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Nachgefragt
14. Februar 2018

Startup-Interview Folge #5: aWATTar

Bei dem fünften Teil unserer Startup-Serie widmen wir uns dem jungen Stromanbieter aWATTar, der die Energiewende mit stündlich dynamischen Tarifen voranbringen möchte. Im Gespräch erzählen uns die beiden Gründer, wie ihre Geschäftsidee entstanden ist und welchen Vorteil die Tarif-Flexibilisierung hat.

Die Gründer von aWATTar Simon Schmitz (links) und Peter Votzi. (Foto: © aWATTar)
Die Gründer von aWATTar Simon Schmitz (links) und Peter Votzi. (Foto: © aWATTar)

14.02.2018 – Das Startup aWATTar ist der erste Stromanbieter mit einem stündlich dynamischen Tarif, der günstiger wird, wenn es draußen besonders windig oder sonnig ist. Dadurch können erstmals Anreize für private Stromkunden gesetzt werden, ihren Verbrauch in diese Zeiten zu verlagern und Erneuerbaren Strom aus dem Netz zu speichern. Damit das jedoch nicht händisch vonstattengehen muss, entwickelt das junge Unternehmen Lösungen, die den Prozess der Lastverlagerung automatisieren.

Wie ist eure Idee für aWATTar entstanden?

Unter anderem durch die Strategiearbeit für größere Energieversorger wurde uns klar, dass die Speicherung von Strom in schon vorhandenen dezentralen Energiespeichern ein riesiges Potenzial hat. Auch weil wir gesehen haben, dass das Interesse der Versorger nur gering war, selbst in entsprechende Lösungen zu investieren, haben wir kurzerhand unser eigenes Versorgungsunternehmen gegründet.

Was sind die Vorteile eines variablen Stromtarifs gegenüber herkömmlichen Anbietern?

Für sehr flexible Anwendungen, wie zum Beispiel das Laden von E-Autos oder dem Aufwärmen des Warmwasserboilers, liegt das Einsparpotenzial bei bis zu 50 Prozent des Strom-Börsenpreises. Bei Wärmepumpen können 15 bis 30 Prozent eingespart werden. In bestimmten Stunden kann man für den Verbrauch von Strom sogar bezahlt werden. Außerdem ist der stündlich variable Tarif an die echten Gegebenheiten des Wetters und der Strombörse geknüpft, was ihn zum echtesten Ökostromtarif von allen macht.

Wodurch kann diese Flexibilisierung die Energiewende voranbringen?

Ökostrom wird eben dann produziert, wenn es windig oder sonnig ist. Das macht aus unserer Sicht viel mehr Sinn als der Handel mit Herkunftsnachweisen („Ökostromzertifikaten“). Wir messen über Smart Meter die reale Verschiebung der Verbräuche und kaufen dann entsprechend für den Bilanzkreis ein. Irgendwann bekommen dann die Trader mit, dass die Kunden von aWATTar wie ein großer Speicher funktionieren. Dadurch wird mehr Platz für Solar- und Windstrom im Netz geschaffen und die Einspeisungen werden langfristig aufgewertet.

Was sind bisher eure größten Hindernisse?

Die „Smart Meter“ Infrastruktur von intelligenten Stromzählern, die für die variablen Tarife notwendig ist, kam bisher recht schleppend voran. In Österreich und Deutschland gibt es aber sehr positive Zeichen dafür, dass wir nun in eine „Ära“ eintauchen, in der ein Smart Meter für bestimmte Kunden zum Standard wird. Diese Vorteile an die Kunden zu kommunizieren ist dabei ungeheuer wichtig und gleichzeitig eine der größten Herausforderungen.

Was verbraucht am meisten Energie bei der Gründung eines Startups?

Das gesamte Team und unser Büro waren unsere ersten Stromkunden, somit waren wir es selbst, die am meisten Energie verbraucht haben. Glücklicherweise sind wir seit einiger Zeit über diese Schwelle hinaus. Außerdem ist es sicher einer der besten Aspekte am Startup-Leben, dass so wenig Energie in PowerPoint-Präsentationen für interne Entscheidungen fließen muss!

Bei unserer Startup-Serie stellen wir sieben unterschiedliche junge Unternehmen vor, die bei einem Startup-Pitch am 22. Februar beim Neujahrsempfang des Bundesverbands Erneuerbare Energie gegeneinander antreten. Im Nachgang der Veranstaltung werden wir dann über den glücklichen Gewinner berichten.


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