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Meinung der Woche
25. April 2016

Energieeffizienz mit System

Wäschetrockner, Heißwasserheizung und Hackschnitzelöfen: Unternehmen vollziehen die Energiewende durch Steigerung ihrer Energieeffizienz und Nutzung erneuerbarer Energien. Unterstützung erhalten die Unternehmen durch ein Umweltmanagementsystem nach EMAS mit dem sie den ganzheitlichen Ansatz im Blick behalten.

Esther ZippelGeschäftsführerinUmweltgutachterausschuss (UGA)

Esther ZippelGeschäftsführerinUmweltgutachterausschuss (UGA)
Esther Zippel ist die Geschäftsführerin des UGA – Umweltgutachterausschuss beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.(Foto: © Judith Kraft)
Esther Zippel ist die Geschäftsführerin des UGA – Umweltgutachterausschuss beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.(Foto: © Judith Kraft)

25.04.2016 – Die Bundesregierung legt die Weichen für die Umsetzung der Energiewende. Unternehmen tragen zur Erreichung des Ziels dazu bei, indem sie ihren Energieeinsatz optimieren und Erneuerbare Energien einsetzen. Beispiele dafür gibt es viele. Doch hilft es Deutschland, der Gesellschaft und dem Klima, wenn der Aspekt Energie einzeln betrachtet wird? Richtig rund wird die Sache erst, wenn Unternehmen systematisch ihre Potenziale ausschöpfen und dabei die gesamte Wertschöpfungskette betrachten.

Zwei Beispiele: Klaus-Günther Wiesler, Eigentümer eines Hotels im Südschwarzwald, hat zusammen mit einem regionalen Wäschereimaschinenhersteller einen Wäschetrockner mit Heißwasserheizung entwickelt, der mit der Heizwärme einer eigenen Holzhackschnitzelanlage heizt. Das Holz stammt aus den Wäldern in nächster Nähe zum Hotel. Der Trockner verbraucht weniger Energie durch geringere Temperaturen als herkömmliche Geräte. Außerdem verlängert die schonende Trocknung die Lebensdauer der Textilien um bis zu 25 Prozent.

Eine CO2-neutral Produktion unabhängig von steigenden und schwankenden Energiekosten, war die Vision eines niederbayerischen Stahlbau- und Krantechnik-Unternehmens. Diese wurde realisiert durch u.a. acht Photovoltaikanlagen, die ca. 61 Prozent des Gesamtstrombedarfs decken. Zwei Hackschnitzelöfen versorgen den Betrieb mit Wärme und speisen die komplette Hallenheizung. Ein weiterer Hackschnitzelofen produziert heiße Luft für die Pulverbeschichtungsöfen. Die Hackschnitzelanlagen sparen jährlich 250.000 Liter Heizöl bzw. 650 Tonnen CO2 und werden zum Teil mit Holz aus dem eigenen Pappelwald und dem eigenen Holzabfall versorgt. Weitere 12 Tonnen CO2 werden durch Elektrofahrzeuge reduziert.

Mit ihren Ideen gewannen die Unternehmen 2015 den europäischen EMAS-Award. Was sie darüber hinaus verbindet, ist dass sie ein Umweltmanagementsystem nach EMAS führen, dem anspruchsvollstem System zur Verbesserung der Umweltleistung. Beide überprüfen systematisch nicht nur ihren Energieverbrauch und -produktion, sondern zusätzlich ihre Emissionen, Abfall, Materialeffizienz, Wasserverbrauch und Auswirkungen ihrer Tätigkeit auf die Biodiversität. Sie erheben für diese Bereiche Daten, setzen sich Verbesserungsziele und für deren Erreichung Maßnahmen. Dabei bleibt es nicht bei einmaligen Maßnahmen, sondern es kommt zu einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Der Motor für die Effizienzmaßnahmen liegt zu allererst in der verantwortungsvollen Unternehmensleitung. Die Entwicklung und Umsetzung der Innovationen ist aber ohne die Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter undenkbar und eine Forderung von EMAS. Dabei sind Maßnahmen und Ziele in einer Umwelterklärung öffentlich zugänglich.

Die Bundesregierung selber vertraut dem System und erkennt es in Gesetzen zur Durchführung der Energiewende wie dem Energiedienstleistungsgesetz, dem EEG oder den Energiesteuer- und Stromsteuergesetzen an. EMAS ist kein grünes Mäntelchen, sondern ein glaubwürdiges und transparentes System.

Esther Zippel ist die Geschäftsführerin des UGA – Umweltgutachterausschuss beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.




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