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Nachgefragt
05. Februar 2018

Startup-Interview Folge #1: WOHNWAGON

Den ersten Teil unserer zweiwöchigen Startup-Serie beginnen wir mit dem österreichischen Unternehmen WOHNWAGON. Die vier Gründer erzählen uns, wie ihre Idee für autarke Wohnwagen entstanden ist, welche Rolle dabei Erneuerbare Energien spielen und welche Hindernisse das Team bereits überwinden musste.

Die Zukunft des Bauens ist nach Ansicht von WOHNWAGON nachhaltig, reduziert auf das Wesentliche und vor allem vollkommen autark. (Foto: © WOHNWAGON)
Die Zukunft des Bauens ist nach Ansicht von WOHNWAGON nachhaltig, reduziert auf das Wesentliche und vor allem vollkommen autark. (Foto: © WOHNWAGON)

05.02.2018 – Im März 2013 wurde WOHNWAGON mit dem Ziel gegründet, inspirierende Lösungen für ein autarkes und selbstbestimmtes Wohnen der Zukunft zu schaffen. Mit dem Wohnwagon hat das Team ein Leuchtturmprojekt entwickelt, das zeigt, wie die Zukunft des Bauens aussehen könnte: Nachhaltig, reduziert auf das Wesentliche und vor allem vollkommen autark. Mit ihrer Planungsabteilung und der Webplattform bringt WOHNWAGON das Wissen auch in viele andere Anwendungsfälle – vom autarken Einfamilienhaus bis hin zur unabhängigen Siedlung.

Wie ist eure Idee für WOHNWAGON entstanden?

Angefangen hat alles im Jahr 2012. Damals haben wir uns sehr über die Art geärgert, wie heutzutage gebaut wird. Wir bauen viel zu groß, dämmen mit Sondermüll und versorgen unser Zuhause mit fossilen Energien. So kann’s nicht weitergehen, dachten wir uns und wollten zeigen, dass es auch andere Wege gibt. Also haben wir angefangen ein Haus zu bauen, das nicht nur völlig anders sein sollte, als was man bisher kannte, sondern auch zum Nachdenken anregen sollte: Was braucht man eigentlich für ein gutes Leben?

 

 

Welche Rolle spielen Erneuerbare Energien bei eurer Erfindung?

Eine ganz zentrale Rolle. Unsere Wohneinheiten versorgen sich selbst mit Erneuerbarer Energie – ohne externe Anschlüsse und meist über das ganze Jahr hinweg. Das wird durch ein integriertes Verbraucherkonzept und einen konsequenten Fokus auf Gesamtlösungen in Dialog mit dem Kunden möglich.

Ist mehr Autarkie der Schlüssel für die Energiewende?

Im Grunde ja! Es geht doch darum, als Gesellschaft zu lernen, wie wir mit Erneuerbaren Energien autark sein können – im Idealfall natürlich ohne Verlust an Lebensqualität. Im Wohnwagon und bei unseren größeren Projekten wie zum Bespiel für autarke Siedlungen zeigen wir, dass das möglich ist. Zentral dafür ist, dass wir beginnen systemisch und in Kreisläufen zu denken. Es sollte nicht nur darum gehen, einzelne Faktoren wie den Ausstoß von CO2-Emissionen zu betrachten und zu verteufeln, sondern um ein gesamtheitliches, vernetztes Bild. Es geht um alles.

Was sind bisher eure größten Hindernisse?

Kleinere und größere Hürden gibt es viele, wenn man ein Start-up gründet. Von der Finanzierung über die Produktentwicklung heißt es immer wieder: Zwei Schritte vor, einen zurück. Was über die letzten Jahre entstanden ist, ist ein liebevoller Blick auf diese Hindernisse und die Herausforderungen des Alltags. Und mit jedem Problem, das man als Team meistert, wird man ein paar Zentimeter größer und gewinnt an Sicherheit: Die nächste schaffen wir auch wieder!

Was verbraucht am meisten Energie bei der Gründung eines Startups?

Am meisten Energie hat die allererste Anschubfinanzierung gebraucht. Ein halbes Jahr lang waren wir unterwegs, um möglichst viele Leute von unserer Idee zu begeistern und zu überzeugen – dann stand das erste erfolgreiche Crowdinvesting in Österreich und das Projekt kam langsam ins Rollen.

Bei unserer Startup-Serie stellen wir sieben unterschiedliche junge Unternehmen vor, die bei einem Startup-Pitch am 22. Februar beim Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energie gegeneinander antreten. Im Nachgang der Veranstaltung werden wir dann über den glücklichen Gewinner berichten.


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