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MIT-Studie: Reichweite von E-Autos fast immer ausreichend

Schon heute können gängige und erschwingliche E-Autos im Schnitt 87 Prozent der tagtäglich anfallenden Ansprüche erfüllen, fanden Forscher des Massachusetts Institute of Technology heraus. (Foto: Felix Müller, wikimedia.commons, CC BY-SA 3.0, https:
Schon heute können gängige und erschwingliche E-Autos im Schnitt 87 Prozent der tagtäglich anfallenden Ansprüche erfüllen, fanden Forscher des Massachusetts Institute of Technology heraus. (Foto: Felix Müller, wikimedia.commons, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Electric_Car_recharging.jpg)

Die Furcht von Autofahrern vor dem leeren Elektroauto-Akku ist übertrieben, schon heute könnten E-Autos fast alle unsere Ansprüche erfüllen. Zu diesem Ergebnis kommen US-Forscher des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).

18.08.2016 – Die Wissenschaftler aus Boston haben die sogenannte Reichweitenangst, im englischen „range anxiety“, auf ihren Wahrheitsgehalt untersucht. Denn die größten Bedenken bei der Entscheidung für oder gegen ein Elektroauto sind neben dem Preis die Befürchtungen vor zu geringer Reichweite. Die Zusammenfassung der Forscher lautet: Schon heute können gängige und erschwingliche E-Autos im Schnitt 87 Prozent der tagtäglich anfallenden Ansprüche erfüllen.

Für ihre Untersuchung entwickelten die vier MIT-Wissenschaftler ein Modell, in das GPS-Daten von Autofahrern, umfangreiche Befragungen durch verschiedene US-Behörden und Befunde von Fahrverhalten in unterschiedlichen Regionen der USA flossen. So entwickelten sie eine Analyse, wo, wann und wie viel die Amerikaner im Durchschnitt in Städten und auf dem Land sowie verschiedenen Klimazonen mit dem Auto fahren.

Großes Potenzial im städtischen Raum

Ein Vergleich mit marktüblichen und bezahlbaren Elektroautos wie dem Nissan Leaf und dem täglichen Energieverbrauch pro Fahrzeug brachte das Ergebnis: Nahezu 90 Prozent aller Fahrten könnten mit einem Elektroauto zurückgelegt werden. Das erstaunliche dabei: Dieser Wert ist fast in den gesamten USA „ziemlich einheitlich“, vor allem in sehr verschiedenen Städten gibt es kaum Unterschiede. Auf dem Land ist der Unterschied etwas größer. „Das Potenzial für Elektroautos in den Städten ist bemerkenswert ähnlich, sowohl in sehr dichten urbanen Regionen wie New York als auch in ausgedehnten Städten wie Houston“, so Studienleiterin Jessika Trancik. „Das widerspricht der gängigen Sicht, dass Elektroautos – zumindest die bezahlbaren mit limitierter Reichweite – nur im dicht besiedelten urbanen Raum funktionieren.“

Allerdings ist 87 Prozent kein Wert, der alle Autokäufer überzeugen wird. Denn für andere Nutzungsarten wie lange Wege zur Arbeit oder Reisen gibt es bislang zu wenige oder nicht genügend attraktive Angebote. Ersteres betrifft besonders Autofahrer in ländlichen Gegenden. Hier müssten attraktive Angebote wie Mietfahrzeuge oder Carsharing ausgebaut werden, so die Studienautoren. Auf längere Sicht würden eine verbesserte Batteriekapazität, mehr Schnellladesäulen oder Batterietauschstationen mehr Reichweite und somit Nutzungspotenziale garantieren, so die MIT-Forscher. cw


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