Menü öffnen

Meinung der Woche
18. Februar 2019

Freitags geht es um unsere Zukunft!

Seit Monaten gehen junge Menschen am Freitag nicht in die Schule und zur Uni, sondern demonstrieren für ihre Zukunft. Sie erfahren dabei großen Zuspruch, doch oft wird übersehen was diese jungen Menschen auf sich nehmen. Denn Streiken ist kein Zuckerschlecken.

Nico Hunds, Fridays for Future

Nico Hunds, Fridays for Future
Fridays For Future-Proteste
Foto: © Clemens Weiß

18.02.2019 – Beginnen wir mit einer kleinen Geschichte und der deutschlandweiten Vernetzung von Fridays for Future:

Ende letzten Jahres organisierte die BUNDjugend den ersten Bildungssystemstreik für das Klima während eines Treffens der Kohlekommission. Anscheinend inspiriert davon, und von Greta Thunberg, wurden bald darauf auch in anderen Städten Aktionen organisiert. Stärkster Ausgangspunkt stellte Kiel dar. Die dortige Aktion brachte schon am ersten Tag hunderte junger Menschen auf die Straße.

Bereits in den ersten Tagen berichteten die meisten Medien stark über Fridays for Future. Schnell, und bereits davor, wurde Greta von vielen Journalisten zur Symbolfigur dieser Aktionsform stilisiert. Sie wurde in Folge ihrer Aktion und ähnlicher Aktionen weltweit zu internationalen Veranstaltungen eingeladen, zuletzt nach Davos zum Weltwirtschaftsforum. Am Ende durften dann Vertreter*innen von Fridays for Future bei der Kohlekommission reden und auch ein Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) führen.

Der Gegenwind

Die Bildungssystemstreiks sind durchaus als eine Form zivilen Ungehorsams anzusehen. Es wird aktiv und bewusst die Schulpflicht missachtet.

Dies zeigen auch die Reaktionen auf die Fridays for Future-Streiks. Schon nach den ersten Aktionen ging von vielen Bezirksregierungen die Anweisung an Schulleitungen heraus, dass für Freitage keine Beurlaubungen, und wenn dann nur eingeschränkt, auszugeben sind und dass die Beteiligung an den Aktionen als Verweis aufs Zeugnis kommt. In München wurden zum Beispiel am Rande einer Freitags-Demo schulpflichtige Menschen von der Polizei abgeholt und wieder in die Schulen gebracht. Dazu kamen dann noch Repressionen, die auch bei normalen Demos auftreten können. So wurde eine Demo durch Auflagen der Polizei, die nicht erfüllt werden konnten, unmöglich.

Es wurde allerdings nicht nur versucht, die bisher schon existenten Methoden der Repression anzuwenden. Nein, schnell wurden auch Stimmen laut, die eine strengere Gangart forderten. Die junge Union Baden-Württemberg verlangte härtere Strafen für schulpflichtige Streikende. Der Kultusminister von Bayern forderte von den Schulen ein konsequentes Durchgreifen.

Die Proteste sollen delegitimiert werden

Das waren jedoch nur die Angriffe von institutioneller Seite. In den sozialen Medien wurde vielfach versucht, den Protest zu delegitimieren. Dies jedoch weniger mit sachlichen Argumenten, sondern indem versucht wurde, Greta zu diffamieren und die jungen Menschen generell als unwissend und dumm abzustempeln. Zudem würden diese eigentlich von höheren Stellen gesteuert. Greta war einem Shitstorm von rechten Klimawandelleugnern ausgesetzt, nur weil sie auf der Zugfahrt nach Davos ihre Mahlzeit aus Plastikverpackungen zu sich nahm. Dass ihr es nicht möglich war, Essen anders verpackt zu bekommen, kam diesen Menschen dabei nicht in den Sinn.

Gerade die aktuelle Argumentation der Klimawandelleugner zeigt das Fehlen von Sachargumenten, die ihre Thesen stützen könnten. Denn anstatt Erklärungen zu liefern, versuchen sie lediglich den politischen Gegner persönlich anzugreifen, zu diskreditieren und damit am Ende nicht nur die Sachargumente gestützte These dieses Menschen unsachlich zu delegitimieren. Am Ende soll auch der Menschen selbst delegitimiert und bloßgestellt werden. Wer so etwas tut, ist nicht an einem Diskurs oder einer Lösung interessiert. Er oder sie will lediglich die eigene Meinung bei Ausschaltung jeglicher Opposition durchsetzen.

Eine mögliche Antwort

Angesichts der institutionellen Repressionen und des repressiven Verhaltens der rechten Klimawandelleugner ist es unabdingbar, eine Gegenstruktur aufzubauen. Eine Struktur, die auf gegenseitiger Hilfe und Solidarität beruht. Deswegen sollten sich interessierte Menschen zu Gruppen zusammenfinden um möglichst unabhängig und flexibel zusammenarbeiten zu können.

Auch ist Unterstützung und Solidarisierung, sowie der Aufbau unterstützender solidarischer Strukturen gerne gesehen. Es sollte nicht nur das Ziel sein das lediglich junge Menschen streiken, nein, Ziel sollte eine gesamtgesellschaftliche Struktur sein, die eine Lösung des Klimawandels durch Druck von der Straße durchsetzen kann. Die momentane Politik ist wie ein Fähnchen im Wind. Fangen wir an den Wind zu machen!

Nico Hunds streikt freitags für seine Zukunft.




Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Rudolf Koenig 02.04.2019, 16:13:07

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir brauchen uns um unsere Zukunft sowieso keine Gedanken zu machen, da unsere "Klima" Jugend jetzt freiwillig auf 20% Bildung verzichtet.

Samstags für die Zukunft "streiken" und Freitags noch mal richtig Mathematik lernen um zukünftig Klimamodelle zu verstehen, das ist die richtige Antwort auf die aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, wenn auch eine unbequeme!

Freundliche Grüße

Rudolf Koenig


Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen



energiezukunft