Menü öffnen

Automobiltaugliche Batterien aus Deutschland

Elektrofahrzeug beim Aufladen. (Bild: © Kurt F. Domnik/ pixelio.de)
Elektrofahrzeug beim Aufladen. (Bild: © Kurt F. Domnik/ pixelio.de)

Im industriellen Maßstab automobiltaugliche Lithium-Ionen-Batterien herzustellen, könnte bald in Deutschland möglich sein. Ein großer Schritt in diese Richtung ist jetzt dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg gelungen.

20.02.2015 – Auf einer im Dezember fertig gestellten Forschungsproduktionslinie in Ulm hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) als Erster hierzulande seriennah Lithium-Ionen-Zellen für Plug-in-Hybridautos produziert. Die Kapazität der Zellen liegt bei 23 Amperestunden (Ah). Das entspricht dem Niveau von kommerziellen Zellen aus Asien. Künftig soll sich dieser Wert noch erhöhen.

„Das ist ein großer Erfolg, sowohl für die Forschung und Wirtschaft als auch für die Politik, die Deutschland zum Leitanbieter für die Elektromobilität entwickeln will“, erklärte Professor Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien. „In unserem Land wettbewerbsfähige Batterien für Elektroautos zu produzieren, wird möglich.“

Die Zellen haben eine Lade-Endspannung von 4,1 Volt, ein Gewicht von 650 Gramm und entsprechen dem PHEV-1-Standard für Plug-in-Hybride. Die aktuellen Werte lassen sich nach Einschätzung der Wissenschaftler weiter optimieren. „Durch verbesserte Prozesse können wir die Kapazität, Qualität und Ausbeute in den nächsten Monaten deutlich erhöhen“, so Tillmetz.

Das Batteriegeschäft ist lukrativ: Laut aktuellem Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität entfallen bis zu 40 Prozent des Wertschöpfungsanteils in Elektrofahrzeugen auf die Batterie. Das Automobilland Deutschland will künftig in diesem Markt mitmischen und die wettbewerbsfähigsten Zellen für Elektroautos entwickeln und fertigen. Zu diesem Zweck haben sich das ZSW und führende Industrieunternehmen zusammengeschlossen und Ende 2014 eine Forschungsplattform zur Herstellung großer automobiltauglicher Lithium-Ionen-Zellen planmäßig in Betrieb genommen. Die Plattform umfasst den kompletten Herstellprozess, von der Pastenherstellung bis zur Formierung der Zellen. Auf dieser Basis können neue Produkte entwickelt werden, ohne die laufende Produktion bei Zellherstellern zu beeinträchtigen. Eine Zell- und Batterieproduktion hierzulande aufzubauen, rückt mit diesem Vorhaben ein gutes Stück näher.

Inzwischen haben das ZSW und seine Partner das erste Projekt zur Optimierung des Herstellprozesses für PHEV-1-Zellen auf der Anlage gestartet. Beteiligt sind BASF, BMW, Daimler, Elring Klinger, Manz, Robert Bosch, Rockwood Lithium, SGL Carbon und Siemens. rr


Mehr zum Thema


Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

crumly 20.02.2015, 13:18:09

+105 Gut Antworten

23 AH bei 650 g Gewicht

Eine Panasonic NCR18650B Zelle aus der Serienfertigung hat bei 47 g Gewicht 3,4 AH

 

Also etwas mehr als die dopplte Energiedichte.


Neuen Kommentar schreiben


Name: *
E-Mail: *
(wird nicht veröffentlicht)
Nicht ausfüllen!


Kommentar: *

(wird nicht veröffentlicht)
max 2.000 Zeichen



energiezukunft