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Meinung der Woche
26. Juni 2017

Die Energiewende ist kein Selbstläufer!

Mit den stetig sinkenden Kosten der erneuerbaren Technologien können fossile und erst recht atomare Energieanlagen auf Dauer eigentlich nicht konkurrieren. Doch trotz aller positiven Entwicklungen dieser aufstrebenden Branche: Der Kampf um die Energieversorgung von morgen ist noch längst nicht entschieden. Deshalb gilt es jetzt für eine echte Energiewende einzutreten!

Tobias JaletzkyGeschäftsführer EUROSOLAR

Tobias JaletzkyGeschäftsführer EUROSOLAR
Tobias Jaletzky ist Geschäftsführer von EUROSOLAR (Foto: EUROSOLAR).
Tobias Jaletzky ist Geschäftsführer von EUROSOLAR (Foto: EUROSOLAR).

26.06.2017 – Photovoltaik und Windkraft werden die tragenden Säulen unserer zukünftigen Energieversorgung und gewährleisten im intelligenten Zusammenspiel mit Solarthermie, Geothermie, Speichern, KWK, Wasserkraft, Bioenergie und Power-to-X, eine sichere, kostengünstige, dezentrale und vollständige Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Diese Überzeugung eint die BefürworterInnen der Energiewende und wird weltweit mit beeindruckenden Projekten unter Beweis gestellt. Vor allem von politischer Seite hakt es aber noch. Beispiele gefällig?

  • Der Preis für Energie war noch nie das entscheidende Kriterium für energiepolitische Richtungsentscheidungen. Unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit hätte kein einziges Atomkraftwerk je gebaut werden dürfen. Und trotz einer negativen Lernkurve, also stetig steigenden Kosten und verlässlichen Verzögerungen bei der Fertigstellung neuer Anlagen und den fatalen Folgen eines GAUs ist das Thema politisch immer noch nicht beerdigt.
  • Die amtierende Bundesregierung gibt in teuren Marketingkampagnen vor, Energiewende zu betreiben. In Wahrheit wird jedoch daran gearbeitet, die Erneuerbaren Energien durch Ausbaudeckel und Bürokratisierung in eine Nische zu drängen, um das Geschäft mit Kohle, Atom, Gas und Öl langfristig weiter betreiben zu können.
  • Die neue schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen kündigt in ihrem jüngst veröffentlichten Koalitionsvertrag einen energiepolitischen Rollback an: im Klima- und Naturschutz sollen freiwillige Vereinbarungen mit den Unternehmen und die europäischen Minimalforderungen das Maß der Dinge werden. Es sollen der Ausbau der Windkraft mit neuen Abstandsregelungen zum Erliegen gebracht, Gebäudeeffizienzstandards mit einem Moratorium außer Kraft gesetzt und der Einspeisevorrang für Erneuerbare Energien abgeschafft werden. Dafür wird der Emissionshandel gegen alle Fakten zum Erfolgsmodell umgedichtet und die Braunkohle zur unverzichtbaren und einzigen heimischen Energiequelle verklärt. Das ist keine zukunftstaugliche, geschweige denn eine innovationsfreundliche Politik.

Das sind Beispiele für eine Politik, die das Wohl der Allgemeinheit und die Lebenschancen zukünftiger Generationen verhöhnen und mit Füßen tritt. Es ist eine Politik, die ignorant gegenüber den Schäden an Land, Leib und Leben ist und taub gegen Fakten und das bessere Argument. So wird für den Profit Weniger die Chance auf eine solare Ökonomie zum Nutzen der Vielen in die Nische gedrängt.

Ohne Druck aus der Mitte unserer Gesellschaft, ohne das Aufbegehren gegen die Ewiggestrigen und ohne eine klare Stimme für die solare Zukunft wird die Energiewende gekapert, deformiert, verzögert und verstümmelt. Deswegen hat EUROSOLAR zum Bundestagswahlkampf eine Anzeigenkampagne gestartet, die mit Ihrer Stimme, Ihrer Unterstützung und Ihrem guten Namen von allen Parteien fordert, sich endlich konsequent für eine echte Energiewende einzusetzen. Denn ohne eine schnelle, dezentrale und kostengünstige Energiewende werden wir an allen wesentlichen sozialen, ökonomischen und ökologischen Herausforderungen der Zukunft krachend scheitern.

EUROSOLAR-Aufruf zur Bundestagswahl 2017: Nur mit einer echten Energiewende können wir die Zukunft gewinnen!

Erheben Sie mit uns Ihre Stimme und unterstützen Sie unseren Aufruf für eine echte Energiewende mit ganzseitigen Printanzeigen in Tages- und Wochenzeitungen. Jetzt!

Tobias Jaletzky ist Geschäftsführer von EUROSOLAR - Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien e.V.




Kommentare

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Gernot Kloss 26.06.2017, 13:37:29

+320 Gut Antworten

Was wurden die Bayern für ihre rückständige 10H-Regelung bei Windkraft-Anlagen gerügt, nach der der Abstand von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung das Zehnfache ihrer Höhe betragen muss. Insbesondere von Politikern in NRW. Schwachsinn, Dummheit waren die mildesten Worte. Nun beweisen Politiker aus NRW, dass sich Schwachsinn durchaus steigern lässt. Mit ihrer Abstandsregelung von 1500 m zur nächsten Wohnbebauung werden demnach auch Anlagen erfasst, deren Höhen weit unter 150 m liegen. Die 10H-Regelung würde z. B. bei einer Höhe von 50 m, statt 1500 m, nur einen Abstand von 500 m fordern.

Eitel Heck 26.06.2017, 19:19:44

+355 Gut Antworten

Der Artikel weist aus, dass Photovoltaik und Windkraft die tragende Säule der zukünftigen Energieversorgung sind, und sie gewährleisten im intelligenten Zusammenspiel mit Solarthermie, Geothermie, Speichern, KWK, Wasserkraft, Bioenegie und Power- to-X eine sichere, kostengünstige, dezentrale und vollständige Versorgung mit Erneuerbaren Energien.

Die Bundesregierung und die neue NRW- Landesregierung werden wegen Abweichungen zum weiteren Ausbau der Erneuerbaren Energien kritisiert.

Am Stommix 2016 betrug der Anteil der Erneuerbaren Energien:

Windkraft,12,3%,

Photopholtaik 5,9%,

Geothermie 0,4 %,

Wasserkraft 3,3%,

Biomasse 7,9%,

Die geologischen Voraussetzungen zum Ausbau der Wasserkraft und Geothermie(aufwendige und teure Tiefenbohrung) sind begrenzt.

Biomassekraftwerke weisen auch Nachteile auf wie:

-konkurrieren mit der Nahrungsmittelproduktion,

-Abholzung der Regenwälder zur Biomasseproduktion führt zu Klimaveränderungen,

-fossile Kraftstoffe für Erzeugung und Transport der Biomasse,

-Kohlendioxidemission,

Für flukturierenden Wind- und Sonnenstrom gibt es gegenwärtig und für eine längere Zeit noch nicht erkennbar, keine bezahlbaren Groß- und Langzeitspeicher für überschüssigen Strom.

Bei dem gegenwärtigen geringen Anteil von Wind- und Sonnenstrom am Strommix wird die schwankende Stromproduktion durch konventionelle Kraftwerke aufgefangen. Bei einem Anteil über 30% von Wind-und Sonnenstrom am Strommix sind bezahlbare Großspeicher für überschüssigen Strom erfoderlich, aber zur Zeit nicht erkennbar.

Das ständige Ausblenden der Stromspeicher verhindert gezielte Entwicklungarbeiten zu anderen erneuerbaren Energien mit einer kontinuierlichen Stromproduktion wie

-Wasserstoffkraftwerke mit umweltfreundlichen Brennstoffzellen,

-Gezeitenkraftwerke,

Der Artikel ist deshalb aus meiner Sicht phrasenhaft. Die Bundesregierung und die NRW Landesregierung erkennen offensichtlich die Probleme und korrigieren einige Ziele der Energiewende.


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