ElektromobilitätsmonitorE-Mobilität gewinnt an Schwung

Person lehnt mit Handy an weißem Elektroauto während des Ladevorgangs
Mehr Elektrofahrzeuge, mehr Ladesäulen – die Halbjahresbilanz in Deutschland für E-Mobilität kann sich sehen lassen. (Foto: Getty Images für Unsplash+ / Unsplash+-Lizenz)

Der BDEW analysiert regelmäßig Fortschritte bei der E-Mobilität in Deutschland. Im ersten Halbjahr 2025 wurden demnach so viele E-PKW neu zugelassen wie noch nie. Öffentliche Ladesäulen wurden ebenfalls stark ausgebaut.

19.09.2025 – Im 1. Halbjahr 2025 wurden 248.726 E-Pkw in Deutschland neu zugelassen, meldet der Elektromobilitätsmonitor des Bundeverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW).  Das sind so viele wie noch nie und gut 35 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum 2024 und 13 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2023. Die durchschnittlichen CO2-Emissionen der Neuzulassungen konnten damit erfolgreich gesenkt und die gestiegenen Flottengrenzwerte eingehalten werden.

Die Perspektive der europäischen Autohersteller bestätigt diesen Trend. Sie können wachsende Absatzzahlen vermelden. Laut einer Analyse der zivilgesellschaftlichen Organisation Transport&Environement (T&E) haben europäische Hersteller ihren E-Auto-Absatz in den ersten sieben Monaten dieses Jahres um 37,5 Prozent gegenüber den Vergleichsmonaten 2024 gesteigert.

Rund 184.000 öffentliche Ladepunkte in Deutschland

Deutschlandweit wurden seit dem 1. Januar 2025 über 20.000 öffentliche Ladepunkte durch die private Wirtschaft zugebaut, ein Plus von 11 Prozent. Gleichzeitig ist durch den starken Ausbau bei den Ultraschnellladern die Ladeleistung weiter stark gestiegen.

Trotz der starken Zulassungszahlen von E-Pkw in den ersten sechs Monaten des Jahres waren im Schnitt nur 15 Prozent der öffentlich zugänglichen Ladepunkte in Deutschland am Ende des Halbjahres zeitgleich belegt. Für E-Auto-Fahrer, die laden möchten, bedeutet dies: Durchschnittlich 85 Prozent der Ladepunkte sind frei.

Gute Lademöglichkeiten für E-Lkw

Außerdem nimmt der Monitor erstmals den Ausbaustand des Ladeangebots für E-Lkw in den Blick. Dabei wird deutlich, dass auch hier der Ausbau sehr gut vorankommt. So sind in diesem neuen Anwendungsfall bereits 70 Ladestandorte verfügbar, von denen 50 die Kriterien zur Anrechnung auf die EU-Ziele erfüllen. Damit werden bereits 67 Prozent des 13.300 km langen Autobahnnetzes abgedeckt. Das EU-Ziel von 15 Prozent in Deutschland wird somit um das 4,5-fache übertroffen.

Laden ist fast immer günstiger als Tanken

Durch die Wahl des passenden Ladetarifs ist das Fahren mit einem E-Auto günstiger als mit einem Verbrenner. Neben dem Laden des eigenen Photovoltaik-Stroms oder beim Arbeitgeber, ist Laden in vier von fünf Ladeszenarien günstiger als Tanken: zu Hause, beim öffentliches Normalladen beim Vertragspartner, beim öffentliches Schnellladen beim Vertragspartner und beim öffentlichen Normalladen beim Roamingpartner. Beim fünften Lade-Anwendungsfall, dem öffentlichen Schnellladen beim Roamingpartner, kommt es auf den Vertrag an. Und selbst im Extremszenario, in dem ein batterieelektrisches Fahrzeug zu 100 Prozent an öffentlichen Schnellladesäulen und nur über Roaming lädt, also ohne jede Mischkalkulation, muss Laden nicht mehr kosten als die durchschnittlichen Tankkosten. 

BDEW-Geschäftsführerin Kerstin Andreae interpretiert die positive Entwicklung dahingehend, dass mögliche Bedenken hinsichtlich der Reichweite und des Ladens der Vergangenheit angehören. Elektromobilität sei für immer mehr Menschen die bessere Alternative.

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Auf diese positive Dynamik müsse die Bundesregierung jetzt aufsetzen, denn „um international weiter erfolgreich zu sein, brauchen wir einen starken Heimatmarkt für Elektromobilität. Das ist die beste Standortpolitik. Eine Absenkung der EU-Flottengrenzwerte schadet dagegen unseren Elektromobilitäts-Investitionen und Arbeitsplätzen.“ Bei geplanten Auto-Dialog müsse die Energiebranche als wichtiger Teil und Ermöglicher der Elektromobilität mit am Tisch sitzen.

Andreae fordert den Bund auf, bei der Beschaffung von Fahrzeugen für seine eigene Flotte mit gutem Beispiel voranzugehen. Zudem solle der kürzlich beschlossene Innovationsbooster, der Sonderabschreibungen für Neufahrzeuge ermöglicht, für Leasing-Fahrzeuge geöffnet werden. Und statt teurer Förderprogramme sollte die Politik auf nachhaltige Steueranreize für E-Fahrzeuge setzen. „Das hat der Elektromobilität in vielen unserer Nachbarstaaten wie etwa Norwegen, den Niederlanden und Belgien den entscheidenden Schwung gegeben.“

Andreae betont, dass die EU-CO2-Flottengrenzwerte zurzeit die verlässlichste Rahmensetzung für die Elektromobilität sind: „Sie schaffen Planungssicherheit für alle Marktteilnehmer. Keinesfalls dürfen sie weiter aufgeweicht werden. Es geht auch um Arbeitsplätze bei Unternehmen, die in die Elektromobilität investiert haben.“ pf

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