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Meinung der Woche
10. April 2017

Karfreitag Zeichen für Atomausstieg und Erneuerbare Energien setzen!

Auch in diesem Jahr findet – im Rahmen der bundesweiten Ostermärsche der Friedensbewegung in Kooperation mit Anti-Atomkraft-Initiativen – Karfreitag ein Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage in Gronau statt, Beginn 13 Uhr mit Auftaktkundgebung am Bahnhof Gronau (Westfalen). Am gleichen Tag um 14 Uhr beginnt in Jülich bei ETC / Urenco eine weitere Ostermarschaktion.

Udo Buchholz Vorstandsmitglied undPressereferent BBU

Udo Buchholz Vorstandsmitglied undPressereferent BBU

10.04.2017 – Die Aktionen in Gronau und Jülich verdeutlichen: Die sogenannte friedliche Nutzung der Atomenergie und die militärische Nutzung liegen dicht beieinander. Daher muss der Ausstieg aus der Nutzung der Atomenergie auch die Urananreicherungsanlage (UAA) des Urenco-Konzerns in Gronau und das Jülicher ETC-Werk umfassen. Die Politik erkennt das auch zunehmend.

Vor wenigen Tagen hat sich Staatssekretär Peter Knitsch (Umweltministerium NRW) für die Stilllegung der Gronauer Urananreicherungsanlage ausgesprochen. Knitsch hatte sich in Gronau mit verschiedenen deutschen und niederländischen Anti-Atomkraft-Initiativen getroffen, um über mögliche Wege zur Stilllegung der UAA zu sprechen. In einer Pressemitteilung vom 5. April, die vom NRW-Umweltministerium heraus gegeben wurde, wird Knitsch mit den Worten zitiert: „Der deutsche Atomausstieg ist nur dann konsequent, wenn auch diese Anlage stillgelegt wird." Weiter heißt es in der Pressemitteilung, die Gronauer Urananlage sei „Bestandteil des atomaren Kreislaufs und produziere kontinuierlich Abfall, der irgendwann in der Zukunft auch entsorgt werden müsse. Art und Weise der Entsorgung seien noch völlig unklar.“

Atommüllentsorgung ist weiterhin ungelöst

Die Entsorgung des Gronauer Uranmülls, der in großen Mengen anfällt, wird noch vielen Generationen Sorgen und Gefahren bereiten. Neben der Urananreicherungsanlage wird hochgefährliches Uranhexafluorid in Containern unter dem freien Himmel gelagert. Zudem wurde auf dem Anlagengelände ein sogenanntes Zwischenlager für 60.000 Tonnen Uranoxid gebaut, das aber noch nicht in Betrieb genommen wurde. Das Uranoxid wird in Frankreich aus abgereichertem Uranhexafluorid rückgewonnen, das von Gronau nach Frankreich transportiert wird. Wann das erste Uranoxid aus Frankreich zurück nach Gronau auf die Reise gehen wird, ist noch offen.

Die Anti-Atomkraft-Bewegung in und um Gronau, sowie der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und andere Organisationen befürchten, dass mit der drohenden Inbetriebnahme der Uranmüll-Lagerhalle faktisch ein Atommüll-Endlager in Gronau entstehen wird.

Ob, wann und wo ein Atommüll-Endlager fertig sein wird, das auch die Gronauer Uranmüllmengen aufnehmen könnte, kann niemand sagen. Darum ist es extrem wichtig, dass nicht ständig weiterer Atommüll produziert wird, weder in der Gronauer Urananreicherungsanlage, noch in den immer noch laufenden Atomkraftwerken. Der BBU fordert daher konsequent die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und auch der Uranfabriken in Gronau und Lingen. Es ist unerträglich, dass mit Brennstäben aus Lingen noch immer Atomkraftwerke in Belgien, Frankreich und in anderen Ländern betrieben werden. Und es ist ein Hohn, wenn sich Bundesumweltministerin Barbara Hendricks gegen den Weiterbetrieb belgischer Reaktoren ausspricht, aber gleichzeitig nicht dafür Sorge trägt, dass die Exporte der Brennelemente von Lingen nach Belgien gestoppt werden.

Parteien hinterfragen – das eigene Engagement zählt!

Bei den anstehenden Wahlen in NRW und auf Bundesebene ist genau zu prüfen, wie sich die Parteien sowie in den Wahlkreisen die Kandidatinnen und Kandidaten zum konsequenten Atomausstieg positionieren. Zudem ist auch ihre Haltung zur Nutzung der Windenergie zu prüfen.

Und es wird weiterhin notwendig sein, mit Protesten auf der Straße aktiv für den Atomausstieg und für die Ziele der Energiewende zu demonstrieren. Die Ostermarschaktionen in Gronau und Jülich bieten sich dafür bestens an. Bei dem Ostermarsch in Gronau wird dabei auch die Zentrifugentechnik angeprangert, die in der Urananreicherungsanlage zum Einsatz kommt. Nach Umbauarbeiten wäre es möglich, mit den Zentrifugen in Gronau auch Uran für Atomwaffen herzustellen. Und am Standort Jülich werden die entsprechenden Zentrifugen entwickelt und produziert.

Ausführliche Informationen zu den Osteraktionen in Gronau und Jülich.

Udo Buchholz engagiert sich seit 1980 u. a. gegen Atomkraftwerke und Atomanlagen. Er ist Vorstandsmitglied und Pressereferent des BBU und hat wiederholt Ostermärsche an der Gronauer Urananreicherungsanlage mit organisiert.

Der BBU ist der Dachverband zahlreicher Bürgerinitiativen, Umweltverbände und Einzelmitglieder. Er wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn. Weitere Umweltgruppen, Aktionsbündnisse und engagierte Privatpersonen sind aufgerufen, dem BBU beizutreten um die themenübergreifende Vernetzung der Umweltschutzbewegung zu verstärken.

Der BBU engagiert sich u. a. für menschen- und umweltfreundliche Verkehrskonzepte, für den sofortigen und weltweiten Atomausstieg, gegen die gefährliche CO2-Endlagerung, gegen Fracking und für umweltfreundliche Energiequellen. Informationen über den BBU und seine Aktivitäten gibt es im Internet unter www.bbu-online.de; telefonisch unter 0228-214032 und beiFacebook. Postanschrift: BBU, Prinz-Albert-Str. 55, 53113 Bonn.




Kommentare

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Eitel Heck 16.04.2017, 20:38:24

+127 Gut Antworten

Für Deutschland als rohstoffarmes Land ist Innovation der entscheidende Wissensrohstoff für den Wohlstand unseres Landes.

Für diesen Wohlstand haben seit Jahrzehnten auch die deutschen Atomkraftwerke mit einem hohen Sicherheitsstandard beigetragen.

Im Deutschen Bundestag sind Berufsgruppen fern von einer naturwissenschaftlichen und ingenieur-technischen Ausbildung, insbesondere Juristen, Politwissenschaftler, Sozialwissenschaftler und Lehrer, stark vertreten.

Politiker mit dieser Berufsausbildung, besonders deutlich sichtbar bei grünen und linken Politikern, sind aktiv in ihren Aktionen gegen innovative Technologien.

Das betrifft beispielsweise Ablehnungen:

-der Magnetschwebebahn "Transrapid" als sehr sicheres Verkehrsmittel(erfolgreicher Einsatz in China mit deutschem know how),

-der Gentechnik zur Steigerung landwirtschaftlicher Erträge(erfolgreiche Anwendung in den USA seit 20 Jahren),

-der Fracking-Technologie zur Erdgas- und Erdölförderung(erfolgreiche Anwendung in den USA seit fast 20 Jahren),

-Ablehnung jeder Form der Kernenergie, darunter gegenwärtige Kernkraftwerke, Kernreaktoren der 4.Generation und die Kernfusion,

 

Der Dual Fluid-Kernreaktor, für den ein deutsches Patent vorliegt hätte bei einer Realisierung einen großen Vorsprung gegenüber allen anderen derzeitigen und geplanten Kraftwerkstechniken und hätte damit Einfluss auf die Industrieproduktivität und das Wohlstandsniveau in Deutschland

Vorteile dieses Kernreaktors:

-keine Anreicherung

-keine Aufbereitung,

kein nukleares Endlager,

-sehr sichere Technologie,

Er kann auch unterirdisch betrieben werden, um Gefahren durch Naturkatastrophen, Flugzeugabstürze und Terroranschläge auszuschließen.,

Kernreaktoren der 4.Generation können gegenwärtigen Atommüll zur Energiegewinnung nutzen, der ansonsten in geologischen Endlagern entsorgt werden müsste, und die Stromproduktion mit Prozesschemie koppeln( Herstellung von Kraftstoffen, Wasserstoff und Meerwasserentsalzung).

 

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