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Nachgefragt
07. Februar 2018

Startup-Interview Folge #2: SOLMOVE

Beim zweiten Teil unserer Startup-Serie widmen wir uns dem jungen Unternehmen SOLMOVE, das die Energiewende mit Solarstraßen voranbringen möchte. Im Gespräch erzählen uns Gründer Donald Müller-Judex und sein Team, wie die Geschäftsidee entstanden ist und welch großes Flächenpotenzial Straßen haben.

So sieht für SOLMOVE die Zukunft der Energiewende aus. (Foto: © SOLMOVE)
So sieht für SOLMOVE die Zukunft der Energiewende aus. (Foto: © SOLMOVE)

07.02.2018 – Gegründet wurde SOLMOVE im Jahr 2014 von Donald Müller-Judex. Das Unternehmen entwickelt Photovoltaik-Module, die wie ein Teppich horizontal auf dem üblichen Straßenbelag installiert werden können. Statt auf Dächern kann dadurch auch auf Radwegen, Straßen, Plätzen oder Gleisanlagen Strom erneuerbar erzeugt und versiegelte Flächen somit doppelt genutzt werden. Der Belag ist dabei nicht nur rutschfest und bruchfest, sondern besitzt auch eine spezielle Oberfläche, die das schräg einfallende Sonnenlicht optimal für die Stromerzeugung nutzen kann.

Wie ist eure Idee für SOLMOVE entstanden?

Die Idee für unser Unternehmen kam unserem Gründer Donald Müller-Judex eigentlich aus der Not heraus. Im Jahr 2009 war er auf der Suche nach einem freien Dach im Allgäu, um es für die Installation einer PV-Anlage anzumieten. Allerdings waren bereits alle Dächer bebaut, sodass er keine Gelegenheit für die Nutzung von Sonnenenergie fand. Nur die Straßen, auf denen er bei seiner Suche unterwegs war, lagen „ungenutzt“ in der Sonne. Genau zu diesem Zeitpunkt kam dem Erfinder dann auch die Idee, dass man ja das große ungenutzte Flächenpotenzial von Straßen erschließen könnte.

Sind Solarstraßen der Schlüssel für die Energiewende?

Nach unserer Meinung auf jeden Fall! Für das Ziel 100 Prozent Erneuerbare Energien müsste in Deutschland laut Professor Quaschning perspektivisch eine Photovoltaikleistung von 400 Gigawatt installiert werden. Doch dafür reichen die uns zur Verfügung stehenden Dachflächen einfach nicht aus. Solarstraßen sind deshalb die nachhaltige Antwort auf ungenutzte Flächen. Dies verhindert außerdem auch noch die Zerstörung natürlicher Flächen und ermöglicht die Nutzung kurzer Transportwege vom Erzeuger zum Verbraucher.

Wird euer System bereits in der Praxis verwendet?

Im Mai 2018 installieren wir unsere erste horizontale Solaranlage auf einem rund 100 Meter langen Radweg in Erftstadt bei Köln. Auf der Strecke werden PV-Panels mit einer Fläche von rund 240 Quadratmetern verlegt. Zudem sind eventuell größere Projekte mit der Deutschen Bahn sowie bei den Olympischen Spielen in China 2022 angestrebt.

Was sind bisher eure größten Hindernisse?

Unser größtes Hindernis ist nach wie vor die passenden Geldgeber zu finden.

Was verbraucht am meisten Energie bei der Gründung eines Startups?

Die Finanzierung der Firma verbraucht rund die Hälfte unserer gesamten Zeit, Kraft und Gedanken.

Bei unserer Startup-Serie stellen wir sieben unterschiedliche junge Unternehmen vor, die bei einem Startup-Pitch am 22. Februar beim Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energie gegeneinander antreten. Im Nachgang der Veranstaltung werden wir dann über den glücklichen Gewinner berichten.


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