E-LkwGute Noten für die Neuen

E-LKW
Auch bei Logistik Schmitt aus Bietigheim im Landkreis Rastatt fährt seit Jahresbeginn die Hälfte der eigenen Lkw elektrisch (Foto: Logistik Schmitt).

Lkw mit batterieelektrischen Antrieben sind auf dem Vormarsch, nicht nur bei den Neuzulassungen. Über die Alltagstauglichkeit der emissionsfreien Technologie berichten die Speditionen fast nur Gutes, zeigt eine Umfrage.

26.05.2026 – 93 Prozent der befragten Transportunternehmen sind zufrieden oder sehr zufrieden mit ihren batterieelektrischen Lastkraftwagen, so das Ergebnis einer Umfrage des Freiburger Öko-Instituts. Befragt wurden 57 Unternehmen, die schwere E-Lkw seit mindestens einem Jahr täglich über die Straßen bewegen. Die hohen Zustimmungswerte belegen, dass sich die Technologie als zuverlässige und wirtschaftliche Alternative zum Diesel im Alltag etabliert. Als vorteilhaft nennen die Teilnehmer die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge, einen guten Kundensupport, Kostenreduktionen sowie die größere Laufruhe im Vergleich zum Dieselmotor.

Interessant ist, wie die Unternehmen ihre E-Lkw mit Energie versorgen. 82,5 Prozent gaben hier das Depotladen am firmeneigenen Standort an. Bedeutet: Die Fahrzeuge steuern nach erfolgtem Transport zu einem hohen Anteil den eigenen Betriebshof an, um ihre Batterie aufzuladen. Der Trend wird sich fortsetzen. Rund zwei Drittel der Unternehmen planen, ihre Ladeinfrastruktur weiter auszubauen.

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Das Laden an öffentlichen Ladestationen (8,1 Prozent) spielt dagegen eine stark untergeordnete Rolle. Ein Hinweis auf die geringe Reichweite der E-Lkw? Zum Teil, da die befragten Speditionen ihre Vehikel neben dem Nah- und Regionalverkehr (70 bzw. 79 Prozent) auch im nationalen (49 Prozent) und im internationalen (23 Prozent) Fernverkehr einsetzen. Und in jedem fünften Unternehmen legen rund zwei Drittel der Schwerlast-Lkw (über 18 Tonnen) Tagesfahrleistungen von mehr als 500 Kilometern zurück.

Gesetzgeber fördert Elektrifizierung

Beim Thema Wirtschaftlichkeit nennen die Speditionen die Mautbefreiung und geringe Stromkosten als wichtigste Voraussetzungen für die weitere Beschaffung von Batterie-Lkw. Dennoch bleibt die Frage nach dem Ladenetz für schwere E-Lkw: Um die Infrastruktur in diesem Segment auszubauen, hat das Bundesverkehrsministerium Anfang Mai für die kommenden vier Jahre ein Förderprogramm mit einem Gesamtvolumen von einer Milliarde Euro gestartet. Finanzielle Unterstützung erhalten Logistikunternehmen für die Elektrifizierung ihrer eigenen Betriebshöfe, aber auch Investoren, die öffentlich zugängliche Ladepunkte für den Schwerlastverkehr errichten.

Einen anderen Weg geht das Wiener Unternehmen kw-Solutions. Über die Plattform „Charge with friends“ können Transportunternehmen schon heute das größte Depot-Ladenetzwerk Österreichs gemeinschaftlich nutzen. Demnach stellen die teilnehmenden Firmen einander gegenseitig ihre Ladeinfrastruktur zur Verfügung. Ergebnis: eine bessere Auslastung und schnellere Amortisation der Depot-Ladeinfrastrukturen und günstigeres Laden gegenüber dem öffentlichen Ladesäulennetz.

Es zeigt sich: Die Dynamik im Markt ist groß, auch bei den Herstellern. Gegenüber anderen alternativen Antrieben scheinen E-Lkw dabei das Rennen zu machen: Bei den Neuzulassungen gehen Fahrzeuge mit Gasantriebe kontinuierlich zurück, bei gleichzeitigem Hochlauf der batterieelektrischen Fahrzeuge seit Mitte des Jahres 2022. Das zeigt beispielsweise die Entwicklung bei den Zulassungen von Sattelzugmaschinen der Datenplattform Open Energy Tracker. Benedikt Brüne

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