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Meinung der Woche
13. März 2017

Energiewende stärkt Industriestandort

Die Energiewende macht unser Land stark und wettbewerbsfähig und nebenbei auch nachhaltiger und sauberer. Auch wenn wir das Klima der Welt nicht nur in Deutschland retten können, so können und müssen wir hier bei uns anfangen und Vorbild sein.

Wolfram AxthelmGeschäftsführerBundesverband WindEnergie e.V.

Wolfram AxthelmGeschäftsführerBundesverband WindEnergie e.V.
Wolfram Axthelm ist Geschäftsführer beim Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) für den Bereich Kommunikation, Politik, Europa und Strategie (Foto: © BWE)
Wolfram Axthelm ist Geschäftsführer beim Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) für den Bereich Kommunikation, Politik, Europa und Strategie (Foto: © BWE)

13.03.2017 – Die Energiewende ist in vielerlei Hinsicht ein echtes Erfolgsprojekt. Die Stromversorgung funktioniert bei einem Anteil von über 30 Prozent Wind, Sonne und Bioenergie sicher und zuverlässig. Wind an Land und perspektivisch Wind auf See leistet dabei einen immer wichtigeren Beitrag. Und: Mitten im wirtschaftlichen Strukturwandel, der im Osten und im Norden besonders sichtbar war, gelang der Aufbau einer international hoch wettbewerbsfähigen Windindustrie. Die Branche sorgt für sichere Beschäftigung, gute Steuereinnahmen und besticht mit einem enormen Exporterfolg.

Erstaunt reibt man sich deshalb die Augen, wenn Politik gerade in dem Moment - wo Erneuerbare Technologien ganz überzeugend den Durchbuch geschafft haben, sich alle Marktakteure auf Energiewende einstellen und wachsende Exportzahlen volkswirtschaftlichen Gewinn realisieren – das Potenzial der Windenergie ungenutzt lässt. Statt eine dynamische Entwicklung zu stützen, greift ein seltsames Zögern und Zaudern um sich. Vieles ist restriktiv und halbherzig. Wie lässt sich der Politik helfen, wieder Mut zu fassen? Drei Schlagworte scheinen mir wichtig: Verantwortung. Selbstbewusstsein. Zuversicht.

Verantwortung: Die Energiewirtschaft ist im Umbruch. Mit steigendem EE-Ausbau wächst auch die Verantwortung zur generellen Versorgungssicherheit. Vor diesem Hintergrund müssen wir aus den Branchen der Erneuerbaren heraus das klare Signal setzten: Wir kümmern uns. Wir bieten Lösungen. Wir schaffen Innovationen für Sektorenkopplung, bei Speichertechnik, für Netzausbau und Netzstabilität und wir bieten schon jetzt günstige Verbraucherpreise.

Selbstbewusstsein: Wir sind nicht mehr die Kleinen, die um Schutz nachsuchen. Wir können gerade mit den Erfahrungen einer Graswurzelbewegung, die sich in nur 20 Jahren ins Zentrum der Energiewirtschaft hervorgearbeitet hat, jetzt selbstbewusster auftreten. Formulieren wir unsere Forderungen deutlich, treiben wir mit eigenen Konzepten die Entwicklung voran und zeigen Wege für bestehende und künftige Herausforderungen auf. Hören wir auf zu jammern!

Zuversicht: Der Pfad zur Sektorenkopplung - also die Erschließung von Mobilität und Wärme für Erneuerbare Energien – ist geöffnet und lässt den Bedarf an Erneuerbaren Energien steigen. Mieterstrom bringt die Energiewende endlich auch nachhaltig in die Städte. Power-to-Heat kommt voran. Die Batterietechnik gewinnt vom Einfamilienhaus bis zur Industrie an Bedeutung. Power-to-Gas wird ein Beitrag zur Speicherung von Erneuerbaren Energie sein. Die Digitalisierung stärkt die Position der Konsumenten. Den dezentralen Erneuerbaren spielt all dies in die Hände. Wir sind die Gewinner, auch wenn wir es manchmal noch nicht so recht wissen wollen. Legen wir mehr Optimismus an den Tag und nehmen wir der Politik ihre gelegentlichen Sorgen!

Die Energiewende macht unser Land stark und wettbewerbsfähig und nebenbei auch nachhaltiger und sauberer. Auch wenn wir das Klima der Welt nicht nur in Deutschland retten können, so können und müssen wir hier bei uns anfangen und Vorbild sein.

Wolfram Axthelm ist Geschäftsführer beim Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) für den Bereich Kommunikation, Politik, Europa und Strategie. Der BWE wurde im Jahr 1996 gegründet und gehört mit seinen über 20.000 Mitgliedern zu den weltweit größten Verbänden der Erneuerbaren Energien.




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