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Meinung der Woche
30. September 2019

Eine Erde 2.0 gibt’s nicht, deshalb: Energiewende jetzt

Neil Armstrong hat es nicht alleine auf den Mond geschafft. Ohne die Unterstützung von tausenden Menschen könnte es eine junge Schwedin nicht mit den Großen der Politik aufnehmen. Und auch die Energiewende gelingt nur durch das Zusammenwirken von Akteuren, die sich für neue Ideen öffnen, mit alten Überzeugungen brechen und die konsequent eine erneuerbare Energiezukunft einfordern.

Christian Knops, Leiter Kommunikation Grüner Strom Label e.V.

Christian Knops, Leiter Kommunikation Grüner Strom Label e.V.
Christian Knops leitet die Kommunikation des Grüner Strom Label e.V.
Foto: © Sonja Schwarz, Energieagentur RLP

Hierfür braucht es Rückgrat. Von kleinen Genossenschaften bis hin zu etablierten Energieversorgern: Die Vielfalt unter den Besitzern von Ökostromanlagen muss gewährleistet sein, damit jeder die Chance hat, aktiv die Energiewende in seiner Region mitzugestalten. Es gilt, dass niemand auf der Strecke bleibt, der vorher andere Wege eingeschlagen hat. Neue und alte Energiewirtschaft müssen gemeinsam den Anforderungen der Energiewende mit frischem Wind begegnen.

Dezentralität als zentrales Ziel

Dezentrale Energieversorgung ist ein Grundpfeiler der nachhaltigen, grünen Energiezukunft. Die Energiewende muss von den Akteuren vor Ort getragen und weitergetragen werden. Energieanbieter und Stadtwerke sollten Bürger*innen bei der Umsetzung ihrer Energiewende-Projekte unterstützen und selbst Anreize für Erneuerbare Energien vor Ort schaffen. Das muss die zentrale Zielsetzung für den raschen Ausbau einer regenerativen Energieversorgung sein.

Vor Ort können besonders Stadtwerke für die dezentrale Energiewende ein wichtiger Impulsgeber sein. Sie sind stark in der Region verankert und nehmen weit mehr Aufgaben wahr als nur die Energieversorgung. Diese wichtigen Akteure sollten ihre Energiebeschaffung mehr und mehr grün gestalten und in Erneuerbare Energien vor Ort investieren.

Akteursvielfalt als Säule der Energiewende

Nur eine von den Bürger*innen getragene Energiewende, die sozial gerecht und ökologisch ist, schafft Akzeptanz. Energieanbieter, Stadtwerke, Bürger-Energie-Genossenschaften, Politik und Umweltverbände müssen zusammenarbeiten. Denn die Energiewende ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Wie wichtig Bürgerenergie für die Energiewende ist, zeigt eine Studie des Institutes trend:research: Privatpersonen in Deutschland gehört knapp ein Drittel der installierten Leistung zur nachhaltigen Stromproduktion. Die Basis für Akzeptanz und Engagement beim Ausbau Erneuerbarer Energien sei abhängig von den Beteiligungs- und Investitionsmöglichkeiten der Bürger*innen, so die Studie

Durch die Teilhabe der Bevölkerung erhalten also Ökostrom-Projekte die notwendige Unterstützung vor Ort

Dies ist für den weiteren dynamischen Ausbau in Deutschland essentiell. Die Politik ist hier in der Pflicht. Sei es für Sektorenkopplung, Mieterstrom, Verkehrswende oder die Zeit nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG): In vielen Bereichen müssen vernünftige Rahmenbedingungen geschaffen werden, unter denen alle Akteure erfolgreich an der Energiewende mitwirken können.

Mit dem 6. Energiewendeforum im Oktober, bieten wir allen Energiewende-Unterstützer*innen die Möglichkeit zum Austausch von praxisnahen Erfahrungen, Perspektiven und Ideen für eine grüne (Energie-) Zukunft.

Was Neil Armstrong vor 50 Jahren sagte, stimmt auch heute noch, wenn auch in einem anderen Kontext: „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein riesiger Sprung für die Menschheit.“ Denn eine Erde 2.0 gibt’s nicht. Deshalb: Energiewende jetzt!

Christian Knops leitet die Kommunikation des Grüner Strom Label e.V. Der Verein wurde 1998 von Umwelt- und Verbraucherverbänden gegründet und ist damit das erste Ökostromlabel Deutschlands.




Kommentare

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Denkender Bürger 30.09.2019, 20:03:45

Und welche konkreten technischen Konzepte hat der Herr anzubieten bzw. schlägt er vor?

Denkt er dabei auch an das Problem der fehlenden Energiespeicher?

Die Enegriewende ist schließlich keine Frage des guten Willens, sondern in aller erster Linie eine Frage der technischen Machbarkeit.

Ohne diese wird das Ganze zum zwar gut gemeinten, aber letztlich substanzlosen Lamentieren - weil es eben an der technischen Umsetzbarkeit scheitert.

Gut gemeint und gut gemacht sind eben zwei völlig verschiedene Dinge ...


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