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Emissionsfreier ZugverkehrIn den Niederlanden rollen bald Wasserstoffzüge

Der Wasserstoffzug Coradia iLint vom Hersteller Alstom
Der Wasserstoffzug Coradia iLint vom Hersteller Alstom in den Niederlanden bei seinem Testbetrieb. (Foto: ProRail / Stefan Verkerk)

In Deutschland gibt es sie schon, in den Niederlanden waren die letzten Tests erfolgreich: Der Wasserstoffzug ist eine nachhaltige und emissionsfreie Alternative zu den derzeit verkehrenden Dieselzügen. Bald könnte er den Regelbetrieb aufnehmen.

05.10.2020 – Im März wurden auf der 65 Kilometer langen Strecke zwischen Groningen und Leeuwarden im Norden der Niederlande Tests mit einem Wasserstoffzug des französischen TGV-Herstellers Alstom durchgeführt. Bisher waren dort noch klimaschädliche Dieselzüge unterwegs. Es wurde untersucht, ob Wasserstoffzüge eine vollständige Alternative zu den herkömmlichen Loks darstellen können.

In der letzten Woche erschien nun der Bericht, der die Ergebnisse der Testphase zusammenfasst. Insgesamt hat der Wasserstoffzug demnach alle Ziele erfüllt, damit er auch zukünftig den Regelbetrieb mit Fahrgästen aufnehmen kann. Einerseits brauchte er eine Genehmigung durch die niederländische NSA (National Safety Assessor), um auf dem Schienennetz unterwegs sein zu dürfen. Andererseits sollte der Betrieb vollständig emissionsfrei ablaufen und optimal auf den kommerziellen Fahrgasteinsatz abgestimmt sein. Wichtig war auch die Möglichkeit einer schnellen und einfachen Betankung mit Wasserstoff.

Getestet wurde der Wasserstoffzug vom Hersteller Alstom zusammen mit dem Betreiber Arriva in der Provinz Groningen, dem niederländischen Eisenbahninfrastrukturmanager ProRail und dem Energieunternehmen Engie. Das unabhängiges Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsunternehmen DEKRA hat dabei als Testleiter fungiert.

Erster Wasserstoffzug rollt seit zwei Jahren durch Deutschland

In Deutschland rollen bereits seit über zwei Jahren zwei mit Wasserstoff betriebene Züge der Marke Alstom durch Niedersachsen. Auf der rund 100 Kilometer langen Strecke zwischen den Städten Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude fuhren vorher ebenfalls Dieselzüge. Die Inbetriebnahme galt damals als Startschuss für den kommerziellen Betrieb von Wasserstoffzügen in Europa.

Auf dem Dach des blauen „Coradia iLint“ befindet sich sowohl ein Wasserstofftank als auch eine Brennstoffzelle, die den Wasserstoff direkt in elektrische Energie umwandelt. Der Zug schafft immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometern, ist also vergleichbar mit einem Dieselzug. Mit einer Tankfüllung kommt der Wasserstoffzug rund 1.000 Kilometer weit.

„Nach Deutschland sind die Niederlande das zweite Land in Europa, in dem sich der Wasserstoffzug von Alstom als einzigartige emissionsfreie Lösung für nicht elektrifizierte Strecken bewährt hat“, sagt Bernard Belvaux, Managing Director von Alstom Benelux. Die Tests hätten gezeigt, dass der Zug hinsichtlich Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit marktreif ist, „die gleiche Leistung wie Dieselzüge bietet und den Vorteil geringer Lärmbelastung und null Emissionen hat.“ Damit unterstütze der Wasserstoffzug „Coradia iLint“ den Übergang zu einem nachhaltigen Verkehrssystemen.

Positive Bilanz nach Testbetrieb

Beim Testbetrieb in den Niederlanden hat der Zug alle Erwartungen für den kommerziellen Betrieb erfüllt, sowohl für den Aushangfahrplan als auch den Expressfahrplan. Zudem verliefen alle weiteren Tests positiv: Wasserstoffverbrauch, Infrastruktur-Kompatibilität, Beschleunigung, Bremsen, Andocken, Höchstgeschwindigkeit, Leistung der Hilfsbetriebe – bei allen Operationen gab es keinerlei Probleme.

Auch empfanden die niederländischen Lokführer das Verhalten des Zuges als sehr komfortabel, geschmeidig und leicht zu fahren, wie aus dem Abschlussbericht von Alstom hervorgeht. Die Betankung mit grünem Wasserstoff verlief zudem schneller als erwartet und konnte sicher durchgeführt werden. Darüber hinaus ist der emissionsfreie Wasserstoffzug viel leiser als die Dieselzüge, die derzeit noch auf der Strecke unterwegs sind, was ein bedeutender Vorteil für die Fahrgäste und die Anwohner an der Strecke ist. jk


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Kommentare

Diskutieren Sie über diesen Artikel

Michael Offermann 24.10.2020, 03:30:08

Ja es fahren einige Züge in Deutschland mit Wasserstoff und es werden immer mehr.

In Bayern will man die Strecke Aschaffenburg - Miltenberg elektrifizieren, was für ein Wahnsinn,

sogar der Landrat für den Miltenberger Kreis ein Politiker der Grünen steht dahinter!

 

Wäre es nicht besser einen Wasserstoff betriebenen Zug zur Probe fahren zu lassen um zu

sehen ob das eine bessere Lösung ist??

 

Ja so sind halt viele Grüne, die CO2 freie Zukunft groß beschreiben und dann den ...... einziehen

wenn es darum geht dies auch umzusetzen!!


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