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Bundesregierung plant Subventionen für E-Autos

Die Befreiung von der Kfz-Steuer für neuzugelassene Elektroautos ist seit Anfang des Jahres gesunken. Nun plant die Bundesregierung offenbar neue Kaufanreize. (Foto: CC0 Public Domain, www.pixabay.com)
Die Befreiung von der Kfz-Steuer für neuzugelassene Elektroautos ist seit Anfang des Jahres gesunken. Nun plant die Bundesregierung offenbar neue Kaufanreize. (Foto: CC0 Public Domain, www.pixabay.com)

2015 wurden 80 Prozent mehr Elektroautos zugelassen als 2014 – dennoch bleibt ihre Zahl verschwindend gering. Nun plant die Bundesregierung offenbar neue Kaufanreize für E-Autos, Verkehrsminister Dobrindt will dem Markt „einen weiteren Schub geben“.

08.01.2016 – Es gibt bereits eine Arbeitsgruppe bestehend aus Kanzleramt, Verkehrs-, Wirtschafts-, Finanzministerium und den Fraktionsvorsitzenden der Koalition, die an einem Programm arbeite, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Gegenüber der Rheinischen Post betonte dann auch Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU): „Die Elektromobilität wird sich durchsetzen. Wir wollen dabei aber eine höhere Dynamik als bisher erzeugen.“ Auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder äußerte sich in diese Richtung.

Doch obwohl die Neuzulassungen von Elektro-Pkw im Jahr 2015 um knapp 80 Prozent gegenüber 2014 zugelegt hat, sind die neuen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ernüchternd. Denn von den insgesamt 3,2 Millionen in 2015 neu zugelassenen Pkw (eine Steigerung von 5,6 Prozent) sind nur 0,7 Prozent Elektroautos und Plug-In-Hybride. Die Neuzulassung von reinen E-Autos nahm immerhin um 46 Prozent gegenüber 2014 auf 12.363 Fahrzeuge zu. Plug-In-Hybride, die sowohl einen Elektro- als auch Verbrennungsmotor besitzen, erreichten eine Steigerung um 145 Prozent auf 11.101 Fahrzeuge.

Aktuelle Förderung seit 2016 gesunken

Von ihrem ausgerufenen Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen zu bringen, ist die Bundesregierung noch meilenweit entfernt. Alle Experten sind sich einig, dass dies nicht zu erreichen ist. Dennoch will die Koalition offenbar mehr tun, etwa in Form von neuen Kaufanreizen oder zusätzliche Sonderabschreibungsmöglichkeiten für elektrisch angetriebene Dienstwagen. Zwar werden Elektroautos bereits über die Kfz-Steuer gefördert, seit Anfang des Jahres aber in geringerem Umfang. Seitdem wird die Steuer für neu zugelassene E-Autos nur noch die ersten fünf Jahre erlassen, bislang waren es zehn.

Das neuerliche Interesse der Bundesregierung an der Förderung von Elektroautos hat allerdings auch mit der Schwäche der deutschen Autobauer und dem Straucheln des Volkswagen-Konzerns zu tun. Der zweitgrößte Autobauer der Welt steht aufgrund manipulierter Dieselfahrzeuge massiv unter Druck. „Wir müssen alles dafür tun, dass die deutsche Wirtschaft ihren Spitzenplatz in der Welt hält“, so CDU-Mann Kauder laut Rheinischer Post. „Gerade die Automobilbranche muss sehen, dass sie langfristig vorn bleibt. Vielleicht muss der Staat deshalb mehr Unterstützung leisten, um der Elektromobilität zum Durchbruch zu verhelfen.“ cw