boomjahren 2010 bis 2012 sah es lange Zeit schlecht aus für die deutsche Solarbranche. Jahr für Jahr sank die neu installierte Anlagenleistung.

2017 könnte es endlich wieder besser werden. Schon im Dezember letzten Jahres wurden erfreuliche 440 MW neue PV-Anlagen installiert. Verantwortlich für den Aufschwung sind mehrere Gründe:

  1. Sinkende Modulpreise.
    Die Preise für Solarmodule sind in den letzten Monaten wieder deutlich gesunken, dadurch werden PV-Anlagen attraktiver. Auch die Preise für Batteriespeicher sinken, weshalb immer mehr Anlagen in Einfamilienhäuser mit Speichern gebaut werden.
     
  2. PV fürs Gewerbe
    Mit Inkrafttreten des neuen EEG 2017 erhalten Freiflächenanlagen in Gewerbegebeten wieder eine Vergütung. Die Größe der Anlagen ist dabei auf 750 kW begrenzt. Besonders gut rechnen sich diese Anlagen, wenn der Strom von Gewerbebetrieben im Eigenverbrauch genutzt wird, aber auch als Anlagen mit Volleinspeisung können sie wirtschaftlich attraktiv sein.
     
  3. Endlich kommt die Mieterstromförderung
    Der Ausbau der Photovoltaik in den Städten kommt bisher kaum voran. Schuld ist die EEG Umlage, die fällig wird, wenn ein Vermieter an seine Mieter Solarstrom vom eigenen Dach verkaufen möchte. Hier soll nun endlich Abhilfe geschaffen werden. Zwar bleibt es bei der generellen Belastung des Eigenverbrauchs durch die EEG Umlage, jedoch soll es für Mieterstrom eine zusätzliche Förderung von ca. 4 Ct/kWh geben. Das Bundeswirtschaftsministerium hat angekündigt, eine entsprechende Gesetzesnovelle noch vor der Bundestagswahl umzusetzen.

Also endlich gute Nachrichten von der Energiewende? Nur zum Teil, denn was an zusätzlichem Ausbau bei der Solarenergie gewonnen wird, wird beim Wind wegfallen. Durch die Senkung der Vergütung und die Umstellung auf das Ausschreibungsmodell muss man davon ausgehen, dass der Zubau massiv einbrechen wird. Und das nicht etwa aus Versehen, nein, die Bundesregierung bremst die Energiewende bewusst aus, um die Kosten in den Griff zu bekommen.

Die Befürworter der Energiewende argumentieren, dass die Kosten für Solar- und Windstrom so stark gefallen sind, dass die Kosten gar kein Problem mehr sind. Das stimmt auch – aber eben nur für Solar- und Windstrom. Für die Energiewende insgesamt stehen neben dem weiteren Ausbau der Erneuerbaren aber noch ganz andere Aufgaben an: Wir brauchen endlich einen flächendeckenden Ausbau von Speicherkapazitäten, denn ohne Speicher ist eine 100 % Versorgung aus Erneuerbaren nicht möglich. Und die Energiewende muss auch im Wärme und Mobilitätsbereich ankommen, die Stichworte sind hier Energiesparen, mehr umweltfreundlicher Verkehr und Sektorkopplung durch Elektromobilität, Wärmepumpen und Power-to-Gas. All das wird viel Geld kosten! Aber was ist die Alternative? Weiter Richtung Klimakatastrophe? Ich denke, die Energiewende darf ruhig teuer sein, Hauptsache sie kommt schnell, und die Kosten werden sozial gerecht verteilt. Daran sollte die Politik arbeiten, statt die Energiewende immer weiter auszubremsen.

ROBIN WOOD wurde 1982 von UmweltschützerInnen gegründet, die dem lautlosen Sterben der Wälder nicht länger tatenlos zusehen wollten. Sie nannten sich – inspiriert vom legendären Robin Hood – ROBIN WOOD und zogen aus, um als „Rächer der Entlaubten“ gewaltfrei in Aktion zu treten. So manchen Schornstein haben die Umweltkletterer besetzt, um politisch für den Erhalt der Wälder zu streiten. Auch heute noch sind kreative und oft spektakuläre Aktionen das Markenzeichen von ROBIN WOOD.




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